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Erichs (B)Logbuch » 2006 » August

Cwm, Newport, Pembrokeshire

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Jutta und Kirsten (das müssen die beiden da oben sein) schicken Grüße aus dem wunderbaren Wales. Anstatt zu radeln, wandern die beiden „lieber, über die hohen Klippen und auf die Berge“.

Eine Woche in Graubünden

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Ein praller Koffer voller Eindrücke ist zusammengekommen. Was wir in einer Woche Urlaub in Flims und Laax (Graubünden / Surselva) alles erlebt haben, schildern die folgenden Tagesnotizen. Türkisblaue Badeseen, wüstenartige Steinlandschaften, Murmeltiere und Schneehühner, Gletscher, Sonne und Regenwetter. Perfekte Landschaftserlebnisse und Kulinarisches…. Viel Spaß!

Diese Bücher kann ich empfehlen:

Surselva - Laax, Flims, Disentis, Valsertal, Andermatt. 50 Touren, Rother Wanderführer     Magisches Graubünden. Wanderungen zu Orten der Kraft     Sehenswertes in Graubünden: Sehenswürdigkeiten, topografische Karten und ausgesuchte Hotels

Cauma, Conn, Rinaulta, Cresta

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Freitag: Heute ist das Wetter unerwartet gut! Wer hätte das nach dem gestrigen Regentag gedacht! Wir machen uns von Flims aus auf zum Baden an den Cauma-See. Mit der Schrägseilbahn geht es hinunter. Das herrliche türkisfarbene Wasser begeistert wieder.


Die faszinierenden Bergseen sind die Wahrzeichen der Alpenarena. Silberne Weiden säumen das Ufer des türkisfarbenen Caumasees, dahinter steigt ein mächtiger Tannenwald empor. In einem Märchen wird der See als flüssiger Edelstein bezeichnet: Hier spiegelt sich das Blau der Saphire und Aquamarine, das Grün der Smaragde, und wenn den See die Brise kräuselt, so tanzen Tausende von Diamanten obenauf. Der Caumasee wird von unterirdischen Quellen gespeist.

Nur wenige Leute haben sich am Ufer oder im Café eingefunden. Ich bin natürlich gleich badefertig und im Wasser und schwimme bis zur Insel mit dem Sprungbrett. Ganz schön kalt!! Aber herrlich frisch und farblich eine echte Wucht! Ausruhen auf der Insel und zurückgeschwommen.
Wir gehen am See entlang, aufwärts durch herrlichen Tannenwald und erreichen bald den ersten Aussichtspunkt, wo man in die Rheinschlucht hinunterschauen kann. Ganz unten fährt ein rot-weißes Züglein der Rhätischen Bahn durchs Tal, die erodierten Kalkfelsen, ganz ohen Bewuchs, sehen bizarr aus. Fast wie die Kreidefelsen auf Rügen?


Die einmalige, terrassenförmige Lage von Flims verdanken wir einer Naturkatastrophe, geschehen vor etwa 10.000 Jahren am Ende der Eiszeit mit dem prähistorischen Flimser Bergsturz. Er riß 15.000 Millionen Kubikmeter Kalkfels vom Flimserstein in die Tiefe und schüttete den Rhein zu. Er staute diesen, so dass in der Ebene von Ilanz ein See entstand, mit einer Stauung bis über Tavanasa hinaus. Ebenfalls den natürlichen Kräften der Natur ist es zuzuschreiben, dass sich in der Folge der Sees einen eigenen Abfluss schuf. So kann man heute die einzigartige Rheinschlucht (von den Einheimischen liebevoll „Little Swiss Grand Canyon“ genannt) mit ihren weissen, steilen und bizarren Kalkwänden und dem sich windenden Fluss bewundern. Die beiden Bäche Flims und Ual de Mulin (Laaxerbach) suchten sich einen neuen Weg durch das Steingewirr und es entstanden mit der Zeit auch die herrlichen Waldseen Prau Pulté, Tuleritg, Cauma und Cresta. Der Flimser Bergsturz ist der gewaltigste aller bis jetzt bekannten Bergstürze in Europa. Seine Oberfläche beträgt 52 Quadratkilometer.

Auf der Alm Conn ist ein herrlich gelegenes Gasthaus mit einer perfekten Speise- und umfangreichen Weinkarte. Ein Platz an der Sonne ist noch frei. Und also vergnügen wir uns mit würzigem Bergkäse, einer Büdner Gerstensuppe, Spaghetti Conn (mit Pilzen und Käse, siehe Bild), einem tollen Salatteller und Kartoffel-Ravioli.

Zu den Birnen-Ravioli hat es leider nicht mehr gereicht… Noch ein „Kaffee fertig“ und perfekt ist der Genuß! Hier muss man wieder mal hin! (Nicht weiter sagen, soll ja ein Geheimtipp bleiben!).

Wir gehen noch ein paar Schritte Richtung Rheinschlucht bis zur neu eröffneten spektakulären Aussichtsplattform „Mauersegler“ (entworfen von Corinna Menn) und genießen den atemberaubenden Blick hinunter in die u-förmige Schlucht, hören das Tosen des Wassers und fühlen uns ganz klein angesichts dieser gewaltigen Naturkulisse.

Eine Pferdekutsche kommt vorbei: gehfaule Genießer haben es hier einfach. Jana und Brigitte gehen zurück zum Cauma-See zum Tretbootfahren und Baden. Mein Weg führt weiter zum Cresta-See, der nun wieder in einer ganz anderen Farbe aufwartet: eher moorig-dunkel im Vergleich zum Cauma-See.

Auch hier ist natürlich ein erfrischendes Bad angesagt, Kinder spielen im Gras, die Sopnne lacht. Zwischen Flims und Trin erstreckt sich die Felsbachschlucht. Das Wasser schlängelt sich in dem in Jahrtausenden geschaffenen Bachbett zu Tal. Bald sind es tosende enge Kessel, bald enge Kanäle mit bizarren Verwaschungen.Zügig gehe ich hinauf in Richtung Flims.
Noch einige Besorgungen in den Läden und ich bin gegen 17 Uhr wieder im Quartier zurück.
Den Abend beschließen wir mit einem feinen Fischessen im Restaurant und dem obligatorischen Saunagang. Und schon ist diese intensive Bergwoche zu Ende – am Samstag früh düsen wir nach Hause, natürlich nicht ohne einen Ess- und Badestopp in Markelfingen. Schön wars! Ausgezeichnet!

Bei den Gletschermühlen und im Reich der Murmeltiere

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Donnerstag: Was sind denn Gletschermühlen?
Für den Nachmittag hat die Wettervorhersage bereits wieder schlechtes Wetter angesagt. Während die Lauterbacher eine Rundfahrt mit dem Auto unternehmen, möchte ich so zügig wie möglich hinaufsteigen zu den „Gletschermühlen“ oberhalb der Alp Mora.
Da bietet es sich an, das kostenlos verkehrende Postauto der „AlpenArena“ zu benutzen, der von Flims (1059 m) aus die Besucher bis hinauf an den Rand des Hochtals von Bargis (1549 m) bringt. Leider habe ich nicht beachtet, dass die ind en grau hinterlegten Spalten aufgeführten Busse schon seit dem 20. August nicht mehr verkehren. Also heisst es an der Haltestelle warten. Schon bald kommt das nächste reguläre Postauto. Gegen 11.35 Uhr steige ich mit vielen anderen Wanderern in Bargis aus. Mein Weg zur Lavandignas-Alm zweigt gleich nach der kleinen Brücke rechts ab und verlässt steil ansteigend das Hochtal. Keiner der Wanderer folgt mir in diese Richtung.


Blick vom Felsenweg auf das Hochtal von Bargis, hinten Flims

Ich komme gut voran, auf der Alm werde ich mit wildem Hundegebell empfangen, die Sennerin wäscht Milchkannen aus. Ich ziehe vorbei, jetzt in felsigeres Gebiet kommend. Da pfeift es direkt vor mir mehrfach laut und schrill. Bevor ich noch die Kamera angeschaltet habe, sind eine Handvoll Murmeltiere hüpfend und schwanzschlagend in ihren Löchern verschwunden. Das pfeifende Leittier steht noch hoch erhoben da und verschwindet dann auch. Erst langsam bekomme ich den Blick auf die zahlreichen Löcher, die es hier neben Steinen oder mitten in der Wiese gibt: alles Gänge und Fluchtwege der Murmeltiere.

Die wahren Dimensionen der Gangsysteme kann man sich kaum vorstellen, sie bestehen aus Fluchtröhren und separatem Dauerbau. Oftmals ist es schwierig, diese zu unterscheiden, da nicht jeder Bau fertiggestellt und genutzt wird, sowie auch tote Gänge als \“Toiletten\“ vorhanden sind. Die Gänge können eine Länge von 10 bis 70 m haben; der bisher gemessene Rekord war ein Tunnel von 113 m Länge. Im Winter halten Murmeltiere einen ausgedehnten Winterschlaf, der zwischen sechs und sieben, aber auch bis neun Monate dauern kann. Der Schlafkessel wird dafür mit weichem Gras ausgepolstert, in welchem sich die Tiere zusammenrollen. Für diese lange Ruhezeit fressen sie sich während der kurzen Sommermonate große Fettreserven an. Am Tage verlassen die Murmeltiere ihre Baue. Sie sind vorwiegend am Boden aktiv und können kaum klettern. Ihre Nahrung sind Gräser und Kräuter, seltener Früchte, Samen und Insekten.

Alpenmurmeltiere leben in Kolonien, die aus einem dominanten Paar sowie deren jugendlichen und jungen Verwandten bestehen. Murmeltiere begrüßen sich, indem sie die Nasen aneinander reiben und die Köpfe zusammenstecken. Nach etwa zwei Jahren verlassen die dann ausgewachsenen Murmeltiere die Kolonie; danach können sie versuchen, die Führung einer fremden Kolonie zu gewinnen. Sie können bis zu 15 Jahre alt werden und verständigen sich untereinander durch Pfeiftöne, die leicht mit Vogelstimmen verwechselt werden können. Die Pfiffe werden auch zur Ankündigung von Gefahr ausgestoßen, wobei je nach sozialem Rang des Rufers Flucht bis Reaktionslosigkeit die Folge sind.
Große Baue entstehen über Generationen, da Murmeltiere sehr standorttreue Tiere sind. Murmeltiere verbringen nur 10 % ihrer Lebenszeit über der Erde.

Noch mehrfach höre ich die Pfeifrufe und sehe die Tiere auf Distanz mich beobachten. Es scheint als ob ich gegen den Wind daher komme und deshalb immer wieder auf überraschte Murmeltiere stoße. Später- weiter oben im felsigen Bereich – sehe ich eine Gemse gegenüber am Hang. Der schmale Felsweg ist auch als Mountainbikestrecke ausgeschildert. Na prima, mal eine einzige Sekunde nicht aufgepasst und du fliegst samt Bike im freien Fall ein paar hundert Meter den Fels hinunter…

Je weiter ich nach Osten vorstoße, desto besser wird die Sicht. Aus etwa 2.100 Meter Höhe sehe ich jetzt am Felsgrat des Flimsersteins vorbei auf Flims, den Cresta- und den Caumasee und hinten sogar ansatzweise die Rheinschlucht. Hinterm Berg oben höre ich immer wieder dumpfes Gewittergrollen; dunkelgraue Wolken ziehen heran. Noch eine verlassene Alm, noch ein Wegweiser, nochmals etliche Kehren hinauf. Ein riesiger Schwarm Bergdohlen kreist über einer Stelle am Hang, viele Tiere haben sich im Gras nieder gelassen. Nun scheuche ich sie durch mein Auftauchen hoch – Hitchcocks „Die Vögel“ geht mir durch den Kopf. Noch ein Wegweiser, es ist mittlerweile schon 14.30 Uhr; ich habe noch nicht mal eine Pause gemacht. Nun führt ein unscheinbarer Pfad durch die Almwiesen und endlich sehe ich die Gletschermühlen vor mir, die ersten Regentröpfchen fallen schon.


Gletschermühlen

Bei schönem Wetter wäre das jetzt die beste Abkühlung gewesen… aber leider hab ichs heute nicht gut erwischt. Ich schaue mir alle Trichterlöcher genau an, bin begeistert über die Formen und Gesteinsfarben und mache mich nach einer halben Stunde auf den Rückweg.

Gletscher verändern die Landschaft

Mit seinem enormen Gewicht schleift der Gletscher den felsigen Untergrund. Und da am Gletscherboden viele Steine angefroren sind, wirkt dieser Belag wie „Schmirgelpapier“. Die Kratzer und Schrammen auf der Oberfläche nennt man Gletscherschliff. Durch das Schmelzwasser, das durch die Gletscherspalten eindringt und dem felsigen Untergrund zuströmt, entstehen die berühmten Gletschermühlen. Aus dem hohen Druck resultieren Fliessgeschwindigkeiten bis zu 200 Stundenkilometer.
Die Gletschermühlen auf der Alp Mora oberhalb von Trin sind im Laufe von hunderten von Jahren entstanden. Der Maliensbach dreht dabei große Steine, Sand und Kies immer am gleichen Ort um die eigene Achse. Diese dauernde Reibung des Gesteins im Fels hat dabei diese eigenartigen Wannen entstehen lassen. Auch wenn der Maliensbach kein Wasser führt, sind die Gletschermühlen immer mit Wasser gefüllt. Wenn es auf der Alp Mora im Sommer richtig warm und schön ist, kann man in diesen Gletschermühlen im glasklaren Wasser baden. Ein Riesenspaß auch für Kinder, denn jede Gletschermühle ist in Form, Aussehen und Tiefe anders gestaltet.

Als dann massiver Regenfall einsetzt und dichte Nebelschwaden aufkommen, kehre ich von meinem Aufwärtsweg um und gehe auf dem breiteren Fahrweg hinunter Richtung Trin. Das ist zwar nicht meine beabsichtigte Strecke gewesen, aber bei dem Nebel wesentlich sicherer. So bin ich gute zwei Stunden nur mit Abwärtsgehen beschäftigt, im Regenmantel und mit Schirm. Ganz „gerädert“ erreiche ich Trin. Kaufe mir ein Postauto-Billet („100 Jahre Postauto 1906 – 2006“) und noch ein paar Lebensmittel bei Volg ein und bin gegen 18 Uhr im Quartier.
Puh! Und das alles wegen ein paar Löchern im Gestein…
Aber jetzt weiß ich endlich, wie Gletschermühlen aussehen!

  • Das Schweizer Postauto feiert 2006 sein hundertjähriges Jubiläum: gelb wie eh und je, erfolgreich wie nie zuvor. Was 1906 mit einer Linie begann, ist heute ein nationales Transportunternehmen mit knapp achthundert Verbindungen und jährlich über hundert Millionen Fahrgästen. Das Postauto steht für Zuverlässigkeit, die gelbe Farbe und den Tü-Ta-Do-Dreiklang.
    www.Postauto.ch

BergWelt, BlumenWelt, Gletscher, Sonne

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Mittwoch: Wettermäßig soll heute der schönste Tag der Woche sein. Wir fahren gegen 10 Uhr von der Talstation mit dem 3-fach-Sessellift hinauf nach Foppa. Direkt weiter geht es im 4er-Lift weiter hinauf zur Station Naraus. Hier hängen noch einige Wolkenfetzen wie Nebelfelder am Berg. Die dritte Etappe geht von Naraus mit der Seilbahn weiter hinauf bis zur Bergstation Cassons in 2.634 Meter Höhe. Der Blick ist gut, aber in den Berggipfeln halten sich noch verbreitet Wolkenfelder fest. Die ersten Paraglider haben sich schon in die Lüfte erhoben. Wir sind fasziniert von dem ungeheuerlichen Breitwand-Panorama.
Die stellenweise heute noch kahlen Kalkflächen westlich des markanten Flimsersteins stellen die Abrissfläche des Flimser Bergsturzes dar. Auf dem Cassonsgrat befindet sich auch ein Alpiner Lehrpfad, der über Fauna, Flora und Geologie informiert.

Quer über die Bergspitzen zieht sich eine markante Linie, wie vom Lineal gezogen. Es ist die Überschiebungsfläche der Glarner Schubmassen. Die haben sich vor 25 bis 10 Millionen Jahren ältere Gesteine über den jüngeren Lochseitenkalk geschoben und ihn dabei stark zertrümmert.

Nach einer Weile trennen sich unsere Wege: Ich beschließe, in Richtung des Sengnes-Gletschers zu wandern und einen Abstecher hinauf zum berühmten Martinsloch zu machen.

Hier wieder die Kurzfassung meiner Wegstrecke: 214 – 213 – 215 – 216 – 217 – 218 – 209 – 211 – 210 – 204 – 202 – 200

Zunächst steuere ich den Fuß des Gletschers an. Die Wege ziehen sich länger als erwartet, da hilft auch die 25.000er-Karte nicht weiter, auf der es ansonsten recht rasch geht. Aber in der Steinwüste werden die schmalen Pfade immer schwieriger begehbar. Ich steigere mein Gehtempo, muss mich höllisch konzentrieren, um nicht zu stolpern. Wie ein innerer Film läuft die Gehkoordination ab: vorne kommen immer neue Wegbilder hinzu, die Beine setzen die Erkenntnisse durch gezieltes Auftreten um. Schon ein einziger Fehler kann böse Folgen haben. Aber „ein guter Stolperer fällt nicht“, wie es so schön heißt.

Immer wieder ziehen die dichten Blütenteppiche meine Aufmerksamkeit auf sich: die Farben sind stark und beeindruckend. Vom chagall-blau der Glockenblumen und Enziane bis zum Sonnengelb der Hauswurz, der Arnika und der Habichtskräuter.

Nach etwa einem Kilometer steht der Anstieg zum Pass dil Segnas (2627 m) bevor. Deutlich ist der Gesteinsunterschied festzustellen: Schiefrig-bröselige Täfelchen liegen wie verstreut in Mengen umher, rutschen, wenn man sie betritt, glänzen braun, manchmal auch silbrig in der Sonne. Interessant ist hier der geologische Hintergrund. So haben sich vor 10-25 Millionen Jahren ältere Gesteine über jüngere geschoben. Die sogenannte Überschiebungsfläche ist quer über etliche Bergmassive deutlich wie eine Schnittkante zu sehen.

Das Martinsloch – gleich neben dem Segnas-Paß ist ein Naturdenkmal von nationaler Bedeutung. Zweimal im Jahr, am 12. März und am 1. Oktober, scheint die Sonne genau durch das 19 Meter große Felsloch auf den Kirchturm von Elm (GL). Aber auch an den übrigen Tagen ist das Martinsloch ein lohnendes Wanderziel.

Nun kommt innerhalb kurzer Zeit ein 150 m starker Anstieg, der teilweise durch Eisenketten und Trittbügel gesichert ist. Mir graust es vor dem Abstieg. Ein kurzer Aufenthalt auf dem Pass, ein herrlicher Ausblick nach Nordwesten und ein wahnsinniger Tiefblick auf kleine Streusiedlungen hinunter belohnen die Mühe des Aufstiegs.
Wider Erwarten einfach gestaltet sich der Abstieg; ich überhole gleich die zwei Bergwanderer, die mit mir gestartet sind und beeile mich, die lange Strecke durch den oberen Segnesboden in Angriff zu nehmen. Der Abstand zu den beiden Wanderern vergrößert sich kontinuierlich. Bei den Alpinen Schnellwander-Meisterschaften wäre ich zwar auf den mittleren Plätzen gelandet, aber heute ist wohl kaum jemand schneller unterwegs als ich.

Die beiden Hochebenen, der obere und der untere Segnesboden, sind einerseits Gletschervorfeld und andererseits eine große Schwemmfläche, die sich durch die ständig wechselnden Wasserläufe, zahlreiche kleine Seen sowie diverse Vermoorungen auszeichnet. Der Blick auf die unzähligen mäandrierenden Bachläufe im weiten, flachen Talboden erinnert mich wieder an Island. Ich sehe Wollgräser, Türkenbund und Eisenhut und einen enorm starken Wasserfall an der Seitenwand des U-förmigen ehemaligen Gletschertals bevor ich endlich die Segnes-Hütte auf 2.100 Metern erreiche. Endlich eine menschliche Behausung, endlich was zu essen: ein Apfelstrudel mit Sahne kommt da grade recht und dazu ein großes Glas Thymiansirup.

Der sonnige Blick ins Tal hinunter auf Flims und Waldhaus ist die reine Freude. Nur der Abstieg von der Hütte übertrifft an Steilheit alles was ich schon hinter mir hatte. Die Knie beginnen heftig zu schmerzen vom „bremsen“. Ich entschließe mich deshalb, den Querweg nach Naraus zu nehmen und ein Stück des Abstiegs mit der Gondelbahn zu machen. Grade noch rechtzeitig vor der letzten Abfahrt erreiche ich die Station und gleite hinunter nach Foppa.


Mit dem Trottinett unterwegs – fürs Foto sogar bergauf

Dort habe ich morgens schon die blauen Trottinetten gesehen. Das sind fahrradartige Roller mit einem Sattel und zwei guten Bremsen. Wie der Wind geht es auf geteerter Strecke hinab nach Flims – einfach rollen lassen!! Prima. Trottinette und Helm an der Talstation wieder abgegeben, zurück ins Quartier.
Essen, Sauna, entspannen…

Kubische Erlebnisse im Verwöhn-Bad

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Valser Quarzit, Wasser, sinnliches Erlebnis

Dienstag: Wir haben für die Therme in Vals per Internet zwei Eintrittskarten reserviert. Ich bin gespannt auf das „architektonische Thermalbad“. Der Weg zieht sich über Ilanz das Tal hinauf, immer enger und steiler werden die Talflanken, bevor sie sich wieder weit und sonnig auf Vals (sprich Fals) hin öffnen. Das ist ein schönes Dörfchen! Abgeschieden, sonnig, ruhig und urig-echt.

Vals und die Walser
Vals (1000 Einwohner) ist mit 153 Quadratkilometer flächenmäßig eine der größten Gemeinden des Kantons Graubünden. Vals befindet sich in einem Seitental des Bündner Oberlands (Surselva) und grenzt im Süden an den Kanton Tessin. Knapp die Hälfte der Fläche besteht aus Wiesland und Alpweiden, der Bergwald bedeckt 8 % des Tals und der Rest ist Fels und Eis. Der Tourismus ist das volkswirtschaftliche Rückgrat der Gemeinde. 2/3 des Volkseinkommens stammt direkt oder indirekt aus diesem Wirtschaftszweig. Valser Quarzit wird in Vals seit hunderten von Jahren abgebaut. Anfänglich verwendeten die Valser die Steinplatten als Deckmaterial für die Dächer (heute Bauvorschrift). Heute wird das Gestein in gefräster und geschliffener Form auch für den Innenausbau verwendet.
Auf dem Gemeindegebiet liegen 14 Alpen und 50 Berggipfel. Das Dorf am Valserrhein liegt auf 1252 m ü. M. Im 11. und 12. Jahrhundert wurde das Tal extensiv genutzt von den Romanen. Nach 1300 wanderten deutschsprachige Walliser (Walser) ein. 1457 wurde von den Romanen der unteren Talschaft ein Abwehrgesetz gegen die Expansion der Walser erlassen: ein Heiratsverbot. Nach Eröffnung der Fahrstrasse von Ilanz her (1879) orientierte man sich nach Norden um. 1893 wurde die Kur- und Badeanstalt Therme eröffnet. Und seit 1961 vertreibt man das inzwischen weithin bekannte Valserwasser.
Therme Vals. - © Foto: Erich Kimmich
Felsentherme Vals

Badelandschaft zeitloser Eleganz
Die Gemeinde Vals kaufte 1983 die Therme mit Hotels. 1986 wurde dem Architekten Peter Zumthor aus Haldenstein der Auftrag erteilt, ein neues Bad zu bauen, das 1996 eröffnet werden konnte. Das in den Hang gebaute Thermalbad erreicht man unterirdisch vom daneben stehenden Hotel Therme aus. Der aus einheimischem Quarzit erstellte Bau steht da, wo die einzige Therme Graubündens aus dem Boden kommt. Das Werk ist von zeitloser Qualität und schlichter Eleganz. Von aussen betrachtet erscheint das Gebäude als Ganzes wie ein grosser, durchlöcherter Stein. Präzise geschnitten dort, wo dieser mächtige „Steinquader“ aus der Hangkante herausragt, wird die angeschnittene Struktur des Steines zur Fassade. Schon zwei Jahre später ist die Therme bereits unter Denkmalschutz gestellt worden.
Die Therme ist ein rechteckiger Baukörper mit geschichteten Wänden aus Steinplatten, aus Valser Quarzit, der zwei Kilometer von der Therme entfernt gewonnen wurde. 60.000 Steinplatten Valser Quarzit wurden dafür verwendet. Die Frästoleranz beträgt nur 1 mm, die Fugen sind etwa 2 mm breit, die Steinplatten sind zwischen 12-30 cm breit und bis zu 3,20 Meter lang. Der Valser Quarzit wird in der Therme in allen Bearbeitungsmöglichkeiten gezeigt: gespalten, gefräst, gesägt, geschliffen, gestockt, poliert, gebrochen, aber immer in absoluter Präzision gehalten. Einzelne Werkstücke (Boden und Decken in der Quellgrotte) haben ein Gewicht von über 4 Tonnen.
Die Bilder der Therme Vals gingen um die Welt: „Eine Lektion in Sachen Mut und Ästhetik“, „eine einzigartig archaische Bade- und Therapielandschaft voll stiller Sinnlichkeit“, „ein Bad, wie es die Welt noch nie gesehen hat“.

Felsentherme Vals. - © Foto: Erich Kimmich

Die Therme, die von außen wie eine zu groß geratene Schuhschachtel aussieht, ist innen dunkel wie ein Keller. Sogar die Umkleiden sind ganz in schwarz gehalten, alle Räume strahlen die Aura der Gesteinsschichten aus, alle Geräusche steigern sich im Widerhall der hohen Wände, schmale Lichtschlitze lassen strichförmig Helligkeitsstreifen einfallen. Die Architektur der Steine besinnt sich zurück auf das ursprüngliche Erlebnis des Badens: den Kontakt des Körpers mit dem Stein und dem warmen Wasser; auf Düfte und Klänge, das Rituelle des Badens. Im Spiel des Lichts umgibt eine Aura mystischer Tiefe die geheimnisvollen Räume. Alles dient den Sinnen.

Die einzige Thermalquelle Graubündens enthält Kalzium, Sulfat, Hydrogen, Karbonat und Eisen. Sie liefert 32 Grad warmes Wasser. Die Therme bietet trotz ihrer anscheinenden Schlichtheit eine ganze Menge: Schwitzkammern 42°, das große kreuzförmige Innenbad 32°, ein Aussenbad, das im Winter 36° und im Sommer 32° warmes Wasser bietet, ein Grottenbad 35°, in dem eine Besucherin leise summt und singt und dem Echo der Töne lauscht, ein Feuerbad mit 42°, gegenüber ein Kaltbad mit 14°, ein duftendes Blütenbad (33°), in dem sich die Blütenblätter gleichmäßig im Wasser verteilen, einige Ruheräume, ein Trinkstein und ein Klangraum mit Steinmusik (die man auch als CD kaufen kann). Überall gluckert und plätschert es – Echo der Wassergeräusche, vermischt mit dem Murmeln der Besucher.
Wenn man den Prospekt anschaut, erfährt man von den vielfältigen Wellnessangeboten: von der klassischen Massage über Aromaölbehandlungen, hawaiianischer Massage, Wassermassagen, Peelings und Thalasso reicht das breite Angebot. Immer auf der Suche nach neuen angenehmen Körpererfahrungen wird eine Vierhandmassage angeboten: vier Hände massieren gleichzeitig ihren Körper, ätherische Öle besänftigen. Bergsicht im Massagebad mit Algen und Essenzen. Nach der Behandlung dann ein entspannender Kräutertee auf der Lederliege, vor dem großen Fenster mit Sicht auf die gegenüberliegende Talseite, mit den kleinen, in der Landschaft verstreuten Ställen.

Felsentherme Vals. - © Foto: Erich Kimmich
Blick von außen in den Badebereich

Peter Zumthor
Lassen wir hier den Architekten sprechen:
„Berg, Stein, Wasser – Bauen im Stein, Bauen mit Stein, in den Berg hineinbauen, aus dem Berg herausbauen, im Berg drinnen sein -, wie lassen sich die Bedeutungen und die Sinnlichkeit, die in der Verbindung dieser Wörter steckt, architektonisch interpretieren, in Architektur umsetzen? Entlang diesen Fragestellungen haben wir das Bauwerk entworfen, hat es Schritt für Schritt Gestalt angenommen.

In der Art eines rechtwinklig ausgelegten Höhlensystems mäandert ein zusammenhängender Innenraum durch die aus großen freistehenden Steinblöcken bestehende Grundstruktur des Bades. Dieses Raumkontinuum entwickelt sich von intimen und abgedunkelten Raumpassagen auf der Bergseite, durch die man das Bad betritt, zu immer größer werdenden Hohlräumen, die nach vorne ans Tageslicht und zur Aussicht führen. Der Außenraum dringt hier in das Gebäude ein. Die großartige Landschaft des gegenüberliegenden Talhanges, architektonisch gerahmt in riesigen Bildern, strömt ins Innere.

Die Steinplatten und der Beton der Wände sind miteinander verzahnt und vergossen und bilden so eine statisch wirksame tragende Konstruktion, ein Verbundmauerwerk. Diese Wandkonstruktion wurde, inspiriert von älteren Stützmauern an Bergstraßen, speziell für das Gebäude entwickelt. Steinplattenverkleidungen gibt es im ganzen Gebäude keine.

Man sieht es gut an den Übergängen vom Boden zur Wand oder von der Wand zur Decke: Schicht lagert über Schicht. Auch die Öffnungen und Fugen für die Wasserabdichtung der Becken und Böden, die Beckenüberläufe, die Reinigungsabläufe, die Zu- und Abluftöffnungen, die Wärmedämmung, das Liniennetz der Bewegungsfugen des Bauwerkes sind dem monolithisch-homogenen Eindruck der Gesamtstruktur zuliebe so ausgelegt, dass sie entweder aufgehen im Muster der Schichtung und Fügung der Steinmasse (Wasserüberläufe, Putzrinnen, vertikale Bewegungsfugen usw.) oder in die Massen der Wände und Decken integriert werden konnten (Abdichtungen, Wärmedämmung, horizontale Bewegungsfugen usw.).

So war nach Abschluss der Rohbauarbeiten das Gebäude eigentlich schon fast fertig und zeigt auch das fertige Bad nur wenige zusätzliche Details, die sich direkt aus ihrer Funktion erklären, wie die aus der Masse des Steinbodens herausgearbeiteten Wasserrinnen, die wie Schmuckstücke bewusst gesetzten Armaturen der Handläufe und Haltestangen aus Bronze oder die das Mauerwerk durchstoßenden Messingrohre, aus denen das natürliche oder aufbereitete Thermalwasser in die verschiedenen Becken und Rinnen fließt.“

Felsentherme Vals. - © Foto: Erich Kimmich

Später, das Baden und Genießen hat uns hungrig werden lassen, gehen wir im Ortszentrum in einen Gasthof, sitzen draußen in der Sonne zwischen den sonnengebräunten Holzfassaden und genießen Bündner Gerstensuppe und das herrliche Pitzokel („Gnocchi“ mit Zwiebeln und Bündner Bergkäse überbacken). Nebenan im Sennereiladen gibt es 30 Sorten Joghurt, einen ausgezeichneten Bergkäse von den verschiedenen Almen und frische Milch. Die Milch für das Valser Joghurt kommt von der Alp Leis aus 2000 bis 2500 m Höhe und gelangt mit der Pipeline in die Dorfsennerei. Man kann sogar eine Kuh leasen. (siehe unter „Kuhleasing„).

Zurück in Flims wagen wir uns noch auf einen Nachmittagsspaziergang hinauf zur Runca-Alm und wieder zurück. Ein gemeinsames Abendessen im Appartment schließt diesen erlebnisreichen Tag ab.