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Erichs (B)Logbuch » 2014 » August

Fahrradies am Bodensee

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Ende August fand wieder die weltgrößte Fahrradmesse statt, die EUROBIKE in Friedrichshafen.  1.320 Aussteller sollen es gewesen sein, 45.000 Fachbesucher in drei Tagen und zum Abschluss weitere 20.000 Besucher am Publikumstag.
Hier einige Bildeindrücke von der Messe: Eurobike: Fixie - Foto: Erich Kimmich

Eurobike 2014: Das neue Pilger-Fahrrad von Velotraum. - Foto: Erich Kimmich.     Eurobike 2014: Design-Prämiertes Rennrad. - Foto: Erich Kimmich.

Eurobike 2014: Die Stadt Mannheim bewirbt sich um die Ausrichtung der VeloCity 2017. - Foto: Erich Kimmich.     Eurobike 2014: Die Stadt Mannheim bewirbt sich um die Ausrichtung der VeloCity 2017. - Foto: Erich Kimmich.

Eurobike 2014: Messerundgang von Verkehrsminister Hermann - Hier bei Bernhard Lange (Paul Lange & Co). - Foto: Erich Kimmich.     Eurobike 2014: Messerundgang von Verkehrsminister Hermann - hier bei Busch & Müller. - Foto: Erich Kimmich.

Eurobike 2014: Human Powered Vehicle. - Foto: Erich Kimmich.

Eurobike 2014: Modenschau. - Foto: Erich Kimmich.     Eurobike 2014: Mobiles Kaffee-Fahrrad aus Lindau. - Foto: Erich Kimmich.

Eurobike 2014: Lake Jump. - Foto: Erich Kimmich.    Eurobike 2014: Lake Jump. - Foto: Erich Kimmich.

Eurobike 2014: Lifestyle-Bike von Electra. - Foto: Erich Kimmich.

Eurobike 2014: Legendäre Eurobike-Party. - Foto: Erich Kimmich.     Eurobike 2014: Legendäre Eurobike-Party. - Foto: Erich Kimmich.

Die Elektrischen sind weiter im Kommen: Mit Pedelecs erwirtschaftet die Branche mittlerweile ca. 35 Prozent ihres Umsatzes – bei den Verkaufszahlen machen die Pedelecs etwa 11 Prozent aus. Bosch kann sich künftig gar einen Marktanteil von gar 50 Prozent vorstellen. Die Schwaben haben die Steuereinheit der Pedelecs zu einem umfangreichen Bordcomputer ausgebaut, den „Nyon“. Der Nyon ist eBike-Steuerung, Navi und Fitnesstrainer in einem Gerät und übernimmt zugleich Smartphone-Funktionen und Musik-Steuerung. Was will man mehr?

Meine Seele weilt noch auf dem Camino

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Camino-Motiv von Angelika Karrais

Angelika Karrais kenne ich von einer ADFC-Radreise her. Sie hat – frisch im Ruhestand – sich dieses Jahr den Camino francés vorgenommen. Da konnte ich von meinen Erlebnissen berichten. Ende Mai 2014 ist sie in St. Jean-Pied-de-Port gestartet. Am 6. Juni haben wir uns das erste Mal per WhatsApp unterhalten. Durch Angelika Karrais (9. Juni 2014)Burgos ist sie flott durchgelaufen – zu viel Stadt!  Später hat sie eine Herberge erlebt, in der man die Rucksäcke wegen der Bettwanzen in Abfalltüten verpacken musste. Am 9. Juni war sie noch 491 km von Santiago entfernt.

„Das Leben ist herrlich,“ schreibt sie, „wenn man nicht gerade bei 34 Grad schwitzt!“

Und während ich immer wieder die eine oder andere Meldung bekommen habe, war ich eifrig damit beschäftigt, meine eigenen Tagebucheinträge aus dem Jahr 2013 hier im Blog weiter zu komplettieren und mit den schönsten Bildern auszustatten. Man könnte sagen, dass mich Angelikas Wanderung zum Arbeiten motiviert hat.
Angelikas FotoheftAm 12. Juni ist sie nach Fromista am Kanal entlang gewandert – mit einem lauten Froschkonzert. Und hat – wie ich damals – in Carrion de los Condes im Kloster Santa Clara übernachtet; am 14. Juni gings über die Meseta, am 17. Juni war Hospital de Orbigo dran. Ponferrada erreichte sie am 21. Juni und am 26. Juni Melide und am 29. Juni hat sie ihr Ziel Santiago erreicht. Noch eine Busfahrt nach Fisterra und am 1. Juli ging es schon wieder mit dem Fernbus nach Baden-Württemberg zurück.

Zuhause war Angelika fleißig, hat ihre Fotos sortiert und ein Cewe-Fotoheft produziert. Heute lag – große Überraschung! – ein Exemplar in meinem Briefkasten und ich habe mich außerordentlich darüber gefreut. In dem Begleittext schreibt sie, das sei ihr „Blog-Ersatz“.

800 km hat sie in 32 Tagen zurückgelegt (der Wanderführer rechnet mit 41 Tagen). Ihr Fazit konnte ich gut nachvollziehen:
„Nun bin ich wieder zu Hause, aber ein Teil meiner Seele weilt noch auf dem Camino.“

Erinnerung ans Baskenland

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Vor einem Jahr war ich auf dem Jakobsweg unterwegs. Meinen Geburtstag erlebte ich in Navarrenx, einem properen Städtchen im Département Pyrenées-Atlantique, befestigt mit dicksten Mauern von Festungsbaumeister Vauban. Mitten im Zentrum habe ich in einer Bar nach einem Zimmer gefragt. Fünf Minuten später war ich eine Etage darüber in einem feinen, kleinen Quartier untergebracht. Das tat so gut und war äußerst erholsam!

Am nächsten Morgen saß ich beim Frühstück mit den Eigentümern auf einer kleinen Terrasse. Im Gespräch erfuhr ich, dass sie erst kürzlich in Deutschland in ihrer Partnerstadt Rheinstetten waren und dass wir so etwa im selben Alter sind. Geburtstags-Postkarte aus NavarrenxSchon hatten wir Gesprächsthemen en masse. Monique und Jean Pierre Lasarroques haben sich gefreut, dass ich von meiner langen Tour erzählt und meinen Geburtstag bei ihnen gefeiert habe.

Zu Weihnachten habe ich natürlich den beiden einen meiner Fotokalender geschickt. Und das hat nun dazu geführt, dass sie mir mit einer wirklich netten Wander-Glückwunsch-Karte gratuliert haben. Ein Jahr sei es jetzt her, dass ich bei ihnen war, schreiben sie. Sie denken oft an mich und vor allem wenn sie einen Blick auf eines der Kalendermotive werfen. Sie hoffen, dass mir mein Weg nach Compostella weitere Wege geöffnet hat.

Allen Pilgern, die durch Navarrenx kommen und dort ein Quartier suchen, empfehle ich www.chambres-hotes-lasarroques.com

Von der Franche Comté ins Burgund

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Donnerstag 7. August 2014.  Von der Abbaye d’Acey bis zum Mont Roland.

Ich verzichte auf die morgendliche Messe um 7 Uhr im Kloster. Gegen halb acht sitze ich im Frühstücksraum. Außer heißem Wasser scheint es nicht viel zu geben. Doch da sind lösliches Kaffeepulver, Milchpulver, Nesquik und Teebeutel. Brot, Butter und Marmelade finden sich ebenfalls und gegen acht Uhr bin ich wieder gestärkt für einen neuen Wandertag. Parallel zum Fluss Ognon verlasse ich die Abtei d’Acey und werfe aus der Ferne noch einen Blick zurück. Ein schönes Fleckchen Erde!

Blick zurück zur Abbaye d Acey. - Foto: Erich Kimmich    An den Ufern des Ognon entlang. - Foto: Erich Kimmich

Hinter dem nächsten Dorf geht es nun auf eine Brückenrampe, unter der die TGV-Schnellbahngleise verlegt sind. Dann folgt der Weg der Landstraße. Vor dem Weiler Brans ist zwischen Asphalt und neu angelegtem Gehweg ein schmaler Erdstreifen mit Blütenpflanzen eingesät worden. In allen Farbtönungen blüht es hier in der Morgensonne! Ein malerisches Blumenbild!

Malerisches Blumenbeet. - Copyright: Erich Kimmich

Malerisches Blumenbeet. - Copyright: Erich Kimmich.    Malerisches Blumenbeet. - Copyright: Erich Kimmich.

Über die Felder führt mich der Chemin zur Fontaine de la Bataille und dann abwärts in den Wald. Hier quert der kleine Bach Vèze doch tatsächlich den Weg. Immerhin führt seitlich eine Minibrücke darüber. Ich habe mich an einer Brennnessel stechen lassen und finde den heilsamen Spitzwegerich nun ausgerechnet nirgends. Die Beschilderung hat sich übrigens an allen Tagen als ausgezeichnet erwiesen.

Chemin de Compostelle: Stets zuverlässig beschildert. - Copyright: Erich Kimmich.     Weg und Bach queren einander. - Copyright: Erich Kimmich.

Japanisches Springkraut. - Foto: Erich Kimmich    Steiler Anstieg: Die ersten Häuser von Offlanges. - Copyright: Erich Kimmich.

Es geht steil und steiler bergan. Dort oben schlägt eine Kirchturmuhr. Es ist Mittag als ich das Dörfchen Offlanges erreiche. Eine Zeitlang gab es hier die bekanntesten Weingüter des Jura. Ich habe mächtig Durst und halte Ausschau nach einer Einkehrmöglichkeit. Fehlanzeige. Ein Schild weist zu einer Pizzeria. Diese taucht dann am Ortsende endlich auf – nur Abends geöffnet.

Ausblick von Offlanges aus. - Foto: Erich Kimmich.    Offlanges: Pilgerwetter. - Foto: Erich Kimmich.

Panorama von Offlanges in die Burgundische Ebene. - Foto: Erich Kimmich

Panorama von Offlanges in die Burgundische Ebene. - Foto: Erich Kimmich

Wie zur Erlösung ist am Rand der Straße ein Rastplatz mit Aussicht. Der Blick reicht weit hinaus in die Burgundische Ebene. Ich raste und staune, genieße das Spiel der Wolkenberge. Als ich einige Regenschleier auf mich zukommen sehe wird es Zeit zum Weiterwandern.

Bald bin ich an einem Steinkreuz vorbei nach Moissey gelangt. Am Place de la Fontaine hat eine Ber mit Laden geöffnet. Schräg gegenüber ist ein kleines Restaurant, das Convivial Comtois. Hier lasse ich mir zwei kleine frisch gezapfte Panachés schmecken und wandere dann zügig weiter.

Wegstück nach Moissey. - Foto: Erich Kimmich.    Pilgerwetter. - Foto: Erich Kimmich.

Tagesziel in Sicht: Mont Roland. - Foto: Erich Kimmich.    Tagesziel in Sicht: Mont Roland. - Foto: Erich Kimmich.

Altes Wegkreuz. - Foto: Erich Kimmich.    Pfirsiche. - Foto: Erich Kimmich.

Lange geht es leicht ansteigend durch sandigen Wald – fast wie zu Hause im Schwarzwald. Zwei Joggerinnen überholen mich. Am Wegkreuz Croix Boyon steigen zwei junge Reiterinnen von ihren Pferden. Schnurgerade führt ein Forstweg weiter, nun wieder leicht abwärts, bis Gredisans und über eine Hochfläche nach Jouhe. Schon kann ich weit hinten den Mont Roland mit seinem spitzen Kirchturm am Horizont sehen. Dorthin muss ich es noch schaffen!
Auf einer Hofmauer in Jouhe liegen mehrere Katzen in der Sonne. Sie fungieren hier quasi als Mauerabschluss.

Hausinschrift in Jouhe. - Foto: Erich Kimmich.    Auf der Mauer, auf der Lauer... - Foto: Erich Kimmich.

Ein letzter Anstieg, die Autobahn überquerend, führt durch einen lichten Wald bis zur Umfassungsmauer des Klosters auf dem Mont Roland, dessen Kirche schon 1089 erstmalig erwähnt wurde. Neben der Kirche (1644-1650) ist die Marienstatue aus dem 11. Jahrhundert noch erhalten. Dutzende Kerzen brennen hier zu Ehren Marias.

Kirche Notre Dame du Mont Roland. - Foto: Erich Kimmich.    In der Kirche Notre Dame du Mont Roland. - Foto: Erich Kimmich.

Wo soll ich heute schlafen? Ganz einfach: Ein paar Schritte von der Kirche abwärts Richtung Dole liegt das Logis-de-France-Hotel Chalet Mont-Roland. Der Hotelier bietet einen Pilgertarif an. Ich bekomme ein feines Zimmer, kühle mich duschend ab und setze mich zum Abendessen in den gut gefüllten Speisesaal. Ich habe nicht nur beim Quartier Glück gehabt heute. Den Regenmantel konnte ich im Rucksack lassen, denn die zahlreichen Regenschleier sind stets vor oder hinter mir vorbei gezogen.

Chalet Mont Roland: Vorspeise, Käseteller, Nachtisch. - Foto: Erich Kimmich

Chalet Mont Roland: Hauptspeise. - Foto: Erich Kimmich.

Endlich habe ich Gelegenheit die Jura-Spezialität Macvin zu probieren. Macvin (auch Marc-vin) besteht aus kurz Stempel vom Chalet du Mont Rolandange­go­re­nem Trau­benmost aus den typi­schen Reb­sor­ten des Jura, der mit Tres­ter­brannt­wein aus den glei­chen Reb­sor­ten (Marc) auf­ge­gos­sen wird. Dadurch kommt die Gärung zum Stillstand und es verbleibt ein süßlich-starker 17 %iger Likörwein, der im Jura schon seit dem 14. Jahrhundert gekeltert wird. Ein Jahr ruht der Likörwein dann noch im Eichen­fass, bevor er im Restaurant gut gekühlt serviert wird.

Am nächsten Morgen will ich hier meinen diesjährigen Pilgerabschnitt beenden und vom nahegelegenen Städtchen Dole aus die Heimreise antreten.   Das Chalet hier eignet sich auf jeden Fall als Startpunkt beim nächsten Mal!

Wetter: sonnig, schwül, vereinzelt Schauer; 27 °C Wetter: sonnig, schwül, vereinzelt Schauer; 27 °C    Tagesstrecke 30,3 km      Durchschnittstempo inkl. Pausen;  ohne Pausen: 6,97 km/h 3,6 km/h    Unterwegszeit 8:09     Summe Aufstiege.  Maximale Höhe 362 m 584 hm     Summe der Abstiege. Minimale Höhe 112 m 445 hm     Gesamt-Kilometer. 224,2 km.

 

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Bei den Mönchen der Abbaye d’Acey

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Mittwoch 6. August 2014.  Von Gy über Marnay zur Abbaye d’Acey.

Ein genüssliches Frühstück mit frischen Croissants und prima Orangensaft bereitet mich auf eine 30 Kilometer lange Wanderstrecke vor. Das Blasenpflaster hat sich in der Nacht abgelöst; ich habe es durch ein neues ersetzt. Vor der Apotheke in Gy verzweigt sich der Jakobsweg: Der nach geradeaus bzw. rechts führende geht über Vézélay, Limoges und Ostabat und trifft erst viele hundert Kilometer weiter – kurz vor St.-Jean-Pied-de-Port – wieder auf die Route über Le Puy. Die Übersichtskarte von www.deutsche-jakobswege.de  zeigt diesen Verlauf sehr deutlich.

Karte: www.deutsche-jakobswege.de

Ich biege links ab in Richtung Cluny – Le Puy. Von der reichen mittelalterlichen Vergangenheit der Stadt Gy sind die Strukturen der Verteidigungsanlagen der Oberstadt und das enge Netz von Straßen in der Unterstadt erhalten geblieben. Ich gehe an der Kirche Saint-Symphorien (1769) und am Château de Gy vorbei.

Schwalben sammeln sich. - Foto: Erich Kimmich

Blick vom Kircheneingang in Gy. - Foto: Erich Kimmich    Le Bourg de Gy. - Foto: Erich Kimmich

An meinem rechten Fuß macht es plopp – offenbar ist die Luft aus der Blase entwichen. Nun läuft es wie zu alten Zeiten! Schwalben sitzen in Gruppen auf den Telefondrähten. An dem Baum mit den weißfleischigen Pfirsichen am Wegrand kann ich nicht vorüber, ohne einen zu probieren.

Auf dem schönen Weg auf halber Höhe am Bergrücken entlang steigere ich mein Tempo. Die beiden Wanderer da vorne… Bald habe ich sie eingeholt – und überholt. Mein Durchschnitt liegt zeitweise bei 7 km/h, doch die Blase ist noch nicht ganz verschwunden. Schnell nin Blick zurück auf die Türmchen von Gy!

Blick zurück aufs Städtchen Gy. - Foto: Erich Kimmich    Schöne Landschaft hinter Gy. - Foto: Erich Kimmich

Schon bin ich durch das Dörfchen Autoreille hindurch da bekomme ich eine Nachricht von Elsbeth, die mich dann auch schon nach wenigen Kilometern an einer Pilger-Rasthütte eingeholt hat. Der reizvolle Wanderweg führt durch einen langen Waldabschnitt. Richtig abseits ist der Wanderer hier, weit weg von jeder Zivilisation.

Zauberwald. - Foto: Erich Kimmich    Marnay. - Foto: Erich Kimmich

Mittagessen in Marnay. - Foto: Erich Kimmich    Marnay: Kirche St-Symphorien. - Foto: Erich Kimmich

Der Weg führt uns auf verschlungenen Pfaden mitten ins Zentrum des kleinen Städtchens Marnay (1.400 Einwohner). Es liegt am Ognon, der die Pilger schon bei Villersexel begleitet hat. Ein Schloss, alte Bürgerhäuser und enge Straßen geben dem Städtchen seinen ganz besonderen Charme. 17 km liegen bereits hinter uns. Im Restaurant du Balcon am zentralen Platz kehren wir auf diverse Panachés und ein Menu du jour ein. Boeuf bourguignon, Mirabellenkuchen. Und trinken, trinken, trinken…
Wir werfen einen Blick in die Kirche St-Symphorien. Noch 2000 Kilometer sind es von hier bis nach Santiago de Compostela. An Supermärkten vorbei verlassen wir Marnay und erreichen – auf einer ehemaligen Bahntrasse – den alten Bahnhof von Chenevrey-et-Morogne. In Banne überquert der Jakobsweg den Ognon. Der Ognon liegt zwischen dem Doubs und der Saône. Er entspringt in den Vogesen und mündet nach 214 km im Département Côte-d’Or in die Saône.

Brücke über den Ognon: Blick flussaufwärts. - Foto: Erich Kimmich    Brücke über den Ognon: Blick flussabwärts. - Foto: Erich Kimmich

Links hinten im Wald liegt die Abbaye d Acey. - Foto: Erich Kimmich    Abbaye Notre-Dame d Acey. - Foto: Erich Kimmich

Auf einem kleinen Strässchen führt der Weg entlang eines Baggersees. Es geht rechts um den See herum und durch weite Maisfelder und dann kilometerlang geradeaus durch einen langen Waldabschnitt. Fast unverhofft stehen wir vor der Abbaye Notre-Dame d’Acey, dem Zisterzienserkloster, dessen kleines Türmchen sich knapp über die umliegenden Wälder erhebt.
Der Mönch am Eingang telefoniert dem Bruder Hotelier, der Elsbeth in den Gästetrakt des Klosters geleitet. Ich bekomme Unterkunft in einer Art Jugendherberge außerhalb der Klostermauern. Dort bin ich der einzige Bewohner in dieser Nacht. Der Trappistenmönch weist mich darauf hin, dass um 18:30 Uhr die Vesper stattfindet. Erst danach gibt es das Abendessen.
18 Brüder – im Alter von 36 bis 89 Jahren – leben hier nach den Ordensregeln des Heiligen Benedikt. Gegründet wurde das Kloster bereits im Jahr 1136.

Abbaye Notre-Dame dAcey. - Foto: Erich Kimmich

Vespergottesdienst mit den Mönchen der Abbaye dAcey. - Foto: Erich Kimmich    Vespergottesdienst mit den Mönchen der Abbaye dAcey. - Foto: Erich Kimmich

Hier möchte ich Jean-Christophe Rufin zitieren:
„Die betäubende Magie des Gebets hatte uns alle ergriffen. Dies ist eine der Besonderheiten des Jakobswegs: Er verschafft dem Pilger, welche Motive auch immer er haben mag, Augenblicke Mehr zum Buchunerwarteter religiöser Gefühlsregungen. Je prosaischer der Alltag des Wanderers ist – seine Gedanken kreisen um schmerzende Blasen oder den allzu schweren Rucksack -, desto machtvoller werden solche Momente der Spiritualität. Der Weg ist zunächst einmal das Vergessen der Seele, die Unterwerfung unter den Körper, unter sein Elend, seine tausend Bedürfnisse. Und dann zerbricht diese mühselige Routine, die uns in ein dahin trabendes Tier verwandelt hat, und plötzlich kommen diese Momente reiner Ekstase, in denen für die Dauer eines schlichten Gesangs, einer Begegnung oder eines Gebets der Körper aufreißt, in Stücke bricht und eine Seele freigibt, die man verloren geglaubt hatte.“
     Jean-Christophe Rufin: Pilgern für Skeptiker (S. 65)

Kirchenschiff der Abbaye dAcey. - Foto: Erich Kimmich

In der Abbaye dAcey. - Foto: Erich Kimmich    In der Abbaye d Acey. - Foto: Erich Kimmich

Abbaye d Acey: Klösterliches Abendessen. - Foto: Erich KimmichSo erlebe ich die Vesper in der beeindruckenden Kirche mit ihrer kargen Ausstattung. Durch den Sprechgesang der Mönche fühle ich mich ausgeglichen und empfinde eine große Ruhe. Pilgerstempel der Abbaye d AceyEs fühlt sich an wie ein Neustart des Betriebssystems. Unglaublich, aber wahr! Ich kann die Kraft der Ruhe spüren.

Das schlichte Abendessen (Kulinarik war gestern!) bekomme ich im Transportgeschirr geliefert. Um 20:30 Uhr beginnt die Complet, das „Abendgebet“ der Mönche, das ich mir natürlich nicht entgehen lasse.

Ruhe im Innern.
Ruhe im Äußern.
Wieder Atem holen lernen, das ist es.
                   Christian Morgenstern

 

Wetter: sonnig und warm; 24 °C     Tagesstrecke 29,8 km      Durchschnittstempo inkl. Pausen;  ohne Pausen: 7,33 km/h 4,1 km/h    Unterwegszeit 7:26     Summe Aufstiege.  Maximale Höhe 350 m 710 hm     Summe der Abstiege. Minimale Höhe 171 m 773 hm     Gesamt-Kilometer. 193,9 km.

 

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Mein Buch-Tipp:

Rother Wanderführer: Jakobsweg Strasbourg - Le PuyDie Pilgerrouten nach Santiago de Compostela führen quer durch Europa. Einer dieser Wege nimmt seinen Ausgangspunkt in Straßburg und stellt nach 800 km in Le Puy-en-Velay den Anschluss an die Via Podiensis her. Dieser Jakobsweg ist im Gegensatz zum Spanischen Jakobsweg ein eher ruhiger Weg, auf dem kein Rummel herrscht. Zunächst wird das lebensfrohe Elsass mit seinen mittelalterlich anmutenden Winzerorten durchquert.  Thann ist ein alter Pilgertreff- und Sammelpunkt, auch heute noch mündet der Jakobsweg aus dem süddeutschen Raum hier ein. Nach Belfort zieht der Weg durch die Franche-Comté. In Burgund ist man in den berühmtesten Weinberglagen der Welt unterwegs. Das im Mittelalter bedeutende geistige Zentrum Cluny zieht die Aufmerksamkeit der Pilger auf sich.
Dieser bewährte Rother-Wanderführer bietet alle nötigen Informationen zur Planung und Durchführung der Pilgerfahrt. Detaillierte Karten, präzise Beschreibungen der einzelnen Streckenabschnitte inklusive aussagekräftiger Höhenprofile sowie umfangreiche Angaben zur Infrastruktur am Weg, wie etwa Einkehr- oder Einkaufsmöglichkeiten, erleichtern die individuelle Tourenplanung auch abweichend von den im Buch gewählten Etappen. Außerdem werden umfassende Infos zu Lage und Ausstattung der am Weg liegenden Gîtes d Etapes sowie Hinweise auf weitere Übernachtungsgelegenheiten gegeben. Eine Auswahl aussagekräftiger Bilder vermittelt einen ersten Eindruck von der Vielfalt der Landschaft an diesem Jakobsweg und macht Lust, den Rucksack zu packen und aufzubrechen.

Renate Florl:
Französischer Jakobsweg:
Von Straßburg bis Le Puy-en-Velay
41 Etappen
224 Seiten; 14,90 Euro
Bergverlag Rother; 1. Auflage (2009)

Jakobsweg trifft Via Francigena

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Dienstag 5. August 2014.  Von Recologne-lès-Rioz nach Gy.

Abschied bei Familie Travaillot in Recologne-lès-Rioz. Eine äußerst angenehme Gastfreundschaft!
Schon nach wenigen Kilometern haben wir den Camino wieder erreicht.

Recologne-lès-Rioz: Abschied von Familie Travaillot.  - Foto: Erich Kimmich    Bei Familie Travaillot.  - Foto: Erich Kimmich

Fahrrad-Stilleben.  - Foto: Erich Kimmich    Franche Comté.  - Foto: Erich Kimmich

Er zieht sich an einen Höhenrücken, den Bois de Chanenot, hinauf und führt die Wanderer durch grünes Dickicht. Ein dicker, moosbewachsener Erdwall verläuft parallel am Hang. Wozu dieser wohl erbaut wurde? Vielleicht als Abgrenzung für das Weidevieh? Oder ist es eine uralte Befestigungsanlage? Im Wald zwingt mich wieder ein quer gespanntes Spinnennetz zu einem Fotografierversuch. An einer Waldhütte haben die Jakobsfreunde von der Association franc-comtoise du chemin de compostelle (www.af-ccc.fr) eine Tafel angebracht, die erläutert, dass in der Stadt Gy ein Wegstück Richtung Vézélay abzweigt.

Bemooster Erdwall im Wald.  - Foto: Erich Kimmich    Spinne im Wald.  - Foto: Erich Kimmich

Grüner Mischwald.  - Foto: Erich Kimmich    Jakobswege in der Franche-Comté.  - Foto: Erich Kimmich

Jakobsweg und Via Francigena.  - Foto: Erich Kimmich    Jakobsweg in der Franche-Comté.  - Foto: Erich Kimmich

Hier kreuzt sich der Jakobsweg mit einem anderen Pilgerweg, der Via Francigena, der vom englischen Canterbury aus bis nach Rom führt. Ein Stück weit verlaufen beide Wege gemeinsam. Bei Les Malbuissons geht es wieder hinauf zum zweiten lang gestreckten Höhenzug. Bei der Ferme des Combes – hier steht eine riesige, ausladende Kastanie – ist ein Pilgerrastplatz, der zu einer erholsamen Pause einlädt.

Pflaumenbaum am Wegrand. - Foto: Erich Kimmich    Mirabellen.  - Foto: Erich Kimmich

Auf Jakobswegen in der Franche Comté. - Foto: Erich Kimmich    Der ideale Rastplatz. - Foto: Erich Kimmich

Bei der Ferme des Combes. - Foto: Erich Kimmich

Rast unterm Kastaniendach. - Foto: Erich Kimmich    Zeit für ein kleines Schläfchen. - Foto: Erich Kimmich

An einem Flugfeld vorbei führt der Pilgerweg nach Bucey-lès-Gy, das wir schon von weitem mit seinem markanten Kirchturm sehen können. Vor der Kirche sprechen uns Ausflügler an. Steil geht es abwärts bis zum Tal. Das Örtchen wirkt ausgestorben, von der Brücke führt der Blick wieder hinauf zum Kirchturm, den man auch von der Hochebene aus gut erkennen kann.

Blick auf Bucey-lès-Gy. - Foto: Erich Kimmich    Alte Kirchentreppe in Bucey-lès-Gy. - Foto: Erich Kimmich

Kirche von Bucey-lès-Gy. - Foto: Erich Kimmich    Bucey-lès-Gy. - Foto: Erich Kimmich

Noch eine Stunde lang über Feldwege und das Städtchen Gy mit seinen etwa tausend Einwohnern liegt vor uns. Heute habe ich keine Lust auf Pilgerherberge. Ich miete mich im Hotel Pinocchio ein. Zum Abendessen muss ich jedoch ins Städtchen gehen.

Blick zurück nach Bucey-lès-Gy. - Foto: Erich Kimmich    Le Château de Gy. - Foto: Erich Kimmich

Ich mache einen kleinen Abendbummel – 21 Kilometer sind ja nicht genug. Am Rathausplatz vorbei gehe ich durch kleine mittelalterliche Straßen aufwärts zum Château de Gy, das den Erzbischöfen von Besançon gehörte. Besançon liegt etwa 25 km südlich von hier. Gy war schon zur Hallstatt- und zur Römerzeit besiedelt.

Essen wie Gott in Frankreich

In der Grand Rue, im kleinen Restaurant „Charlemagne“ bekomme ich ein ausgezeichnetes Abendessen. Eine Halbliterflasche Chardonnay aus dem Nachbarort Charcenne. Leicht und geschmackvoll.

Chardonnay de Franche Comté. - Foto: Erich Kimmich   Abendessen im Restaurant

Als sommerliche Vorspeise gibt es fruchtige Charente-Melone mit Schinken. Dazu hat der Chef Wildkirschen (Griottes) in Alkohol und Gewürzen eingelegt und mit ein paar dieser Duftbomben die Melonen dekoriert.  Vom Gastraum durch eine große Scheibe abgetrennt, kann man direkt einen Blick in die Küche werfen. Und weil ich so ein hirnloser Mensch bin, bestelle ich mir angebratenes Cerveau d’Agneau mit Kapern und feiner Sauce. Dazu werden Gemüse und Kartoffelpuffer gereicht. Beim Nachtisch (Vacherin glacé mit roter Beeren-Sauce) begegnen mir die Griottes noch einmal – hmmm! Im Hintergrund spielen die Scorpions den Song „Still Loving You“…
Dann folgt John Legend mit „All of Me“ …

How many times do I have to tell you
Even when you’re crying, you’re beautiful too?
The world is beating you down
I’m around through every move

Durch dunkle Straßen spaziere ich ins Hotel zurück. Der Mond schaut zu.

Nächtliches Gy. - Foto: Erich Kimmich

Wetter: sonnig und warm; 24 °C     Tagesstrecke 21,4 km      Durchschnittstempo inkl. Pausen;  ohne Pausen: 4,37 km/h 2,4 km/h    Unterwegszeit 8:48     Summe Aufstiege. 420 hm     Summe der Abstiege. 515 hm     Gesamt-Kilometer. 164,1 km.

 

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