Maria Laach in der Eifel

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Heute sind wir auf dem Weg nach Holland am Eifelmaar in Maria Laach aus der A61 gefahren. Das Kloster wurde um 1090 gegründet. Der Vorraum zur Klosterkirche nennt sich ¨Paradies¨ und hat diesen Namen auch verdient.

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Erich und Du (II)

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Das Schicksal meines Onkels

Im Herbst 1942 geht es offenbar kurzzeitig nach Dänemark und bereits Anfang Januar 1943 ist Erich unterwegs nach Frankreich, nach Paris. In einem ausführlichen Brief erklärt er, warum es nicht mehr so einfach ist, Präsente nach Hause zu schicken: erstens gibt es längst nicht mehr alles zu kaufen und zweitens seien die Preise zu hoch.

Erich schrieb am 30. Januar 1943, damals vermutlich bereits in Südfrankreich angekommen:  … „Paris ist, überhaupt,  eine solche Weltstadt, eine bleibende Erinnerung. Glaube kaum, dass ich allzuleicht nochmals Gelegenheit habe, Paris so günstig zu sehen, wie beim Kummis.“

Paris, die Weltstadt

„Da entfalten sich Bilder, die einem neu sind und an der Seele haften bleiben. Menschen, Bauten, Leben und Treiben in Straßen und Lokalen usw. Schade, daß ich da nicht französisch kann. Doppelt soviel hätte man an Unterhaltungen, man könnte sich einfach viel besser verständigen. (…)  Sitze heute auf Wache und es ist ausnahmsweise Regenwetter. So im allgemeinen ist der Dienst immer derselbe, mitunter einmal etwas Unterschied vom Geländedienst…“

Irgendwann im Jahr 1943 kommt er ein paar Tage auf Urlaub nach Schramberg in seine Schwarzwälder Heimat:

Am 27. April – über Ostern – berichtet er von einem Besuch in Paris. „Wir machten einen Besuch in der Madeleine-Kirche. Ganz großartig, die Kunst, überhaupt die ganze Innenausstattung. Gegessen haben wir am Nachmittag, Ragout, Ei mit Blumenkohl und Kartoffeln. Am Abend Beefsteak, Kartoffel, Spargel.“ (…)

In einem Brief zuvor scheint er Befürchtungen wegen der Kriegsereignisse ausgelöst zu haben, die er nun wieder abschwächt: „Nur hoffe ich soviel, dass meine Aufklärung darüber genügt, weil ich das weitere selbst erst auch abwarten muß. Also, ich hege absolut keine großen Befürchtungen. Mir selber ist es auch recht, wenn ich einmal weiß, wie es für mich ausfällt. Angst habe ich nicht, was kann schon viel passieren, wegen einem Brief schreiben…“

Am 2. Juli 1943 bedankt er sich aus Südfrankreich für eine Karte, die er zu seinem 20. Geburtstag erhalten hat und schreibt: „… Da bin ich ja höchst erstaunt, daß der Franz schon zur Musterung mußte. Bestimmt ziehen Sie den Jahrgang 1926 bis zum Winter hin ein. Mit der Zeit wird eben noch jung und alt eingezogen. Je länger der Krieg dauert um so mehr Leute gebraucht man.“
„Wir liegen nicht mehr allzu lange hier u. hoffentlich gehts bald wieder weg von hier. Zur Zeit haben wir Wind und Sandstürme hier, das ist eine ekelhafte Schweinerei. Da reißt’s einem gar bald um, da hat man alles übervoll mit Sand…“

Im Februar 1944 berichtet er in einem Brief von seiner Beziehung mit „Georgette“: „Glauben und Konfessionsangehörigkeit ist wohl wichtig, aber nicht ausschlaggebend. Die Hauptsache ist die Liebe, die Sympathie.“

Mit viel Zweckoptimismus schreibt er über die allgemeine Lage: „Komme, was immer kommen mag, alles ist Bestimmung. Und wenn die ganze Welt verwirrt u. durcheinander ist, einmal kommt doch Ruhe und Ordnung. Die Hoffnung darf man nie verlieren u. dann kann selbst der Teufel durch die Welt gehen.“

Mit dem Fahrrad lernte er im April 44 erstmals in Südfrankreich das sogenannte Hochgebirge kennen. „Im Hintergrund dieses Gebirges erscheinen wiederum die Pyrenäen.“

Ende Juli 1944 sorgt er sich, dass er über kurz oder lang einmal zum Einsatz kommen wird. Doch er weiß nur Ungefähres und nichts Genaues über einen Einsatz. Seine Kompanie wird dann in Partisanenkämpfe verwickelt. Die Partisanen halten sich in den Bergen versteckt und überfallen die Deutschen aus dem Hinterhalt heraus.


Schon ist der Aufenthalt in Frankreich zu Ende: Am 6. November ist er bereits in Neumünster und erlebt einen Fliegerangriff.  Schon wenige Tage später ist er nach einer langwierigen Eisenbahnfahrt in Stendal angekommen. Über Northeim gelangt er im Dezember 1944 über Duisburg nach Krefeld und erwartet, bald gegen die Engländer und Amerikaner kämpfen zu müssen.

Bereits am Zweiten Weihnachtstag ist seine Kompanie in Holland, in der Nähe von Amsterdam stationiert. „Noch 50 km bis zur Nordsee,“ schreibt er.

„Holland ist topfeben. Ein saubres, armes, ausgebombtes Städtchen. Die Bevölkerung ist sehr freundlich… Das heißt: Die Holländer würden es lieber sehen, wenn an Stelle der Deutschen, der Amerikaner in ihrem Ländchen wäre. Wir Deutsche sind ja überall verhasst und Holland macht ja hierinn keine Ausnahme. Mit großer Spannung sehen wir dem neuen Jahr ‚1945‘ entgegen.

Weihnachten war bei uns eine ziemlich traurige Angelegenheit…. Erstens waren wir im Viehwagen, auf dem Bahntransport und zweitens hatten wir nicht die geringste Weihnachtsgratifikation. Nichts, aber auch rein gar nichts. Gott sei Dank, hatte uns der Tommy in Ruhe gelassen auf unserer Fahrt. „

28. Dez. 1944:  „Kaufen kann man in Holland praktisch so gut wie gar nichts, wenigstens da wo wir uns befinden. Denn Holland ist vollständig verarmt u. zum Teil sind die Städte auch ganz gewaltig durch Bombenangriffe in Mitleidenschaft gezogen. (…) Schnee hat es in Holland nicht, aber dafür ist es entsetzlich kalt durch die Luft, durch die Winde der Nordsee.“



Am Ende fügt er prophetisch an: „Wenn es mir augenblicklich gerade nicht am besten geht, so seid nicht zu stark besorgt, denn es ist alles nach Gottes großem Wille. Die schlimmen und schlechten Tage, die rücken jetzt näher… wenn wir im Einsatze stehen.“

In Leerdam klopft er bei Privatleuten namens Iterson an die Tür und bittet um eine Kopfschmerz-Tablette. Am Tag darauf bedankt er sich mit einem kleinen Besuch, lässt sich zum Tee einladen und es entsteht eine kleine Freundschaft zu diesem jungen Soldaten aus dem Schwarzwald, der keine Lust hat, mit seinen Kameraden jeden Tag die Propagandafilme im Kino anschauen zu müssen.

In den ersten Wochen des Jahres 1945 werden die Soldaten an die Ostfront verlegt. Die Russen rücken näher und näher. Das letzte Lebenszeichen von Erich stammt aus Holland. Vermutlich kommt er in Schlesien (Polen) bei den heftigen Kämpfen ums Leben. Itersons haben von ihm die elterliche Adresse bekommen und melden sich nach Ende des Krieges, um zu hören, wie es ihm ergangen ist. Seine Mutter – immer noch verzweifelt auf ein Lebenszeichen wartend – nimmt Kontakt auf zu den Menschen auf, die zuletzt mit Erich zu tun hatten.


In der Nachkriegszeit: Besuch aus Holland in Schramberg: Der Herr links ist Sägewerksbesitzer, daneben seine Frau, meine Großmutter Klara, Frau Iterson, mein Großvater Anton, Herr Iterson, vorne Sohn Gjis Iterson und seine Nichte

So kommt es, dass die Itersons zusammen mit Freunden einen Besuch im Schwarzwald machen. Bei einem dieser Besuche lernt ein Freund der Iterson-Söhne (Bas Bergman) die Nichte von Erichs Mutter kennen (Elsbeth Haas), die er später heiratet. Der sechs Jahre jüngere Sohn hat den Krieg überlebt. Als er 1959 Nachwuchs bekommt, wird der kleine Junge auf den Vornamen seines gefallenen Bruders getauft.

Um die Begegnung mit Erich während der Kriegswirren in Leerdam dreht sich nun ein Schauspiel, das ein engagierter junger Regisseur namens Tjoerd Zweije Anfang Mai 2016 in Leerdam aufführen wird. Er hat das Stück „Erich und Du“ genannt.

    

Mai 1940. Plötzlich ist der Krieg, auch in Leerdam.
Wie war das? Was bemerkte man davon? Gab es Juden?
Gab es Widerstand? Was taten die Nazis?

Eine Suche nach Antworten führt zu besonderen Geschichten,
überraschenden Einsichten und manchmal einfach noch mehr Fragen.
Unsere Reise führte uns zu Gesprächen mit älteren Leerdammern,
führte uns nach Schramberg in Süddeutschland, gab vergessenen
Namen ein Gesicht und bestärkte uns darin, diese Aufführung zu machen.

Die Vorstellung wird Ihnen über einen Glockenraub erzählen, über
die Kirche, über die V1-Raketen, über umgekommene Leerdammer
und über diese wunderbare Geschichte der Freundschaft zwischen
einer Leerdammer Familie und einem deutschen Soldaten.

Erich und Du ist ein Dokument des Krieges in Leerdam.
Sie sind herzlich eingeladen.

Mein Vater und ich werden am Wochenende zu Elsbeth und Bas fahren und in Leerdam die Aufführung miterleben. Die Geschichte ist noch nicht zu Ende…

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Erich und Du (I)

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Richard Kimmich im Jahr 1940. - © Erich Kimmich

Das ist mein Vater Richard. Mit dem Fahrrad unterwegs beim „Hamstern“. Er ist Ende 1929 geboren und war auf diesem Foto etwa zehn Jahre alt.

Erich Kimmich im Jahr 1940. - © Erich Kimmich
Das hier ist sein Bruder Erich. Er ist am 28. Juni 1923 zur Welt gekommen, war also gut sechs Jahre älter als Richard.

Erich, Richard und Clara Kimmich im Jahr 1940. - © Erich Kimmich

Hier sieht man beide Brüder zusammen mit ihrer Mutter Clara Kimmich vermutlich im Jahr 1940 bei einem Sonntagsausflug.

Erich auf dem Dreirad von Richard. - © Erich Kimmich

Was sechs Jahre Altersunterschied doch ausmachen:
Hier sitzt Erich auf dem Dreirad seines Bruders.

Im Oktober 1941 war Erich nach dem Reichsarbeitsdienst bei der Wehrmacht und schrieb eine erste Feldpostkarte aus Messkirch an seine Eltern:  „Wir können vorerst nur Karten schreiben, haben viel Dienst und sind herzlich froh wenn wir mal etwas Zeit erübrigen zum Schreiben. (…) Das Essen ist im allgemeinen gut und man gewöhnt sich eben an die Pflichten des Soldaten. (…)“

Seine nächste Station ist Arbing im Landkreis Deggendorf. Hier erlebt er den Winter 1941/42:

Erich (zweiter von rechts) in Arbing im Winter 1941/42. - © Erich Kimmich

Erich (ganz rechts) mit anderen Rekruten vor ihrer Baracke in Arbing 1941/42. - © Erich Kimmich

Vereidigung in Kaufbeuren

Seine nächste Station war Kaufbeuren: Vereidigung. Mit viel Tamtam und militärischem Getöse.
Am 12.4.1942 schreibt Erich unter anderem: „Die Kasernen sind noch ganz neu. Wir sind hier fast 2.000 Mann. Morgens um 5 Uhr ist Wecken, abends um 1/2  10 Uhr ist Zapfenstreich.“

Er kann nicht mehr so oft schreiben, denn die 8-12 Wochen dauernde Infanterie-Ausbildung muss sehr anstrengend gewesen sein. Und er weiß noch nicht, wo er anschließend eingesetzt werden soll.  Er bittet um verschlossene Briefe anstelle von Postkarten: „Die ganze Post wird schärfstens kontrolliert, es können auch Briefe geöffnet werden!“ schreibt er und dass er über den Dienstbetrieb nichts weiter mitteilen dürfe. „Nochmals, macht euch keine unnötigen Gedanken. Es wird schon gut werden. Soviel für heute.“

Irgendwann im Laufe des Juni 1942 wird er nach Wittstock/Dosse im Nordwesten von Brandenburg verlegt. Er schreibt am 12. Juli 1942 angesichts von relativ gutem Kaffee, den die Soldaten dort bekommen:
„Aber ich denke oft: am schönsten und gemütlichsten war’s zu Hause am Kaffeetisch, hauptsächlich am Sonntag früh nach der Kirche…“  und  „Die soldatische Härte habe ich mir so in groben Umrissen langsam angewöhnt. Wenn man nichts mehr anderes denkt und den ganzen Tag über Soldat ist, so fällt das einem auch nicht mehr so schwer.“

Briefausschnitt: Am schönsten wars zu Hause... - © Erich Kimmich

 

 

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April-Schnee

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25. April 2016: Der Winter ist zurück gekommen. Morgens um 7:35 Uhr hat es knapp 2°C und über Nacht ist Schnee gefallen. Wie lange er wohl liegen bleibt?

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Kombination in April-Weiß: Weiße Blüten und weiße Flocken gleichzeitig. Aprilwetter eben.

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Prost! 500 Jahre Reinheitsgebot

Bierdeckel Diesen Beitrag kommentieren »

Bierdeckel Elzacher Löwenbräu. - © Foto: Erich Kimmich23. April 2016: Heute ist der Tag des deutschen Bieres. 500 Jahre alt wird das Reinheitsgebot in diesem Jahr.  Es gilt als das älteste Lebensmittelgesetz der Welt. Bier soll demnach nur aus Wasser, Malz, Hefe und Hopfen gebraut werden. Das Reinheitsgebot galt ab 23. April 15Brauerei Zollerhof Sigmaringen. - © Foto: Erich Kimmich16 zunächst nur in Bayern. Wobei die Hefe als Zutat gar nicht darin stand, denn sie war damals nicht als eigenständige Zutat bekannt.
Bier ist – aus den kleinen Brauereien – regional und damit ökologisch: denn viele (kleinere) Brauereien verkaufen ihren Gerstensaft nur in ihrem Umland.

ÜBierdeckel: Berg-Bier. - © Foto: Erich Kimmichbrigens: In keinem Bundesland – außer Bayern – gibt es mehr Brauereien als in Baden-Württemberg! Unglaublich, aber wahr: Um das Jahr 1800 gab es alleine in Stuttgart rund 500 Braustätten. Heute rechnet man mit 189 Brauereien in Baden-Württemberg.In Bayern kommt man auf 626 Betriebe, in Nordrhein-Westfalen sind es etwa 125.

Die Badische Staatsbrauerei Rothaus kann mit einem  Superlativ Lange Jahre Deutschlands kleinste Brauerei. - © Foto: Erich Kimmichglänzen: sie liegt auf über 1000 Metern Meereshöhe und gilt als die höchstgelegene Brauerei Deutschlands.

Eine Menge zu feiern gibt es im Ländle: Das Donaubergland feiert am 18. Juni den Bier-Erlebnistag im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck (mehr unter www.donaubierland.de). In Mannheim gibt es im Technoseum noch bis zum 24. Juli eine Ausstellung „Bier – Braukunst & 500 Jahre Reinheitsgebot“ (www.technoseum.de).

Der 23. April ist übrigens alljährlich der Tag Bierdeckel: Fürstenberg-Werbung. - © Foto: Erich Kimmichdes deutschen Bieres…
Hopfen und Malz – Gott erhalt’s!
Prost!

Bierdeckel: Fürstenberg-Werbung. - © Foto: Erich Kimmich

Blütengemüse

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Heute habe ich seit langem mal wieder eine Artischocke genossen. Einfach köstlich, dieses Blütengemüse aus der Korbblütler-Family
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