Shit happens…

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Foto: Erich Kimmich

Berlin-Schnipsel

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Auf unserer Berlinfahrt habe ich mehr als tausend Bilder gemacht. Ein paar davon sind hier in einer Collage verarbeitet.

Berlin-Collage; Fotos: Erich Kimmich

East Side Gallery

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Mühlenstraße in Berlin: East Side Gallery

Entlang der Berliner Mühlenstraße, entlang der Spree, zwischen dem Ostbahnhof und der Oberbaumbrücke, gibt es einen langen Abschnitt der Berliner Mauer. Nach dem Fall der Mauer, in einer Zeit der Euphorie, wurde die bisher unantastbare, graue Ostseite der Mauer malend erobert: 1990 wurde der Mauerabschnitt von mehr als 100 internationalen Künstlern zur East Side Gallery gestaltet und 1991 unter Denkmalschutz gestellt.
Mauermotiv von Andrej Smolák

Auf 1316 Metern kann man seither die längste Open Air Galerie der Welt bestaunen und sich Gedanken zur deutschen Geschichte machen - ein Anziehungspunkt für 500.000 Berlinbesucher jährlich. Leider sind die über 100 Kunstwerke inzwischen stark verwittert oder durch Vandalismus zerstört worden. Ein Verein East Side Gallery e.V. versucht, dem Verfall die Stirn zu bieten und ruft zu Spenden auf. Die Stadt Berlin investiert kein Geld und hat offenbar wenig Interesse, die Mauer zu erhalten. Viele Gemälde sind verwittert, Touristen und Berliner hinterlassen ihre Namen auf den Bildern. Obwohl unter Denkmalschutz stehend, ist die Zukunft dieses Mauerabschnittes ungewiss. Es fehlt an Geld und politischem Wille. Im Jahr 2000 wurde ein Teil der Bilder erneuert. Von der Wikipedia-Seite aus gibt es Weblinks, auf denen man die Kunstwerke im Zustand 1990 sehen kann.
Mauerabschnitt von Lake (www.lake-oner.de)

Trabi, von Birgit Kinder. Foto: Erich Kimmich

Die Künstlerin Birgit Kinder zeigt auf ihrer Webseite in einer Diaschau, wie das Kunstwerk inzwischen bereits drei Mal entstand und wieder beschädigt wurde.

Foto: Erich Kimmich

Bahnhof in Strasbourg verschwunden

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Hey, gestern war ich mit dem Rad in Strasbourg. Und siehe da, anstelle des Bahnhofs ist da ein gläserner Zeppelin gelandet.

Gare de Strasbourg (2008). - Foto: Erich Kimmich

Aber nicht verzagen: Der bisherige schöne alte Bahnhof steht unverändert innen drin. Sozusagen wettergeschützt in Folie verpackt. Ob das der berühmte Christo verpackt hat? Oder einfach nur französisch-futuristische Modernisierung? Wohl eher…

Eine geile schnelle Nummer

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Nun ist sie gekommen. Nein, die Persönliche Identifikationsnummer. Weil… ohne die kann ich ja nimmer sein. Ähm, ohne die kann mich ja niemand identifizieren. Ohne die wäre ich ein Nichts, ein Niemand. Das wär ja wie ein Auto ohne Nummernschild. Wie eine Bierflasche ohne Etikett. Wie ein Briefkasten ohne Namen dran.
Aber jetzt ist das künftig kein Problem mehr. Lebenslänglich. Versprochen! Habt Ihr auch eine flotte Nummer geschoben bekommen? Wer hat noch keine?

Es kommt mir ja ein wenig vor wie sozialistische Einheits-Gleichmacherei…. jeder und jede ist eine 11-stellige Nummer. Von wegen der eine hat eine kürzere Nummer oder eine besonders lange. Oder eine besonders schöne. Nein, bei den Nummern und vor dem Gesetz sind alle gleich. Nur beim Einkommen nicht. Aber das sieht man der Nummer ja auch nicht an.

Hat jemand Lust, seine Nummer mit mir zu tauschen? Wär doch ganz nett. Meine hat zwei 9er nacheinander am Ende, das ist doch schön, oder? Und fängt mit 95 an. Wer bietet mehr? Den Tausch müssten wir dann eben konsequent durchhalten. Solange, bis die das in der Datenbank irgendwann ändern. Weil wir einfach unbeirrt steif und fest behaupten, das sei die Nummer, die man uns zugeteilt hat. Jetzt ist die Gelegenheit für einen Tausch. Jetzt stehen die Leute sowieso Schlange bei den Meldeämtern. Sollen ja Fehler en masse passiert sein…
Gab es in Orwells “1984″ eigentlich auch Nummern für alle? Ich find das gut. Schreib ich künftig nur noch die Nummer anstelle meiner dreizeiligen, langen Adresse. Ist ja eindeutig. Geht schneller. Da sparen wir Bürger Jahre, Jahrzehnte in der Summe. Also. Unterschrift und Fingerabdruck - kannste glatt vergessen.

Zum Beispiel bei den Meldescheinen im Hotel. Da hat mein Kollege H. sowieso immer irgendwelchen Nummernsalat erfunden und in das Feld für die Personalausweisnummer eingetragen… Prüft eh keiner, hat er gesagt. Künftig kann er alle Felder streichen - einfach nur die 11-stellige rein und fertig is die schnelle Nummer.
Und wenn ich mir nun vorstelle, ich stürze unterwegs beim Radfahren, der Rettungsdienst findet meine Nummer im Geldbeutel und kann mit einem Klick erfahren, wieviel ich verdiene, welche Blutgruppe ich hab, wieviele Schulden, welche Medikamente und Erbkrankheiten, welche Bankverbindung, Schuhgröße, welche sexuellen Vorlieben, Straftaten und Flensburgpunkte usw. - mit einem Klick!! Ist doch echt ‘ne geile Nummer. Kann nix mehr schief gehen. Oder?

Oder will jemand eine Zweitnummer haben? Ich würde auf meine auch ganz verzichten. Kostet dann aber ne Kleinigkeit.  Als Entschädigung… Kann dann die Nummer ja nimmer als Paßwort einsetzen bei all den vielen Internet-Seiten…

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