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Erichs (B)Logbuch » Urlaub: Trans Swiss Trail

Trans Swiss Trail 2009 (Teil 2)

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Trans Swiss TrailHier wie immer zum Schluss eine Übersicht der einzelnen Tagesetappen, die wir 2009 gewandert sind. Zu verstehen als eine Art Inhaltsverzeichnis. So kann man die Beiträge in beliebiger Reihenfolge direkt ansteuern und lesen. Ich habe zusammengezählt, was die Software errechnet hat. Demnach haben wir etwa 106,5 Kilometer zurückgelegt, der tiefste Punkt lag bei 485 Metern, der höchste bei 1.627 Metern. Die Summe der Steigungen betrug 4.038 Meter und wir haben 4.159 Höhenmeter Gefälle bewältigt.

Übersicht & Navigation:

1. Tag:  Worb – Goldbach/Lützelflüh: 20,3 km

2. Tag:  Goldbach/Lützelflüh – Lüderenalp: 15,7 km

3. Tag:  Lüderenalp – Eggiwil: 21,6 km

4. Tag:  Eggiwil – Kemmeribodenbad: 21,7 km

5. Tag:  Kemmeribodenbad – Sörenberg: 10,2 km

6. Tag:  Sörenberg – Giswil: 17 km

Vorfreude 2009

Hier gehts  zum Teil 1 des Trans Swiss Trails, den wir 2008 begonnen haben.

Verborgen im Nebel

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Trans Swiss TrailKennt ihr diese Postkarten: statt Bild nur graue oder schwarze Fläche. „Soundso im Nebel“ oder „bei Nacht“ steht da meist. So ähnlich war das auf unserer sechsten diesjährigen Etappe auf dem Trans Swiss Trail dieses Jahr. Wir schreiben Freitag, den 25. September 2009.

Frühstück im Go-in in Sörenberg. - Foto: Erich Kimmich

Snowboard-SitzbankIm Go-In in Sörenberg wartet – wir sind die einzigen Gäste – ein handfestes Frühstück mit Käse, Joghurt, Obst und Müsli. Kraftnahrung sammeln. Vor dem Haus steht eine Sitzbank, gefertigt aus Snowboards. Cool. Gegen 9 Uhr sind wir wieder auf Tour. Im Supermarkt decken wir uns mit Brot ein – und einigen Mitbringseln für zu Hause.

Der Weg zieht sich durch eine großflächige Zweitwohnungs-Siedlung, vorbei am Hallenbad, der linken Talflanke entlang aufwärts. Nebelschwaden allüberall. Bei Sörenberg. - Foto: Erich KimmichZwischendurch schöpfen wir Hoffnung, wenn es – wie an allen anderen Tagen – ein wenig auflichtet und ein Hauch Sonne sich blicken lässt.

Anders als sonst lässt sich die Sonne heute aber Zeit. Wir queren reißende Bäche, wandern durch großflächige Almen und kommen auf knapp 1300 Meter Höhe an der Flüehütte vorbei. Hier verläuft die Grenze zwischen Kanton Luzern und Obwalden. Die einzigen Lebewesen, die wir treffen sind die Weidekühe, die mit dem Wetter vielleicht kein Problem haben.

Bei Sörenberg. - Foto: Erich Kimmich

Mist-Wetter! Eine von denen hat eine wunderschöne Glocke, deren Inschrift wir genau studieren können. Eine andere zeigt klar und deutlich, was sie vom Wetter hält: alles Sche….!

Gegen 11.20 Uhr haben wir den Glaubenbielen-Paß erreicht. Genauer: den Parkplatz in der Nähe des Passes.
Nebel bei Sörenberg

Am Glaubienbielen-Paß. - Foto: Erich Kimmich

Hier stehen zwei Holzhäuschen. Im einen gibt es einen Milchprodukte-Automaten. Da kann man vom Frischkäse bis zum Bergkäse alles mögliche auswählen und gut gekühlt kaufen. Ein Plakat erklärt, wie wichtig die Milchwirtschaft für die Bauern und die Landschaft ist.

Verkaufsstand der Alp Jänzimatt. - Foto: Erich Kimmich

Gegenüber in der zweiten Holzhütte steht ein menschliches Verkaufswesen. Die nette Dame lässt uns gleich von den verschiedenen Alpkäsen der Alp Jänzimatt (1637 m) kosten, sodass wir eine gehörige Portion uns abschneiden und einpacken lassen – für die Rast nachher und als Mitbringsel.

Glaubenbielen-Paß. - Foto: Erich Kimmich

Ab und zu rauscht auch ein Auto vorbei. Für die großen Fahrzeuge gilt eine 2-Stunden-Regelung. Wer also Pech hat, muss zwei Stunden warten bis er die Strecke befahren darf. Die Straße ist nämlich nur so breit, dass da ein Fahrzeug Platz hat. Das Postauto hupt denn auch mit dem typischen Signalhorn lautstark vor jeder Kehre. Ein paar hundert Meter weiter sind wir auf dem höchsten Punkt unserer diesjährigen Tour, dem Glaubenbielenpass (1611 m) angekommen. Und immer noch alles voller Nebel. Rechts oberhalb von uns können wir den Giswilerstock mit seinen 2011 m nur vermuten.

Nebelwanderung. - Foto: Erich Kimmich

Gegen 12 Uhr gehen wir weiter. Nun folgt der längste Abstieg der Tour: von 1600 auf ca. 450 m in Giswil am Sarnersee. Mir schlottern schon die Knie beim Drandenken! Der Weg zieht sich durch Felsen, durch Wald und Wiese. Enziane in allen Varianten blühen am Wegrand. Aber was sind das für große Schranken mitten in der Wiese?? Es sind Schneekanonen offenbar. Während Helmut ein paar Fotos versucht, checke ich kurz die Mails. Ist schon irre in der Schweiz: da kannste am abgelegensten Abhang per Swisscom ins Web. Sozusagen von jedem Kuhfladen aus. Wahnsinn, oddr?!

Nebelwanderung. - Foto: Erich Kimmich

Beim langen Abstieg durch den Wald entsteht dann auch das Bildmotiv des Tages: Wandern im Nebel im Kanton Obwalden.

Nebel-Picknick. - Foto: Erich Kimmich

Nebel-Picknick. - Foto: Erich KimmichIn einer langgezogenen Kurve der Autostraße finden wir eine Sitzbank und machen hier beim Chli Schwand (1129 m) unser Picknick. Es ist immerhin schon halb zwei Uhr. Zwischendurch werden die Nebeltröpfchen spürbar dicker. Für den Regenmantel – der immer noch unbenutzt ganz unten im Rucksack ist – aber noch kein Grund.

An einem Gebirgsbach entlang kürzt der Wanderweg zwischen den Straßenkehren ab. Wir müssen über eine nasse, glitschige und völlig schiefe Brücke. Spannung!

Glitschige Brücke. - Foto: Erich Kimmich

Wir haben es ohne Absturz geschafft. Gaaanz vorsichtig.
Endlich sind wir weit genug heruntergekommen. Viertausender sehen wir noch immer nicht, aber einen Hauch von Sarnersee im Hintergrund. Suchbild-Rätsel sozusagen. Und für dieses Jahr das Tour-Ende.

Blick auf den Sarnersee? - Foto: Erich Kimmich

Schon ist der Weg geteert, wird aber auch immer steiler. Es geht rapide abwärts. Wir gehen zwischen den ersten Doppel-Spycher in Kleinteil. - Foto: Erich KimmichHolzhäusern in den Weiler Kleinteil hinab. Ein alter Holzspeicher stellt sich als Rarität heraus: es ist ein Doppelspycher, der aus dem 17. jahrhundert stammt. Alle einfachen Spycher wurden jeweils von einem einzigen Besitzer benützt, da man den Zugang zu den persönlichen Vorräten nicht für andere öffnen wollte. Dieser Doppelspycher ist das einzige Gebäude dieses Typs im Kanton Obwalden. Die Firstlinie teilt das Gebäude in zwei symmetrisch angeordnete Hälften mit verschiedenen Eigentümern. Jeder Raum dieses Gebäudes ist durch einen separaten Zugang von der jeweiligen Haushälfte her erschlossen.

Hotel Bahnhof GiswilAn der kleinen Kirche vorbei geht es weiter abwärts. Zum Schluss hin tangieren wir das Dörfchen Giswil nur zwischen Kanal und Laui-Fluss entlang. Der Bahnhof liegt ein wenig außerhalb. Und da ist gegenüber auch das Hotel Bahnhof, wo unser restliches Gepäck bereits auf uns wartet. Erstmal noch ein Tässchen heißen Kaffee, dann gehts auch schon weiter: Wir kaufen Fahrkarten, zunächst bis Luzern.

Interregio Golden Pass PanoramicSchon kommt der Interregio der zb (Zentralbahn) per Zahnrad eine steile Schienenstrecke vom Brünigpaß herab und fährt in den Bahnhof ein. Im „Golden Pass Panoramic“ sausen wir los, zunächst am Sarnersee und dann am Vierwaldstätter See vorbei. In Luzern trennen sich unsere Wege.
Mein Heimweg führt weiter nach Zürich und von dort aus über Schaffhausen, Singen und Stuttgart nach Hause. Trans Swiss Trail

  Sörenberg – Glaubenbielen – Giswil: Ca. 17 km Wanderstrecke, angegebene Wanderzeit: 5:15 Std., Aufstiege: 501 hm, Abstiege: 1157 hm

  Hier gehts zur Google-Karte vom sechsten Tag. – GPX-Datei herunterladen (rechte Maus; speichern unter)

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Im Biosphärenreservat Entlebuch

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Trans Swiss TrailAuf dem Trans Swiss Trail unterwegs: Fünfter Wandertag auf der diesjährigen Tour. Heute ist Donnerstag, der 24. September 2009. Das Frühstück im Kemmeribodenbad im hat heute alles Bisherige in den Schatten gestellt: verschiedene Säfte, viel Obst, verschiedenes Gebäck, Käse, Wurst, Eier, Müsli… Die Sonne scheint, das Fleckchen hier ist dem Nebel abhold.

Hotel Kemmeribodenbad. - Foto: Erich KimmichDraußen sehen wir ein Bergpanorama links und rechts des Hochtals. Die heutige Etappe ist kurz, wir genießen also erstmal noch ganz kur-mäßig ein paar Sonnenstrahlen im Liegestuhl. Andere Gäste nehmen ein Sonnenbad in den Liegestühlen oder lesen ein Buch. Der Gepäcktransporteur war bereits da, wir hatten noch unerwartete Hektik…

In der Scheune an der Bushaltestelle ist eine Ausstellung zum Thema „Heu“, die wir kurz anschauen. Eine neblige Wolke hat sich um den Gipfel der Schrattenfluh gewickelt und hält sich eisern daran fest. Die heutige Etappe führt uns zwischen Felswänden und durch ein Hochmoor bis ins Wintersportort Sörenberg. Gegen 11 Uhr brechen wir gemächlich auf – Outdoorsandalen wieder für den Vormittag.

Unter-Hirschwäng-Alm. - Foto: Erich KimmichAuf der anderen Talseite zieht sich der Weg aus dem Emmental heraus. Die Alm Unter-Hirschwäng (1113 m) ist ganz aus Stein und Holz gebaut. Der Fels ist jetzt nicht mehr aus der Nagelfluh-Mischung, sondern fest und schieferkalk-artig. Parallel zum Weg verläuft eine Hochspannungsleitung; nach rechts bietet sich im Gegenlicht ein weiter Blick ins Tal der jungen Emme, die irgendwo nördlich des Augstmatthorns (2137 m) entspringt. Wir überschreiten nun endgültig die Kantonsgrenze, sind ab jetzt im Luzerner Gebiet. Am Wegesrand finden wir wieder viele verschiedene Enziane, an alten Bäumen wachsen Schwammpilze, in einem Brunnen plätschert kühles Gebirgswasser. Bei der Alm Schneebärgli sind wir bereits 1217 m hoch.

Helmut fotografiert Enziane.

Typische kaffebraune Kühe stehen auf dem Weg und den Weiden, eine rostbraun-schwarz-weiß gefleckte Katze streicht uns um die Beine.

Schneeberg. - Foto: Erich Kimmich

Wegschilder. - Foto: Erich KimmichAm Schneeberg auf 1270 Metern bewundern wir das über und über mit Blumen geschmückte Bauernhaus. Da fällt nicht mal die Satellitenschüssel zwischen all den Farben auf. Im Hintergrund strahlen die weißen Felsen der Schrattenfluh. Der Fahrweg steigt weiter bergan, nimmt jetzt noch die Mountainbike-Fernroute Nr. 2 „Panorama-Bike“ und den Radfernweg Nr. 4 „Alpen-Panorama-Route“ mit auf.

An etlichen Ferienhäusern vorbei führt die Straße bis 1316 m Höhe, dann biegt der Wanderweg unverhofft rechts ab. Auf Holzhackschnitzeln laufen wir gefedert über moorigen Boden und sind gegen 13.30 Uhr im Moorgebiet Salwiden auf ca. 1350 m Höhe im Biosphärenreservat Entlebuch angekommen.

Berggasthaus Salwideli. - Foto: Erich Kimmich

Auf der Terrasse des Berggasthauses Salwideli ist ein Platz in der Sonne frei geworden. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und genießen einen schönen Cappuccino. Autotouristen und fit aussehende Radreisende kommen die Treppe zur Terrasse hoch. Ich bin begeistert von dieser Gegend; habe mir einen kleinen Mountainbike-Führer aus der Prospektauslage herausgefischt. Das wäre mal ein toller Aktivurlaub hier…

Schrattenfluh. - Foto: Erich Kimmich

Der Wanderführer schreibt hier: „Den weitgehend intakten Hochmooren verdankt das Entlebuch seine Ernennung zum Unesco-Biosphärenreservat. Hochmoore entstehen in Gebieten, in denen die Niederschlagsmenge größer ist als der Wasserverlust durch Verdunstung und Abflüsse. Dadurch bildet sich mehr Biomasse (Torf), als wieder abgebaut wird. Aber nicht nur die Moore, auch die Karstgebiete, die Flüsse und Bäche, die Art der Landwirtschaft – alles soll bewahrt werden, ohne dass die Region zu einem weltfremden Reservat verkommt.“

Wegtafel Trans Swiss Trail. - Foto: Erich Kimmich

Eine Wegtafel macht uns klar, dass wir morgen Abend etwa die Hälfte des gesamten Trans Swiss Trails hinter und haben werden. Der „Rest“ erwartet uns in den kommenden Jahren.

Berggasthaus Salwideli. - Foto: Erich Kimmich

Wegschilder. - Foto: Erich Kimmich

Später führt der Weg weiter durch große Moorflächen, die lose mit Kiefern bewachsen sind. An einer Kreuzung auf 1370 m nutzen wir eine Sitzbank zum opulenten Picknick am Waldrand mit Aussicht. Doch rasch ziehen Nebelfetzen heran, plötzlich weht ein kalter Wind. Und dann kommt wieder die wärmende Sonne durch.

Salwideli-Hochmoor. - Foto: Erich Kimmich

Vom Salwideli-Moor zieht sich der Weg noch bis 1450 Meter hinauf, schlängelt sich dann zwischen Weiden und Wald an die Talkante heran und führt entlang eines Skilifts im Zickzack steil hinab nach Sörenberg. Hier empfängt uns gleich das Hotel go-in, ein einfaches Quartier, das vermutlich im Winter aus allen Nähten platzen wird. Es ist gegen 16.30 Uhr. Der junge Chef zeigt uns im Nebenhaus unser Zimmer. Auf einer Postkarte wird für ein Schneevelo geworben – sogar als E-Bike. Die Schweiz ist innovativ.

Sörenberg. - Foto: Erich Kimmich

Mit dem einfachen Quartier haben wir kein Problem. Im Gegenteil: eine solche Wanderung über mehrere Tage lenkt den Blick auf das Wesentliche, macht einem klar, wie vieles doch unnütz ist und nicht in  den Rucksack gehört. Gegen Abend sind wir frisch geduscht, draußen ist jetzt dichte Bewölkung, es ist kälter geworden.

Hotel go-in, Sörenberg (unten links)

Wir wollen nun irgendwo in Sörenberg etwas essen. Ein Restaurant hat geschlossen. Beim anderen handelt es sich um das HTMI, das „Hotel and Tourism Management Institute Switzerland„. Und obwohl hier die Hotel-Elite ausgebildet wird finden wir nichts zu Essen. Ist vielleicht zu riskant als Versuchs-Esser? Erst in der Bäckerstube werden wir fündig: Luzerner Pastetchen mit Reis bzw. Spaghetti Bolognese schmecken uns hier ausgezeichnet. Danach hat die sympathische und sehr freundliche Bedienung uns noch ein hausgemachtes Tiramisu – ganz ohne Eier – in Aussicht gestellt, zum Espresso. Das Tiramisu mit den „eingebauten“ Johannisbeeren und Heidelbeeren, schmeckt leicht und gut.

Und das Beste hier: WiFi ist gratis – das ist keineswegs mehr selbstverständlich. Meist erscheint in den Herbergen eine Webseite der Swisscom. Dann heisst es zahlen. Andererseits kann nicht genug gelobt werden, wie die Swisscom jede Felsspalte und jede Alm bestens zum Handyempfang erschlossen hat – ich hatte selten Probleme, ein Mail oder einen Tweet abzusetzen. Egal wo ich war. Nur die Kosten habe ich erst zu Hause in Deutschland realisiert: Wenn sonst für beispielsweise 200 kB Datentransfer in Deutschland etwa 4 Cent anfallen, waren das aus der Schweiz über Swisscom für dieselbe Datenmenge etwa 100 Cent – eine Ver-25-fachung!

Bald sind wir wieder im Quartier, denn Sörenberg wirkte geradezu „ausgestorben“. So bleibt noch Zeit zum Roman lesen…  Trans Swiss Trail

  Kemmeriboden – Sörenberg: Ca. 10,4 km Wanderstrecke, angegebene Wanderzeit: 3:00 Std., Aufstiege: 515 hm, Abstiege: 347 hm

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Wachthubel und Wasserbüffel

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Trans Swiss TrailVierter Wandertag auf der diesjährigen Trans Swiss Trail-Wandertour. Es ist Mittwoch, der 23. September 2009. Eine 7-Stunden-Etappe steht auf dem Plan, darin 500 Höhenmeter Auf- und Abstieg zum Wachthubel (1414 m). Das Wetter ist grau, aber nicht schlecht, als wir um 8.45 Uhr unser Frühstück im Hirschen einnehmen. Verschiedene Schweizer Alpkäse-Sorten – nebenan ist ja die Molkerei – machen gleich Appetit und geben Kraft. Auf dem papierenen Tischset wirbt die Schweizer Milchindustrie („Milch, Lait, Latte“).

Trans Swiss Trail. - Foto: Erich KimmichGleich hinter Eggiwil verlassen wir das Tal der Emme und folgen dem kleinen Geissbach. Einzelne Bauernhöfe im Talgrund sind beeindruckend stattlich. Ich trage heute die Wanderschuhe im Rucksack und teste am Vormittag die Outdoor-Sandalen. Von ca. 745 m bei Heidbüel im Tal der Emme steigen wir gut zwei Stunden lang aufwärts. Beim Steinbödeli trennen wir uns für einen halben Kilometer. Die Strecke auf der Straße erspart mir einen Sandalen-Marsch durch taunasse Wiesen. Auf dem Grat entlang geht es aufwärts und aufwärts.

Emmental. - Foto: Erich Kimmich

Ein wenig kann man schon hinunter in die schmalen Täler schauen und bekommt damit ein Gefühl für die Höhenlage. Schweizer Milchvieh. - Foto: Erich KimmichDie Sonne kämpft sich verbissen durch den Hochnebel. Der Weg hat längst die Fahrstraße verlassen, der Tau in den Almwiesen ist abgetrocknet. Kühe in allen Varianten stehen auf dem Weg und staunen, wer da daher wandert. Beim Hof „Hinter Rämisgummen“ sind wir auf 1235 m Höhe – und an der Grenze zwischen den Kantonen Bern und Luzern – angekommen. Am Pfyffer haben wir gut 1300 Meter erreicht. Noch ist es zu diesig.

Wegschild Rämisgummen. - Foto: Erich Kimmich

Holzvorräte. - Foto: Erich KimmichEin Bauer verspritzt von einem Raupenfahrzeug aus Gülle in die Wiesen. Am Wegesrand stehen auffällig viele, lange, hohe Holzstapel: Energie für kalte Wintertage.
Als wir dann beim Bauernhof Grosshorben das Schild mit dem „Wanderkafi“ lesen, nutzen wir die Gelegenheit für eine entspannte Pause. Über dem oberen Balkon hängen in einer Reihe große und kleinere Kuhglocken, blecherne und schwere gegossene.

Hof Grosshorben. - Foto: Erich Kimmich

Kuhglocken - Foto: Erich Kimmich

Erst kläfft uns der Haushund pflichtgemäß die Ohren voll, dann endlich kommt die Bäuerin und nimmt unsere Bestellung entgegen. Vor der blumengeschmückten Fassade sitzen wir in der nun stärker scheinenden Sonne.

Hof Grosshorben. - Foto: Erich Kimmich

Sie serviert uns eine Riesentasse Kaffee mit Schnaps drin und dick Sahne obenauf. Eine Portion gegen den Durst. Und ein süüüßes Kätzchen lässt sich auf der sonnigen Bank von uns streicheln. Nebenan im kleinen Gärtchen wächst tatsächlich echtes Edelweiß.

Hof Grosshorben. - Foto: Erich Kimmich

Gut eine Stunde lang sitzen wir hier und genießen die Ruhe der Alm – und den Kaffee mit Schuss. Nach 12 Uhr wandern wir weiter. Der Wachthubel ist nicht mehr weit. Pferde stehen hinterm Zaun und schauen neugierig. Nun steigt der schmale Pfad steil bergan. Emmental-Idyll. - Foto: Erich KimmichZahlreiche Lungenenziane blühen am Wegesrand. Schon haben wir einen atemberaubenden Blick ins Ilfis-Tal direkt vor uns. Feuchte Spinnennetze schimmern silbern in der Sonne. Der „Grenzpfad Napfbergland“ läuft nun gemeinsam mit uns zur Spitze des Wachthubel hinauf. Gipfelglück auf 1414 Metern um 13.30 Uhr. Eine Jugendgruppe hat hier oben ein kleines Lagerfeuer entfacht. Leider hängen in der Ferne weißlich-graue Hochnebel, die uns den Blick auf die Viertausender der Berner Alpen versperren. Direkt unter uns liegt ein Dörfchen namens Marbach (im Kanton Luzern). Einige Panoramafotos landen im Apparat.

Panorama: Blick vom Wachthubel ins Ilfis-Tal. - (c) Foto: Erich Kimmich
360-Grad-Panorama (Bitte ins Bild klicken) Quicktime, 3,5 MB

Bli vom Wachthubel (1414 m). - Foto: Erich Kimmich

Gegen 14 Uhr beginnen wir mit dem langen Abstieg nach Schangnau.

Abstieg vom Wachthubel. - Foto: Erich Kimmich

Foto: Erich KimmichÜber die Vordere Flue, dann geht es im Zickzack durch den Wald hinab. Beim Stößli bietet sich ein wundervoller Blick auf Schangnau und dahinter wirft das ausladende Massiv des Hohgant (2200 m) seine Schatten ins Tal der Emme. Vom steilen Abstieg ein wenig erschöpft bewundern wir den imposanten Gasthof zum Löwen – leider heute geschlossen. Ähnlich wie in Langnau ziert hier ein imposanter Holzlöwe die eindrucksvolle Holzfassade des Gasthofs.
Ein Wegweiser weist auf den Verlauf der Radfernwegs Nr. 4 (Alpenpanorama-Route) hin. Schade dass wir nicht einen einzigen der Wasserbüffel sehen, deren Mozzarella das 1000-Einwohner-Dörfchen Schangnau berühmt gemacht hat.

Blick auf Schangnau. - Foto: Erich Kimmich

Bald sind wir an der holzgedeckten Emmebrücke auf 860 m angekommen. Der kleine Rastplatz lädt uns zum Rucksackvesper ein: heute kommt Helmuts Blaufränkischer aus Österreich dran. Pasteten, Schinken und Oliven runden unser Wandermenü ab. Das Plätschern des Flusses wirkt ungemein beruhigend.

Emmenbrücke bei Schangnau. - Foto: Erich Kimmich

Um 16.20 Uhr schultern wir die Rucksäcke: wir müssen ja heute noch bis Kemmeribodenbad kommen.

Emmental. - Foto: Erich Kimmich

Gleich steigt der Weg wieder an und quert einen Seitenbach. Mal lieblich, mal wildromantisch verläuft dte Strecke im Tal der jungen Emme. Auf der Talschulter bei der Buhütte bietet sich ein pompöser Ausblick: Linkerhand zeigen sich die Ausläufer der Schrattenfluh (2068 m) und rechts die dominierenden Felswände des Hohgant. Die Hausfassade mit den sonnengebräunten Holz und dem Blumenschmuck ist umwerfend.

Foto: Erich Kimmich

Nur die Spitzen des Hohgant-Massifs und die Talauen scheinen noch leuchtend in der Abendsonne.
Hohgant. - Foto: Erich Kimmich

Bauernhof mit Schrattenfluh. - Foto: Erich Kimmich

Beim Hof Schwand (956 m) nehmen wir das plakatierte Angebot „Bergkäse zu verkaufen“ gerne an. Ein Pfund Alpkäse wechselt den Besitzer, 17.50 Schweizer Franken kostet das Kilo.

Emmental-Idyll. - Foto: Erich Kimmich

Alphornbläser. - Foto: Erich KimmichEtliche Bergbäche sind noch zu überqueren. Auf einmal hören wir den Klang eines Alphorns. Bald haben wir die Klangquelle entdeckt: Ein Alphornbläser hat vor dem Hotel sein Instrument in Betrieb genommen. Wir haben das Kemmeribodenbad nach insgesamt etwa 22 km erreicht. Rasch nutzen wir die Gelegenheit und setzen uns vor dem eindrucksvollen Gasthof unter die Linden und trinken ein erfrischendes Rivella!

Hotel Kemmeribodenbad. - Foto: Erich KimmichEs ist 18.30 Uhr und wir sind froh, als wir im Zimmer den Rucksack und die Schuhe ausziehen können. Das Hotel Kemmeribodenbad bietet alles für einen geruhsamen Aufenthalt.
Hier trifft man auf eines der vielen Bäder im Emmental. Früher hatten die Leute kein eigenes Bad und sind daher gerne in diese Gemeinschaftsbäder gegangen, um sich zu reinigen, gut zu speisen und das Neueste zu erfahren.

Wir erleben ein perfektes Abendessen: Forellenfilet bzw. Maronisuppe mit Steinpilzen und einer Rahmhaube als Vorspeise – und einem Schuss Zwetschgenschnaps. Dann für Helmut ein Filet vom ‚Schangnauer Säuli‘ an einer Holundersauce serviert mit Safrannudeln und einem Gemüseduo. Mein Hirschbraten an einer Holundersauce mit Rosenkohl, Zwetschgen, Pfifferlingen, Maronen und Rotkohl ist ein ganz besonderer Genuss.

Abendessen im Kemmeribodenbad. - Foto: Erich KimmichNach einer solchen Wanderung sind Appetit und Genuss am intensivsten.
Als Dessert gibt es den Emmenlauf: ein dicker Berg Meringen (gebackener Eischnee) und Schlagsahne. Ich bevorzuge ein hausgemachtes Zwetschgenkompott mit Zimt-Rahm-Glace.

Gegen 22.30 Uhr versende ich einen letzten Tweet. Dieses Hotel ist wirklich sehr empfehlenswert! Trans Swiss Trail

  Eggiwil – Kemmeriboden: Ca. 21,7 km Wanderstrecke, angegebene Wanderzeit: 5:30 Std., Aufstiege: 988 hm, Abstiege: 760 hm

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Auf und Ab durchs Käseland

Urlaub: Trans Swiss Trail, Wandern Ein Kommentar »

Trans Swiss TrailHeute ist Dienstag, der 22. September, der dritte Wandertag dieses Jahr auf dem Trans Swiss Trail. Auf der Lüderenalp ist dichter Nebel. Nix wird es mit der berühmten Alpensicht. Sehr schade! Ein anderes Mal vielleicht… Wir starten nach einem guten Frühstück gegen 10 Uhr hinaus in die kühle Feuchte.

Blick zurück zum Hotel Lüderenalp. - Foto: Erich Kimmich

Die heutige Etappe ist gekennzeichnet durch den tiefen Einschnitt hinab ins Tal der Ilfis, dem größten Zufluss der Emme. Der Weg führt auf einer langgezogenen Bergrippe sanft aber stetig durch abwechslungsreiche Fichten-, Tannen- und Buchenwälder bergab. Bei schönem Wetter könnten wir einen sagenhaften Blick auf die vor uns liegenden Viertausender haben…
Vorbei gehts am Kobelhüttli und am Chüenihüttli und am Oberen Rämis mit ihren herrlichen Bauernhäusern mit den weit ausladenden Dächern.

Am Hohgrat, Richtung Langnau. - Foto: Erich Kimmich

Die scharf eingeschnittenen Seitentäler heißen Rämisgraben, Wüestgraben oder Hullergratgraben. Auf der einen Seiten des Bergrückens fließt der Frittenbach, auf der anderen Seite der Gohlbach. Vorbei am Weiler Egg (1023 m) und dem Hohgrat (942 m) erreichen wir – immer steiler hinunter – das Städtchen Langnau im Emmental. Eigentlich liegt es an einem Seitenfluss der Emme, nämlich an der Ilfis. Etwa sieben Kilometer von der Lüderenalp aus – nach gut drei Stunden Wanderzeit -  sind wir nun „ganz schön heruntergekommen“: von 1175 auf 666 Höhenmeter. Der Nebel hat inzwischen der Sonne Platz gemacht.

Langnau ist das Zentrum des oberen Emmentals. Es hat aber seinen Dorfcharakter bewahrt. Am Bärenplatz – vor dem eindrucksvollen Gasthof Bären – machen wir eine dringend nötige Pause und lassen uns einen guten Kaffee schmecken.

Fassade des Bären-Gasthofs in Langnau. - Foto: Erich Kimmich

Direkt gegenüber ist das stattliche „Chüechlihuus“ aus dem 16. Jahrhundert. Hier wurde früher in einem Café der Kuchen (Chüechli) serviert. Heute ist es ein Heimatmuseum.

Chüechlihuus in Langnau. - Foto: Erich Kimmich

Pause vorm Bären in Langnau. - Foto: Erich Kimmich In einem Eisenwarenladen besorgen wir uns neue Akkus für den Navi, Helmut ersteht eine LED-Taschenlampe, die man durch Drehen an einer Kurbel stets wieder aufladen kann. Durch die belebten Straßen und am Bahnhof vorbei führt der Weg über die Ilfisbrücke, an der Käserei vorbei und gleich neben dem Fluss steil bergan. Vom Nebental der Ilfis werden wir wieder über den Berg ins Tal der Emme wandern.

Nach etwa einer halben Stunde legen wir oberhalb von Langnau an einem Berghügel beim Zwigarten in der warmen Sonne eine Rast ein. In den Rucksäcken schlummern noch immer feine Köstlichkeiten wie Blauschimmelkäse, Merlot-Rotwein, Schafe bei Langnau i.E. - Foto: Erich KimmichSchweine-Enten-Pastete, Oliven und gebratene Hähnchenschlegel und Bananen. Die gefühlte Temperatur liegt bei 35 Grad. Seit 13 Uhr ist der Nebel weg. So macht der Wanderurlaub Spaß!

Im Zickzack steil bergauf geht es weiter, neugierige Schafe beobachten vom Berg herab gespannt die Rucksackwanderer, die da herauf schnaufen. Dann haben wir die Hohwacht auf etwa 1000 Metern erreicht. Hier stand früher der Holzstoß, der bei Gefahr entzündet wurde und mit Rauch und Feuer den Alarm sichtbar machte. Auf dem lindenbestandenen Bergrücken ist der Ausblick aufs Ilfis-Tal, nach Langnau, Bärau, hinüber zur Lüderenalp und dem Ilfis-Tal entlang Richtung Osten eindrucksvoll trotz der diesigen Nebelreste im Hintergrund. Das ist die Gelegenheit für eine Rundum-Aufnahme, um die ganze Landschaft „einzufangen“.

360-Grad-Panorama von der Hohwacht aus (Quicktime, 4 MB)
360-Grad-Panorama (Bitte ins Bild klicken) Quicktime, 4 MB

E gschänkte Tag tuesch hüt erläbe
doch dänk dra, s brucht ou Gottes Säge

Höhenprofil: Lüderenalp - Langnau - Eggiwil

Rechts oberhalb ist das Berggasthaus Hohwacht. Hier führt uns der Weg vorbei noch weiter auf die Höhe. An hohen Holzstößen wandern wir vorbei, kommen am Waldrand hinaus in die Sonne.

Zwischen Ilfis- und Emmental. - Foto: Erich Kimmich

Der Weg ist nun komfortabel eben – auf der Wasserscheide zwischen Emmen- und Ilfis-Tal. Ein Blumengarten mitten in der Weide, rot leuchtende Vogelbeerbäume am Weg kommen wir zur Alm auf dem Hüpfebode (1041 m).

Hegenloch-Tunnel. - Foto: Erich Kimmich

Langsam bergab gehend taucht plötzlich der Hegenloch-Tunnel (1118 m) in der kieselgespickten Nagelfluhwand auf.

Nagelfluh: Hartgebackenes Gesteinskonglomerat. - Foto: Erich Kimmich

Der Tunnel wurde schon 1839/40 durch die Bauern der Umgebung mit altem Bernpulver ausgesprengt. Einen finanziellen Beitrag leistete auch das Inselspital in Bern, das in der Nähe reichen Alpbesitz besass. Neben dem Urnerloch ist der Hegenloch-Tunnel wohl einer der ersten Tunnel der Schweiz.

Einige hundert Meter abwärts stehen wir am Waldrand und genießen einen herrlichen Blick gen Westen; unterhalb liegt der Bauernhof des Vorderen Girsgrat.

Für Großbild klicken - Am Vorderen Girsgrat. - Foto: Erich Kimmich
Für großes Bild bitte ins Foto klicken

Und schon geht es langsam aber sicher abwärts, zum Schluss sind wir entlang des Hellgrabens bis nach Eggiwil auf 738 m abgestiegen. Die Knie sind heiß vom Bremsen. Eindrucksvolle Speicher stehen am Wegesrand, auf allen vier Seiten des Hauses eingefasst mit Brennholzvorräten.

Speicher bei Eggiwil. - Foto: Erich Kimmich

Noch ein Kilometer und wir haben gegen 19 Uhr den Weiler Heidbüel erreicht, wo für uns im Hotel Hirschen ein prima Quartier gebucht ist. Wir sitzen erstmal auf die Terrasse und zischen ein Panaché. Hier tagt der Schweizer Schuhhändlerverband (SSV). Dutzende Jungverkäuferinnen stehen zur Zigarettenpause vor dem Haus. Nebenan ist eine Militäreinrichtung. Und deshalb sitzen zahlreiche Uniformierte mit im Gasthaus. Die Verkäuferinnen werfen abschätzende Blicke auf die jungen Soldaten…

Abendessen im Hirschen in Eggiwil-Heidbüel. - Foto: Erich Kimmich

Nach dem Duschen und Umziehen dann das Abendessen: Es gibt einen Nüssler-Salat, ein herrliches Hirschkotelett mit Rotkraut, Maronen, Rosenkohl und einen prima  eidgenössischen  Rotwein… Und röstfrischen Espresso…  Trans Swiss Trail

  Lüderenalp – Eggiwil: Ca. 21,6 km Wanderstrecke, angegebene Wanderzeit: 5:30 Std., Aufstiege: 682 hm, Abstiege: 1073 hm

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Flyer und der Traumhügel

Urlaub: Trans Swiss Trail Ein Kommentar »

Heute ist Montag, der 21. September, der zweite Wandertag auf dem diesjährigen Abschnitt des Trans Swiss Trails. Ich habe gut und tief geschlafen – kein Wunder nach der Wander(tor)tour gestern. An der linken Ferse bahnt sich schmerzhaft eine üble Blase an. Heute habe ich ein Spezialprogramm geplant: E-Bike fahren und Wandern. Mal sehen wie und ob das geht…

Schweizer Frühstück um 7.30 Uhr im Hotel Krone, Goldbach. Im Frühstücksraum stehen die Stühle auf den Tischen, ein Ölgemälde an der Wand läßt den Volksdichter Jeremias Gotthelf („Die schwarze Spinne“) salbungsvoll herunterblicken, draußen ist dichter weißer Nebel. Auf dem Tisch liegt die aktuelle Zeitung „Der Bund“. Darin steht heute als Kommentar auf Seite 1 zur deutschen Bundestagswahl: „Merkel so gut wie gewählt“. ALDI Suisse bietet Hirsch-/Wildschweinschinken und ein Gourmet-Hirschpfeffer an 😉 und die politische Schweiz streitet über zu teure Kampfjets beim eidgenössischen Militär.
Statt dem gewohnten Brei mit vielen Früchten ist heute beim Frühstück alles im „Bächerli“: Marmelade, Butter. Sogar über Wurst und Käse ist eine Frischhaltefolie gespannt. Der Emmentaler schmeckt lecker. In der Zeitung ist ein interessantes Interview mit dem belgischen Finanzexperten Bernard Lietaer über Komplementärwährungen abgedruckt. Am vergangenen Samstag fanden in Frutigen die 11. Berner Alpkäsemeisterschaften statt: 18 Experten aßen sich 5 Stunden durch 137 Käsesorten 🙂 mnjamm!

Morgendliches Emmental. - Foto: Erich KimmichGegen 8.30 Uhr starte ich. Gut vier Kilometer wandere ich an der Emme entlang durch das stille Tal und die feuchte Nebelschwaden-Luft bis Rüegsauschachen zum Bahnhof. Mit dem Postbus geht es in einer knappen halben Stunde ins nördlich gelegene Huttwil, wo ich einen Besuch bei der Firma BikeTec mache. Hier werden in einem nagelneuen Produktionsgebäude (im Minergiestandard und mit Solarzellen auf dem Dach) die bekannten FLYER-Pedelecs hergestellt. Gut 150 Stück werden täglich produziert und ins Inland, nach Deutschland oder Holland vertrieben.

Das neue Flyer-MTB (S-Serie) - Foto: Erich Kimmich

Erst vor wenigen Tagen fand ein Tag der offenen Tür statt, bei dem gut 18.000 Besucher nach Huttwil kamen. Auch im Bereich des Radtourismus haben sich die Macher des Flyer engagiert: sie entwickelten mit Touristikern zusammen die Herzroute, die auf hügeligen Wegen hier im Herzen der Schweiz verläuft, Akkuwechselstationen natürlich inklusive.

Mit der Bahn geht es dann flink nach Lützelflüh zurück, wo ich die Wandertour regulär fortsetze. Der Trans Swiss Trail verläuft von Lützelflüh aus offenbar seit neuestem dem Tal entlang und nicht mehr hinauf zur Lüderenalp. Swisstrails hat uns dort ein Quartier reserviert. Das Wanderbuch von 2002 führt dort ebenfalls hin, der neue „offizielle Führer“ nicht (mehr). Ich bin schon sehr gespannt auf die legendäre Alpensicht von dort aus.

Holzhaus in Lützelflüh

Lützelflüh ist über die Mittagszeit wie ausgestorben, eindrucksvolle Holzhäuser stehen an der Straße. Ich muss den Weg erst umständlich suchen, er führt unterhalb der Emmenbrücke am Fluss entlang, immer mit einem schönen Blick aufs Dörfchen. Auf dem Damm komme ich prima voran und bald schon bin ich in Ramsei am Bahnhof angelangt. 593 Meter über dem Meer ist es hier. 550 Höhenmeter Anstieg stehen mir nun bevor. Beim Überqueren der Gleise werde ich zurechtgewiesen: ob ich denn das Schild nicht gesehen hätte? Ich hatte es gesehen, aber der Track, den ich aus dem Internet übertragen hatte, der führt genau hier über die Gleise…

Auf dem Ramseiberg. - Foto: Erich Kimmich

Nun geht es auf einem Bauernhauslehrpfad den Ramseiberg hinauf. Die Sonne – noch immer hinter Wolken und Nebelschwaden versteckt – lässt mich nun öfters ihre warmen Strahlen spüren, obwohl der Anstieg allein schon gut einheizt. Am Ramisberg auf 730 Metern lege ich eine Verpflegungspause ein.

Pausen-Ausblick am Ramisberg. - Foto: Erich Kimmich

Heute bin ich in den Outdoorsandalen unterwegs; das geht besser als erwartet, auch bei den steilen Anstiegen. Der Blick reicht ins Tal der Emme hinunter Richtung Süden nach Ranflüh und Lauperswil. Immer weiter steigt der Pfad an, hügelauf, hügelab. Das Dräjerhüsli schaut ins weite Land hinaus. Der Blumen- und Gemüsegarten vor dem Haus ist tiptop gepflegt. Zum typischen Emmentaler Bauernhaus gehören immer auch das „Stöckli“ (Wohnhaus für die Großeltern) und der „Spycher“ (Speicher für Getreide und Wertsachen).
Dräjerhüsli. - Foto: Erich Kimmich

Herbstliche Ebereschen. - Foto: Erich KimmichDie Wegführung ist einzigartig: obwohl die ganze Gegend aus unzähligen Bergkuppen besteht, führt der Weg zügig geradeaus Richtung Osten, gewinnt dabei mehr und mehr an Höhe. Inzwischen sind Nebel und Wolken verschwunden. Auf dem Weg liegen stets unzählige Kieselsteine. Die Hügel und die ganze Gegend bestehen aus diesem Gesteins-Mix namens Nagelfluh, bei dem die Kiesel wie mit Zement zusammengebacken werden.

Klicken für Großbild. Auf dem Weg zur Lüderenalp. - Foto: Erich Kimmich

Auf einer steilen grasbewachsenen Bergkuppe oberhalb des St. Oswald-Hofes steht eine Holzbank. Da komme ich nicht mehr dran vorbei: Eine ausgiebige Pause ist jetzt nötig, es ist etwa 17 Uhr.

Aussicht ins Emmental. - Foto: Erich Kimmich

Auf der Bank steht geschrieben:
Umgä vo stiller Schönheit u Pracht
e Ort zur Bsinnig unes Plätzli zur Rascht

Klicken für Panorama-Ansicht (Quicktime). - Foto: Erich Kimmich
Für Quicktime-Panorama (4 MB) Bild bitte anklicken!
Ich sitze in der Sonne auf diesem 1050 m hohen Hügel im Emmental, die Sonne wärmt, es weht ein kühles Windchen. Kuhglocken bimmeln weit unterhalb, fünf graue Horizonte staffeln sich hintereinander. Und es ist sooo schön hier! Es ist fast wolkenlos, aber zur Fernsicht reicht es dennoch nicht.

Ausblick im Emmental. - Foto: Erich Kimmich

Der Weg zur Lüderenalp hat sich zwischen all den unendlich vielen Hügeln bis hier hoch gearbeitet. Ich genieße Aussicht und Sonne intensiv und starte dann die restlichen sechs Kilometer und hundert Höhenmeter flott durch.

Horizonte. - Foto: Erich Kimmich

Hier oben verlaufen auch einige Mountainbike-Strecken und der Schweizer Fernwanderweg Nr. 3, die „Alpenpanorama-Route“.

Lüderenalp. - Foto: Erich Kimmich

Gegen 18.50 Uhr komme ich auf der Lüderenalp (1.150 m) an. Es ist eine wunderbare Abendstimmung, aber leider fehlt Hotel Lüderenalpdie berühmte Alpensicht, die es auf der Webseite des Hotels zu bestaunen gibt. Wir sind im Nebenhaus untergebracht, ich gehe erstmal unter die Dusche! Aah! Kurz danach trifft auch schon der verspätete Wanderkollege ein. Gemeinsam schmeckt das feine Abendessen mit Wild und Herbstgemüse gleich noch besser. So gehört sich das!
Meine Füße sind erledigt… aber Helmut hat ausgezeichnete Blasenpflaster mitgebracht! Das macht Hoffnung.   Trans Swiss Trail

 

  Lützelflüh-Goldbach – Lüderenalp: Ca. 15,7 km Wanderstrecke, angegebene Wanderzeit: 4:10 Std., Aufstiege: 754 hm, Abstiege: 194 hm

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