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Erichs (B)Logbuch » 2014 » April

Jakobsweg: Munzingen – Ensisheim

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Heute mal ohne Frühstück. Ist noch genug Energie im Körper. In Munzingen geht es erstmal hinauf auf  den Tuniberg. Trassierte Weinbergflächen, ein Ausblick über den Talnebel hinweg zu den Bergen des Südschwarzwalds. Auf der anderen Seite die Vogesen, nördlich der Turm auf dem Totenkopf im Kaiserstuhl. Vögel zwitschern. In der Ferne tost der Verkehr. Nachts hat es ein wenig geregnet, alles ist frisch und klar.  Dampf steigt aus den Rebzeilen. Da unten liegt Oberrimsingen.
Dort ist der Sitz der Badischen St.-Jakobusgesellschaft. Es gibt auch eine kleine Pilgerherberge. Da schaue ich doch gleich mal rein und erkundige mich nach der nächsten Quartiermöglichkeit.
Doch niemand weiß Bescheid. So mache ich mich einfach auf den Weg. Es hat sich noch immer eine Lösung gefunden…

       

Das Rimsinger Ei ist eine Art Riesenkreuzung, die überquert werden soll. Das ist bei dem Verkehr und den Auffahrspuren gar nicht so einfach. An drei Kieswerken vorbei führt mich der Weg in einen Auenwald, in dem grüne Bärlauchteppiche schwimmen. Insekten und Knoblauchduft!

       

       

Es folgt eine etwa zehn Kilometer lange Passage entlang des Altrheins, auf dem befestigten Hochwasserdamm Richtung Süden. Hunderte Weinbergschnecken kriechen von links nach rechts über den Schotterweg. Wo die wohl hin wollen? Der Altrhein ist Natur pur: Schwäne, Graureiher, Vögel.
Endlich ändert sich etwas: An der Staustufe Fessenheim führt der Weg nach Frankreich. Zunächst über eine neue Brücke auf eine Flußinsel, dann im Versatz wieder nach Norden an den Schleusen vorbei und am Flusskraftwerk entlang.

Frankreich! Gleich neben dem Kraftwerk ist eine „Energie-Ausstellung“ der EdF. Durch ein Wohnviertel gelange ich zur Straße nach Fessenheim. Bei einem Wasserturm mache ich Pause. Das Atomkraftwerk aus den siebziger Jahren – das älteste Frankreichs – liegt weiter südlich, man bekommt es nicht zu Gesicht. Nur die vielen Sitzbänke auf der Gemeindegemarkung fallen dem müden Wanderer auf.  28 Grad zeigt das digitale Thermometer der Apotheke an.
Der Weg führt weiter westlich, dann nach Süden. Alles topfeben, riesige Felder, die pure Langeweile für Beine und Augen. Meseta-Gefühle.
Endlich in Roggenhouse. Schon gut 30 km in den Beinen. Doch Hotel, Herberge gibt es hier keine. Gerade mal eine Bar, in der ich ein großes Panaché trinken und mein Handy laden kann.

       

       

       

Also nehme ich nochmal alle Kraft zusammen, komme auf einem Weg entlang des ehemaligen Rhône-Rhein-Kanals gut voran. Ewig zieht sich der Weg durch flache Felder, riesige Beregnungsanlagen stehen auf den Feldern. Nun noch die A35 unterqueren und anderthalb Kilometer weiter erreiche ich endlich Ensisheim. Das Flüßchen Ill fließt durch das kleine Städtchen und vereinigt sich nördlich mit der Thur, die aus den Vogesen kommt.
In der Bar La Diligence in der historischen Altstadt arbeite ich meine Bedürfnisse ab: 1. ein großes Panaché! Dann 2. spontan eine Tarte Flambée Gratinée, die der Chef nach wenigen Minuten frisch aus dem Ofen holt. Dann gehe ich „au coin“ um die Ecke zum Hotel Domaine du Moulin. Dort sind alle (überteuren) Zimmer bereits ausgebucht; ein Anruf der jungen Empfangsdame beim zweiten Hotel im Ort ergibt dasselbe Resultat: ausgebucht. Sie ruft noch drei weitere in der Umgebung an – bis es dann endlich in Battenheim im Relais à l’ancienne Poste klappt. Nach 43 km Fußmarsch bringt mich das Taxi dorthin. 120 Kilometer seit Wolfach sind es jetzt. Nach Essen und Trinken falle ich sofort in den Tiefschlaf.

Ach ja: Diese Etappe kann ich absolut nicht empfehlen. Es ist wohl sehr viel reizvoller, den Weg über Strasbourg und entlang der elsässischen Weinberge zu nehmen.

    43 km Durchschnittstempo ohne Pausen. Mit Pausen 3,6 km/h 4,9 km/h  11:40   615 hm  642 hm 120 km

Über Mulhouse – Basel – Freiburg ist man dann rasch wieder zu Hause…

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Jakobsweg: Buchholz – Freiburg – Munzingen

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Heute geht es durch Freiburg Richtung Kaiserstuhl. Zunächst zieht sich der Jakobsweg durch Denzlingen, vorbei an Treibhäusern und Obstkulturen. Fleißige Helfer stechen Spargel und kümmern sich um Erdbeerfelder, in denen schon die ersten roten Tupfen auf sich aufmerksam machen.

Entlang der Bahnstrecke führt der Weg Richtung Süden. Greifvögel ziehen ihre Kreise. Eine Pferdekoppel mit reichlich Auslauf. Durch die Stadtteile Zähringen und Herdern wird es nun immer städtischer: Die Metropole Freiburg hat ihren ganz eigenen Charme. In der Innenstadt ein kräftiges Essen, ein Capuccino in der Kolben Kaffee-Akademie und ein paar Schuhe bei Sport Bohny. Und schon geht es weiter südwärts über die Dreisam und die Kirchstraße zum kleinen Annaplatz. Dort hat jemand einen französischen Originalwegweiser in seinen Garten gestellt: Noch 2239 km bis Santiago de Compostela. Dann mal los!

   

Der Stadtteil St. Georgen am Fuß des Leutersbergs wirkt schon wieder recht dörflich. Am Ortsrand von Wolfenweiler überquert der Weg die Bahntrasse und die B3 und führt dann durch einen lang gezogenen Auwald bis an den Rand der Autobahn A5. Erst hinter der Raststätte Breisgau gibt es eine Unterführung zur westlichen Seite der lärmenden Autobahn. Nach etwa zwei Kilometer reicht es für heute – 28 km sind genug; die neuen Schuhe wollen noch nicht richtig…
In Munzingen am Fuße des Tunibergs finde ich mit etwas Glück eine Unterkunft im Gästehaus des Weinguts Clemens und Karola Lang. Und ein kräftiges Essen im Gasthaus Warteck.
Ein Schluck Spätburgunder und ich bin im Reich der Träume.

    28 km 2,7 km/h (netto 3,6)  9:32 Std.  759 hm  579 hm 77 km

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Jakobsweg: Elzach – Buchholz

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Zweiter Tag im Elztal. Heute geht es bis Richtung Waldkirch/Denzlingen. Im Wohngebiet hat ein Künstler die Betonmauer entlang der Straße mit zahlreichen Kindermotiven verziert. Ab Elzach zieht sich der Weg an der rechten Talseite noch einige Male bergan, herrliche Blicke tun sich auf. Warme Luftmassen, duftend nach Douglasien, steigen den Hang hinauf. Ein perfekter Wandertag!

   

Im Seitentälchen des Breienbachs scheint die Sonne auf die lindgrüne Wiese, glitzert das quirlige Bächlein. Von hoch oben schaut seit dem 9. Jahrhundert die Kapelle vom 906 m hohen Hörnleberg ins Tal herunter.

           

In Winden hat einer sein Segelflugzeug in Arbeit und erzählt vom Fliegen, von den Adlern und Geiern, denen er in Spanien Auge in Auge in luftiger Höhe begegnet ist.
Ein Fischweiher bietet sich zur sonnigen Rast an.

   

„Bleibacher Totentanz“ von 1723

Nun heißt es einen Abstecher nach Bleibach machen. Dort in der St.-Georgs-Kirche findet sich eine Beinhaus-Kapelle, in der früher die ausgegrabenen Gebeine der Verstorbenen aufgeschichtet wurden. Auf das hölzerne Tonnengewölbe malte 1723 der Waldkircher Maler Johann Winter den sogenannten Totentanz. Nach Ständen gegliedert, dokumentiert sich der Tod als Gleichmacher, dem niemand entrinnen kann. Der österreichische Lehrer von Scherer, der in Bleibach wirkte,  beschriftete die Szenen. Vom Gewölbe herunterblickend spielt das Totenorchester das Lied „Mein Trompetenschall bringt Freud und Trübsal in Ewigkeit.“

         

Das Ganze ist im südbadischen Raum einmalig. Mich erinnert es an die Totentafeln in der Kreuzkapelle im schweizerischen Emmetten am Vierwaldstättersee.

Im Gasthaus Löwen gibt es ein Panaché zur Erfrischung und eine ausgezeichnete Bärlauchsuppe vertreibt die bedrückenden Gedanken. Der Weg führt durch das Örtchen Gutach im Elztal, vorbei an der eindrucksvollen alten Gütermanns-Nähseide-Fabrik. Im Waldkircher Ortsteil Kollnau kommt ein kleines Elzauen-Eiscafé am Wegrand wie gerufen: Maracuja-Eis!
Dann wechselt der Weg auf die andere Elzseite, geht mitten durch das umtriebige Waldkirch und dann talabwärts durch die weite Talaue parallel zur Bundesstraße, durch Himbeer- und Erdbeerplantagen nach Buchholz. Die kleine Gemeinde gehört zu Waldkirch.

       

       

Wieder ist es der „Löwen„, der gute Verpflegung und Unterkunft verspricht. Ein erfrischend-duftiger „Hugo„, ein Riesling und ein Spargelgericht bringen wieder Kraft und Laune.

    23 km Durchschnittstempo ohne Pausen. Mit Pausen: 2,1 km/h 2,98 km/h  10:06   429 hm  590 hm 49 km

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Jakobsweg: Wolfach – Elzach

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Ich möchte nach Ostern einige Tage auf dem Abschnitt des Jakobswegs gehen, der Rottenburg und das elsässische Thann verbindet. Bei meiner großen Tour im letzten Jahr bin ich ja über Konstanz und die Schweiz gewandert, so dass ich diesen Abschnitt noch nicht kenne. Heute soll es von Wolfach nach Elzach gehen.

   

Von Lauterbach aus bekomme ich „Anlaufhilfe“ bis zum Moosenmättle. Nun wandere ich in flottem Tempo abwärts. Beim kleinen Pilgerkirchlein Sankt Jakob begegnet er mir wieder: Santiago – der mit dem Pilgerstab. Die Wallfahrtsstätte wurde schon 1433 von Bruder Konrad von Calw gegründet, der hier auch schon die erste kleine Kapelle erbaute.

       

Nachdem sie in der Reformationszeit und im 30-jährigen Krieg zerstört worden war, bauten Wolfacher Bürger sie wieder auf. 1680 wurde dann die jetzige – größere – Kapelle errichtet und mit einem schmucken barocken Altar ausgestattet. Ein Brünnlein plätschert. Die ersten acht Kilometer liegen hinter mir, als ich das erste Jakobsweg-Zeichen sehe:  Ab jetzt folge ich der gelben Muschel auf blauem Grund!

Der reizvolle Weg führt nun über dem Kinzigtal bis Kirnbach, folgt dort dem kleinen Bach ein Stück aufwärts und überquert dann auf gut 450 Metern Höhe den Bergrücken zum Gutachtal. Überall blüht es. Sogar der gelbe Ginster ist bereits präsent! Schon überquert der Jakobsweg die Gutach – 279 Meter über dem Meer. Ein Stück oberhalb des bekannten Freilichtmuseums Vogtsbauernhöfe biegt er in den Sulzbach ein. Typisch Schwarzwald: Von einem Tälchen zum nächsten.

       

Der Jakobsweg schlängelt sich hoch bis zum Büchereck (651 m), zieht sich nach Südwesten und überquert beim Landwassereck (627 m) die Landstraße. Leider ist das Höhengasthaus seit einiger Zeit geschlossen, „vorübergehend“ laut Schild, bis ein neuer Pächter gefunden ist.
Nun ist pure Idylle angesagt: Entlang der 600-Meter-Grenze hat man oberhalb von Prechtal die schönsten Ausblicke ins lange Tal der Elz, zu den gegenüberliegenden Bergen Gschasikopf (1045 m) und Rohrhardsberg (1152 m). Weit vorne am Talausgang ragen der Tafelberg und der Hörnleberg mit der Kapelle auf seinem Gipfel aus dem Dunst. 34 km sind beisammen als endlich Elzach auftaucht. Doch wo übernachten? Endlich findet sich im „Aktiv Hotel“ eine gute Unterkunft.

       

Den Gasthof Bären an der Hauptstraße bewirtschaften neue Pächter: Der Koch hat italienischen Stil. Das Carpaccio vom Seeteufel ist ein Gedicht, das Saltimbocca á la Romana schmecht vorzüglich.
Auf dem Schuttig-Brunnen reckt sich die Elzacher Fasnachtsfigur in den Nachthimmel.

   26,0 km Durchschnittstempo ohne Pausen. Inkl. Pausen: 2,92 km/h 5,46 km/h  8:18   1060 hm  971 hm 26 km
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Auf dem Lauterbacher Wandersteig

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    © Foto: Erich Kimmich

Am Ostersamstag bin ich ab Alpirsbach durchs Kinzigtal über Schiltach, dann auf dem Mittelweg in die Abendstunden hinein bis nach Lauterbach gewandert.

Am Sonntag folgte dann ein etwa neun Kilometer langer Spaziergang auf einem Abschnitt des insgesamt 34 km langen „Lauterbacher Wandersteigs“, einem neuen Premium-Wanderweg, der erst vor wenigen Monaten vom Deutschen Wanderverband ausgezeichnet wurde. Solche Qualitäts-Wanderwege sind nicht nur gut markiert und möglichst naturbelassen, sondern bieten landschaftlich wie kulturell viel Abwechslung. Und siehe da: Auch für „alte Lauterbacher“ gab es da noch einige neue Abschnitte, die wir nicht kannten.

      

       

       

       

  

Das war unser Streckenverlauf; mehr zum Lauterbacher Wandersteig gibt es hier oder hier, die digitale Strecke z.B. bei Komoot.

Verdamp lang her

Musik Ein Kommentar »

Seit gut 37 Jahren steht BAP für Kölschrockband, für den Kölner Dialekt in der Musik. „BAP zieht den Stecker“ – so heißt die aktuelle Tournee, mit der BAP „unplugged“ – also auf deutsch: ohne Stecker – seit dem 12. März 2014 unterwegs zu mehr als 60 Veranstaltungsorten ist. Bisher gab es nur einzelne Unplugged-Auftritte, über etliche Jahre verteilt. Auf der Tournee 2014 konnten wir in Stuttgart nun BAP von einer ganz neuen Seite erleben: mit selten gespielten Songs und natürlich mit den bekannten Klassikern.

BAP auf Tournee

Um 20 Uhr läuten die Domglocken den Konzertbeginn ein. Die Band beginnt mit „Frankie un er“ von Radio Pandora, bringt  „Für ne Moment“ und „Rääts un links vum Bahndamm“. Das Ganze sehr einfühlsam und harmonisch. Zwischendurch eine musikalische Reise um die ganze Welt: nach Marokko, nach Südamerika und ganz allmählich wieder ins rheinische Köln. Höhepunkt ist dabei der Marokko-Schwerpunkt mit „Paar Daach fröher“, „Magdalena“, „Novembermorje“ und „Ich wünsch‘ mir do wöhrs he“.

   

    

Eigens mit dabei sind die Multiinstrumentalistin Anne de Wolff (wahrhaftig ein echtes Multitalent auf der Geige, auf der indischen Drehleier, auf der Posaune und zahlreichen weiteren Instrumenten) und der eindrucksvolle Percussionist Rhani Krija. Ulrich Rode, Ehemann von Anne de Wolff, stellt sich im Laufe des Abends als ein Virtuose auf diversen Gitarren da – da rockt Herzblut mit! Bei seinen Stücken greift Wolfgang Niedecken auf siebzehn Studio-Alben und vier Solo-LPs zurück. Sein neuestes Solo-Album „Zosamme alt“ wurde im Dezember 2012 in Woodstock zusammen mit namhaften amerikanischen Musikern eingespielt. Im Konzert wechseln sich Blues und Rock mit Folk und Ballade ab, lebhaft, ruhig, melancholisch, harmonisch, spannend!

Nach 80 Minuten ist bei vielen Bands Schluss, bei Niedecken ist das erst die Halbzeit-Pause. Im zweiten Teil kommt das seit 1986 nicht mehr gespielte „Lisa“ vom Ahl Männer-Album und zaubert eine meisterhaft arrangierte Produktion auf die Bühne. Eine weitere Überraschung ist die neu überarbeitete Version von „Neppes, Ihrefeld un Kreuzberg“ aus der allerersten BAP-LP.

Zosamme alt

Eine jazzig eingeleitete Fassung des Mega-Hits „Verdamp lang her“ bringt dann die Stimmung auf den Höhepunkt. Zugaben gehören bei BAP-Konzerten zur Pflicht und so hören wir noch fünf weitere Songs, von denen „Do kanns zaubre“ am stärksten beim Publikum ankommt.  Gänsehautmomente gibt es dann noch bei „Sendeschluss“ vom 84er Salzjebäck-Album –  es ist ein würdiger Abschluss des Konzerts. Erst nach drei Stunden und 20 Minuten ist dann wirklich Schluss – so lange hält selten eine Band ihr Publikum bei der Stange. Wohl kaum war der nicht enden wollende Applaus des Stuttgarter Publikums der eigentliche Auslöser dafür – vielmehr merkt man an der musikalischen Routine das Können und die Liebe zur Musik. In seinem Webtagebuch schreibt Niedecken über das Stuttgarter Konzert: „Dadurch, dass heute mal keine Ordner die Leute während der Zugaben vor der Bühne wegscheuchen, sehe ich in den Gesichtern der langjährigen Fans welche Filme da gerade zu „Sendeschluss“ ablaufen. Sie sind mit uns erwachsen geworden und wissen, dass sie – wenn alles gut geht – jetzt mit uns zusammen alt werden. Und zwar höösch!“

    

BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken (geboren am 30. März 1951), der seit 37 Jahren im Kölner Dialekt singt, hatte vor zweieinhalb Jahren einen Schlaganfall. Der Bandname BAP entstand übrigens aus dem Spitznamen Niedeckens, der ursprünglich seinen Vater so nannte. Diese Aussprache von „Papa“ kommt aus dem Dialekt Unkeler Platt, woher die Familie Niedecken stammt. Von den 23 BAP-Alben erreichten 19 die Top 10,  zehn wurden Nummer 1 der Charts. Die Gruppe um Sänger und Songschreiber Wolfgang Niedecken besteht seit 1976.

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