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Erichs (B)Logbuch » 2006 » Oktober

Klimaschutz per Rad: Sieben Millionen könnten umsteigen

Fahrrad Ein Kommentar »

Rund sieben Millionen Menschen könnten ihren Arbeitsweg statt mit dem Auto per Rad zurück legen. Sie müssten dabei nicht weiter als zehn Kilometer radeln, und selbst wer dafür ein neues Fahrrad anschaffen muss, profitiert von günstigen Preisen.

Der Umstieg aufs Rad sei vor allem eine Frage der persönlichen Einstellung und von Gewohnheiten. „Deshalb brauchen wir bessere Anreizmodelle“, so Karsten Hübener, Bundesvorsitzender des ADFC. Basis sei dafür der Nationale Radverkehrsplan, den das Bundesverkehrsministerium koordiniert. „Der Plan kann aber deutlich mehr Schlagkraft entwickeln, wenn die Ministerien Gesundheit, Wirtschaft, Umwelt und Finanzen ebenfalls Anreize schaffen, öfter auf das Rad umzusteigen“, fordert Hübener. Wobei es längst geeignete Anreizmodelle gibt: Vom Steuervorteil für Dienstfahrräder, über den günstigeren Mehrwertsteuersatz bei Fahrradreparaturen bis hin zur Vermarktung eines Nationalen Radroutennetzes für in- und ausländische Freizeit- oder Reiseradler.

Der ADFC hat 2006 gemeinsam mit der Gesundheitskasse AOK seinen Beitrag geleistet und rund 125.000 Menschen dazu gebracht, „Mit dem Rad zur Arbeit“ zu fahren. Radelfreudige Kollegen motivieren sich bei dieser Kampagne gegenseitig zum Mitmachen, deshalb gewinnt die Aktion jährlich immer mehr Teilnehmer, die bisher nicht radelten.

Karsten Hübener ruht sich darauf allerdings nicht aus. Innerhalb der letzten zehn Jahre ist die Menge des motorisierten Individualverkehrs um acht Prozent gestiegen. „Wenn wir bei den CO2-Emissionen wirklich etwas ändern wollen“, so Hübener, „müssen wir in den Städten ansetzen: Hier leben rund 80 Prozent der Europäer.� Und die könnten zukünftig zu den Gewinnern zählen, nicht nur gesundheitlich. Für den Kauf und Unterhalt eines Autos stiegen die Preise zwischen 2000 und 2006 um 17,1 Prozent, vor allem weil der Kraftstoffpreis um satte 35 Prozent nach oben kletterte. Radfahrer sind da besser dran: der Preis für Fahrräder stieg im gleichen Zeitraum um lediglich 0,8 Prozent.

ADFC-Pressemeldung vom 31.10.2006

Frauen vor! Psychologie des Überholens

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Kaum zu glauben – oder doch? Der Verkehrspsychologe Dr. Ian Walker von der Universität Bath, der auch am Max-Planck-Institut in Leipzig forschte, hat mit Kamera und Präzisionsmessgeräten Überholvorgänge in einem umfangreichen Selbstversuch genau vermessen. Besonders interessiert hat ihn dabei, inwieweit Autofahrer durch das Erscheinungsbild der Radfahrer beeinflusst werden, einen größeren oder geringeren Abstand einzuhalten.

Bei mehr als 2.500 Überholvorgängen wurde ein statistischer Mittelwert von 1,33 Metern gemessen. Der von deutschen Gerichten als ausreichend erachtete Abstand von 1,50 m – 2,00 m (abhängig von der Geschwindigkeit), wird also im Durchschnitt deutlich unterschritten. Erschwerend kommt hinzu, dass Lastkraftwagen und Busse im Durchschnitt nur 1,14 m (Lkw) bzw. 1,10 m (Busse) Abstand hielten.

Das Beste kommt aber erst noch: Messungen ergaben, dass Radler mit Helm mit einem 8,5 cm geringeren Abstand überholt wurden als solche ohne Helm. Trug der Radler dagegen einen Zopf oder lange Haare, wuchs der Abstand um 14 cm gegenüber einem „Normalradler“ ohne Zopf.

Dr. Walker interpretiert das so: „Die Ergebnisse zeigen nur, dass das Tragen eines Helms den Zusammenstoß mit einem Auto wahrscheinlicher macht“. Für den durchschnittlichen Autofahrer deute ein Fahrradhelm auf einen erfahrenen, sicheren Radfahrer hin, der mit geringerem Abstand überholt werden kann. Bei langem Haar wird eine unsichere Radlerin vermutet, was zu einem größeren Überholabstand führt.

In eigenen Studien hat Walker festgestellt, dass sich der Überholabstand von Kfzs signifikant vergrößert, wenn der Radfahrer beim Herannahen eines Fahrzeugs kleine Schlangenlinien fährt.

Was bleibt ist die Angst vieler Radfahrer auf Strassen mit überholendem Autoverkehr. Es erklärt auch, weshalb separate, baulich abgesetzte Radwege so beliebt sind. Obwohl der Radfahrer dort statistisch gesehen gefährlicher lebt als auf der Straße – nicht zuletzt wegen vieler Einmündungs- und Kreuzungskonflikte. Vielfach weichen Radfahrer unzulässig auf den Gehweg aus, wenn sie sich auf der Straße zu bedrängt und unsicher fühlen.

(Artikel im SPIEGEL, in Wunschauto24.com)

Christo-Verpackungskunst

Ums Haus Diesen Beitrag kommentieren »

Sieht doch gut aus, oder?

20. Oktober 2006. Der Verpackungskünstler war am Werk.
Wie und wann geht es weiter? Oder wird das gar ein Weihnachtsgeschenk?

Ligurien-Wanderung (Nachklapp+Übersicht)

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Liebe Besucher,

dieses Webtagebuch ist chronologisch aufgebaut; dieser Beitrag ist der letzte von sieben. Die nachfolgende Übersicht soll helfen, einen schnellen Einstieg zu finden.

Übersicht:

1. Tag: Anreise nach Camogli

2. Tag: Ruta – Santa Margherita Ligure   Diaschau

3. Tag: Camogli – San Rocco – San Fruttuoso – Portofino   Diaschau

4. Tag: Rapallo – Chiavari – Riomaggiore   Diaschau   Panorama

5. Tag: Genua-Nervi – Cornua – Recco – Camogli   Diaschau

6. Tag: Ruta – Monte Manico del Lume – Rapallo   Dias   Panorama

7. Tag: Cinque Terre: Monterosso – Vernazza   Diaschau

8. Tag: Rückreise, Literatur, Web-Tipps

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Herrliche Bahnhofshalle: Milano Centrale

12 Stunden Rückreise:
Am Sonntag geht es über Genova-Brignole mit dem IC nach Milano und von dort aus in einem Rutsch im vollgefüllten Cisalpino bis Stuttgart zurück.

Damit endet dieser Reiseerlebnisbericht.

Web-Tipps:

* http://www.italienwandern.de/com/Reise2.html
* http://www.5terre.de
* http://www.wanderweb.de
* Reiseberichte aus aller Welt
* Reiseberichte.com

Ein Link zu Ihrer Seite hier? Geben Sie Bescheid!


Literaturtipps:
Bücher direkt hier bestellen!

Christoph Hennig: Cinque Terre und ligurische Küste. Der Klassiker über Ligurien zwischen La Spezia und Genua. 369 S., 19,80 Euro

Georg Henke, Christoph Hennig: Wandern in Ligurien. DuMont aktiv. 30 Touren. Exakte Karten. Höhenprofile. 156 S., 12 Euro

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Ligurien-Wanderung (7)

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Siebter Tag. Samstag.
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Cinque Terre: Monterosso – Vernazza

Es scheint heute es ein Regentag zu werden. Die Tropfen fallen aufs Glasdach des kleinen Wintergartens im Frühstücksraum. Heute gibts wieder den frischen Obstsalat zum Frühstück! Wir fahren von Camogli über Sestri Levante nach Monterosso al Mare, das erste der Cinque-Terre-Dörfer. Vom Bahnhof aus müssen wir erst mal in östlicher Richtung entlang der tosenden Küste gehen. Kein Mensch badet bei diesem stürmischen Wetter, das Meer tost, hohe Wogen schlagen gegen die Felsen. Der kleine Kiosk am Bahnhof hat sich geschäftstüchtig mit farbigen Regencapes und Schirmen ausgerüstet. Durch den Tunnel zwischen Bahnhofsstrand und Altstadt zieht kalte Luft wie ein starker Sog hindurch. Die kleinen Sträßchen der Altstadt sind noch feucht, Schirm oder Regenmantel können wir aber eingepackt lassen. Alles scheint auf besseres Wetter hinzudeuten.

Monterosso al Mare, Kirche

In den Arkaden am Dorfplatz hinter der Kirche geben Mitglieder eines caritativen Vereins Fischgerichte und Risotto aus – schade, dass wir noch keinen Hunger haben. Wir schauen uns die pittoreske Altstadt mit ihren engen Gässchen an. Beeindruckend ist die Kirche San Giovanni Battista mit ihrer schwarz-weiß gestreiften Fassade und der fein gemeißelten Rosette.

Fahrrad-Stilleben in Monterosso al Mare

Im Haus der Nationalparkverwaltung kaufen wir zwei Billets für die Via dell’Amore (je 3 Euro). Das gibts nicht alle Tage: Eintrittskarten für einen Wanderweg. Hinter den Häusern am Ortsrand zieht sich der Treppenweg hinauf, wir erhaschen immer schönere Blicke zurück aufs kleine Dörfchen, aufs Meer, auf den Strand vor dem Bahnhof. Oberhalb des Dorfes sehen wir das Kapuzinerkloster, draußen auf dem Meer scheint in einem schmalen Streifen am Horizont entlang die Sonne und malt einen gleißenden Querstrich dorthin, wo sich sonst Wasser und Himmel treffen.

Sonnenstreifen am Horizont

Die Sonne bricht sich Bahn, bald wird uns reichlich warm beim Wandern. Immer weiter hinauf gehen die Treppen, an einem kleinen plätschernden Rinnsal entlang, hinter Trockenmauern wachsen Weinreben, eine kleine „römische“ Bogenbrücke spannt sich über ein weiteres Bächlein. Ein jung-sportliches englisches Pärchen im Turboschritt überholt uns. Nicht lange und wir haben sie beim Klamottenwechseln wieder eingeholt. Vor uns ragen Landzungen ins Meer, dazwischen die Häuser von Corniglia und ganz hinten ein paar Häuser von Riomaggiore. Feigenkakteen an der Steilwand. An einem Aussichtspunkt ist es Zeit für eine Vesperpause; wir trinken den Rest des Cinque-Terre-Weins, essen den Käse und den Schinken auf. Hinter den nächsten Felsrippe bietet sich der unvergleichliche Anblick auf das malerische Vernazza.

Blick von Vernazza Richtung Westen

Auf einer kleinen Halbinsel drängen sich Häuser und die Burgtürme, wir sehen bunte Sonnenschirme, farbige Fischerboote im Hafen, die Kirche mit dem schönen Glockenturm. Eine blühende Bougainvillea setzt der Aussichts-Euphorie die Krone auf: blütenumkränzter Ausblick!!

Vernazza, das bekannteste der Cinque-terre-Orte

Noch ein paar Dutzend Stufen hinunter, durch enge Gassen hindurch, Katzen liegen dösend an der Hausecke, lassen sich ablichten wie verwöhnte Fotomodels.
Auf der kleinen Piazza am Hafen ist wie immer viel los; die Cafés haben geöffnet, es gibt kaum mehr freie Plätze, jeder versucht hier auf die angenehmste Weise ein wenig Sonne zu tanken. Bunte Hausfassaden, dunkelgrüne Fensterläden, Wäsche flattert.

Ein duftendes Eis in Vernazza. - Foto: Helmut Eßlinger

Kurz in die nächste Gelateria und schon beginnt auch für uns der Genuß! Dann noch ein Cappuchino ganz vorne am Café an der Hafenmole. Und schließlich ein Bummel für Genießer entlang der Hafenmauer. Bunte Boote schaukeln im geschützten Hafen, Kinder kreischen am Strand bei der Kirche, ab und zu saust hinter der Kirche einen Zug vorbei. Das Personenschiff, das entlang der fünf Orte regelmäßig verkehrt – das haben wir von oben verfolgen können – hat einen vergeblichen Versuch gemacht, an der Landebrücke festzumachen. Die Wellen sind aber so heftig, dass es den Versuch bald aufgegeben, umgedreht und weitergefahren ist. Immer wieder fegen besonders hohe Wellen mit Wucht über den Anleger, peitscht das Meer den Schaum zu sprühenden Nebeln hoch.

Gefährlich: Die Brandung kann die Schwimmer gegen die Mole schmettern

Junge englische Touristen springen mutig in die Wellentäler und lassen sich von den wuchtigen Wogen wieder auf die Plattform des Anlegers hinaufspülen. Sieht sehr gefährlich aus. Und schon bald humpelt einer von ihnen nach hinten.
Gegen 18 Uhr machen wir uns auf zum Bahnhof, besorgen uns ein Ticket, trinken noch ein Gläschen Wein und verlassen Vernazza voller bunter, lebhafter Urlaubseindrücke.

Abend in Sestri Levante

Den Abend verbringen wir in Sestri Levante, in einer Pizzeria lassen wir uns nochmal die Acciughe schmecken, dann Nudeln Gorbatschow (mit einer würzigen Wodka-Soße), bummeln durch die reizvolle Altstadt, genießen einen Espresso in einer kleinen Bar und lassen den letzten Tag unserer Wandertour ausklingen. Der Reisebericht geht langsam zu Ende…

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Ligurien-Wanderung (6)

Urlaub: LigurienWandern 3 Kommentare »

6. Tag. Freitag.
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Die große Tour im Hinterland:
Von Ruta über den Monte Manico del Lume nach Rapallo

Der Reiseführer von Christoph Hennig verspricht Exquisites zum Schluß der Reise:  „Ein Höhepunkt der Reise, vor allem, wenn man die Tour an einem Tag mit klarer Sicht durchführt: Die großartige Wanderung zwischen Küste und Bergland verläuft nach einem Anstieg auf Waldwegen mehrere Stunden aussichtsreich auf Bergpfaden, von denen man fast immer weite Ausblicke auf das Meer und die Berge des Hinterlands genießt. Nach einem langen Abstieg – weitgehend im Wald – erreicht man das Ziel Rapallo. 

Camogli: Häuserdetails am Hafen

Wir sind frohen Mutes heute, denn der Blick aus dem Hotelzimmer zeigte einen wolkenfreien Golfo Paradiso. Und zum Frühstück gabs heute auch wieder frischen Fruchtsalat ins Müsli. Mit frischer Ananas, Pfirsich, Melone und Äpfeln. Gegen 9 Uhr sind wir unterwegs in einem farbenfrischen Camogli, besorgen uns noch ein Stück Käse, Schinken und frische Pane di Olivi. Als Beginn der Tour ist Ruta vorgesehen, das 270 Meter oberhalb von Camogli liegt. Also mit dem Bus hinaufgefahren, Tickets am Bahnschalter holen. Dort erfahren wir von einem Streik der Busfahrer und kaufen die Tickets daher nicht. Bald kommt ein Taxi daher und bringt uns für 15 Euro hinauf. (Am ersten Tag sind wir entlang der Straße und viele Treppenwege hinauf nach Ruta gewandert, aber bei einer Gehzeit von mindestens sechs Stunden heute, genießen wir lieber die Taxifahrt).
Kurz vor zehn Uhr: Erstmal geht einigermaßen flach in nordwestlicher Richtung, vorbei am romanischen Kirchlein Chiesa Vecchia. Wegschilder des „Itinerario dei 2 Golfi / Val Fontanabuona – Portofino“ machen uns auf diesen besonderen Weg aufmerksam. Auf herrlichen Waldwegen führt die Route auf dem Bergkamm entlang nach Norden, auf Steinstufentreppen durch Steineichenwald. Die ersten Blicke tun sich auf, rechts in den Golfo Tigullio bei Rapallo und links in den Golfo Paradiso bei Camogli und weit nach hinten Richtung Genua. Zarte Dunst- und Rauchschleier hängen im Gegenlicht bei Santa Margherita, ein Hubschrauber dröhnt in der Ferne bei einem Transporteinsatz am Fels.

Edelkastanien am Itinerario dei 2 Golfi

Bald schon läuft der Weg auf schmalem Pfad, durch Kastanienwälder, die prall behängt mit den brauen Maronen da stehen.
Am Colle die Monte Ampola (498 m) unterhalb des kleinen Wallfahrtskirchleins „Santuario Madonna di Caravaggio“ (615 m) treffen wir auf zwei Wanderer, die sich mit einem Einheimischen unterhalten. Eine Wiese ist (von den Grünröcken) sauber gemäht, oben haben sich Jäger mit grünen Zweigen wieder eine Laubhütte errichtet. Der Weg umgeht den Wallfahrerberg, führt durch Maronenwald hindurch. Wildschweine haben den Wegsaum komplett umgepflügt. Die vielen Esskastanien sind denen wohl nicht mehr gut genug. Nach insgesamt eindreiviertel Stunden sind wir beim Passo del Gallo auf 478 Metern Meereshöhe angekommen. Zeit für eine Vesperpause. Trifft sich gut, dass hier eine Sitzgruppe steht. Von den Strebebalken herab hängt eine tote Schlange, wohl von einem Jäger zur Abschreckung aufgehängt. Wir lassen uns die Stimmung nicht vermiesen, denn Aussicht und Wetter sind viel zu schön hier.

Gegen 12.30 Uhr ziehen wir weiter. Gut 10 Minuten hinter dem Pass verzweigt sich der Weg. Wir schlagen den undeutlicheren, nach rechts abzweigenden Pfad ein (markiert mit rotem Quadrat und rotem Dreieck). Nach wenigen Metern halten wir uns bei einer Gabelung nach rechts. Der schmale, streckenweise ausgesetzte Pfad führt über einen abschüssigen Hang, steigt dann steil nach links an und verläuft schließlich eben in östlicher Richtung. Wir genießen herrliche Blicke auf das Meer und Rapallo. Immer mehr offene Flächen tun sich auf, manchmal mit Hecken bewachsen. Die weitere Tagesstrecke sehen wir wie in einer riesigen Arena rechts vor uns: Immer den kalkweißen Bändern entlang bis zum Monte Manico del Lume.

Rundblick auf den Golfo Tigullio

Bald haben wir den kleinen Passo della Serra (641 m) erreicht, kommen bald danach zu einer Wegverzweigung und wenden uns dem roten Dreieck folgend nach rechts. Es geht nun sehr steil aufwärts, vorübergehend mit leichter Kletterei in felsigen, durch Eisenketten gesicherten Wegstücken. Schließlich erreichen wir gegen 14 Uhr schweißgebadet den Gipfel des Monte Manico del Lume (810 m). Die Aussicht auf die Küste und die Berge des Hinterlands von diesem höchsten Punkt der Wanderung ist begeisternd.

801 Meter über dem Meer: Monte Manico del Lume

Aussicht pur und rundum. Vor allem im Norden haben wir einen guten Blick ins Lavagnatal mit den zahlreichen kleinen Weilern mit ihren Kirchtürmen und die vielen Gipfel nördlich davon. Ein richtiggehend alpines Gipfelerlebnis. Neben einem Gipfelkreuz gibt es demnach auch ein Gipfelbuch, in das wir uns eintragen.

Gestärkt mit Energieriegeln beginnt nun der Abstieg. In leichtem Auf und Ab wandern wir am Hang, immer wieder öffnen sich wunderbare Panoramen. Ein Abschnitt ist ganz von Farn überwuchert und wir müssen intensiv nach dem richtigen Pfad suchen, Brombeerdornen hinterlassen Kratzer an den Waden. Bald haben wir den Passo della Crocetta (599 m) erreicht – wir überqueren eine echte geteerte Straße!
Wir haben uns eine geniale Idee einfallen lassen: Wir wollen nicht dem Weg hinunter nach Rapallo folgen, sondern die Runde in der Bergarena weiter drehen und bis zur Bergstation der Montallegro-Seilbahn gehen. So hoffen wir, uns die anstrengenden 600 Meter Abstieg erleichtern zu können.

Genussvoll und fast auf gleichbleibender Höhe verlaufend, auf gepflasterten Grenzmauern entlang erreichen wir nach gut 45 Minuten kurz vor 17 Uhr die Bergstation nahe der Wallfahrtskirche Montallegro. Gerade noch Zeit genug um uns die Tickets zu kaufen und einen belebenden Cappucchino mit Aussicht zu genießen.

Wallfahrtskirche Montallegro 600 m hoch über Rapallo

Selten war Seilbahnfahren so entspannend! Während der luftigen Fahrt spüren wir jeden ersparten Meter Abstieg wie eine innere Erleichterung. Schnell sind wir von der Talstation am Bachbett entlang in der Innenstadt von Rapallo angelangt. Rapallo war einst ein berühmter Badeort. Ein Bummel in den Ladengassen der Altstadt schließt sich an. Eine Kuriosität ist der Chiosco della Banda Cittadina an der Uferpromenade Lungomare Vittorio Veneto; hier fanden einst die Promenadenkonzerte statt, und an der Decke sieht man noch verblichene Jugendstil-Porträts berühmter Komponisten. Dazu ein herrliches Gelato (gusto pera), wie man es nur in Italien findet. Beim erneuten Altstadtbummel kommen wir in der Via Mazzini zu einem feinen Delikatessgeschäft: Parle come mangi, wo wir uns mit Nudelspezialitäten, Käse und Pesto eindecken.
Gegen 19 Uhr sitzen wir im Zug und sind gegen 19.30 Uhr auf dem Zimmer.

Abendstimmung am Golfo Paradiso

Unser Abendessen genießen wir heute hoch über der Uferpromenade, halb im Freien neben dem Stamm einer hoch aufragenden Schirmpinie. Carpaccio mit Rucola und Parmesan (Erich), Muscheltopf (Helmut), Pizza Capricciosa (H.), Pizza mit geräuchertem Spada (E.), Tiramisu (E.) und Weißwein stehen auf dem Programm.

Hafen von Camogli bei Nacht

Heute ist enorm viel los auf der Promenade, sogar kleine Kunstläden haben noch um 22 Uhr geöffnet. Gegen 23 Uhr gehen wir ins Hotel zurück.

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