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Erichs (B)Logbuch » 2015 » April

Achtung: Flachlegen!!

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© Foto: Erich Kimmich

Radiumquelle, Schnapsbrunnen, Radler

Jakobsweg, Wandern Ein Kommentar »

Dritter Tag meiner Wandertour auf dem Kinzigtäler Jakobusweg.

Zell am Harmersbach. Ein gutes Frühstück stärkt für meinen dritten Wandertag. Doch erst gibt es noch einen Abstecher zur Messer-Manufaktur Kneissler in der Hauptstraße 75. Schon seit 1875 besteht der Familienbetrieb in Zell am Harmersbach. Mittlerweile wird er in der fünften Generation von Elke und Willi Kneissler, Messerschmiedemeister, geführt. In dem Fachgeschäft für Stahl- und Haushaltswaren findet man ein riesiges Sortiment an Produkten namhafter Hersteller rund um das Thema Schneiden, Kochen und Backen – ideal auch für Geschenke und als Mitbringsel. Für meine künftigen Wandertouren schenke ich mir ein frnazösisches Opinel-Messer. Das passt auch noch locker in den Rucksack…

Durch die Altstadt von Zell am Harmersbach (223 m) geht es an Rathaus und Stadtkirche vorbei und durch ein Neubaugebiet hinaus in die freie Feldflur.Vor uns liegt das Nordrachtal. Der Weg steigt zum Waldrand hin an, mächtige Eichen stehen da, wo es den schönsten Ausblick gibt.

Für Panoramaansicht: Ins Bild klicken!

Weiter geht es durch den Zeller Stadtwald bis zur „Radiumquelle„. Der Geologe und Chemiker Goldbach stellte 1928 fest, dass diese Quelle im ganzen Umkreis den höchsten Radiumgehalt aufweist. Sie wurde daraufhin gefasst.

Radiumquelle im Nordrachtal. - © Foto: Erich Kimmich

Parallel zur Straße zieht sich der Wanderweg nun das Nordrachtal entlang. Der Bach ist erst links, dann rechts des Weges, zwei neu erbaute Wasserkraftwerke zeigen, wie man die Kraft des Wassers nutzen kann.  Nun kommt der Weiler Lindach. Gleich am Ortseingang  steht ein Schild „Schnapsbrunnen“ und lustige, urige Holzfiguren und Zwerge machen neugierig.

Beim Lindacher Schnapsbrunnen. - © Foto: Erich Kimmich    Schnitzerei von Berthold Eble. - © Foto: Erich Kimmich

Schwarzwald-Wichtel: Schnitzerei von Berthold Eble. - © Foto: Erich Kimmich    Schnitzerei von Berthold Eble. - © Foto: Erich Kimmich

Schnitzerei von Berthold Eble. - © Foto: Erich KimmichHier weist der Schnitzer und Kunsthandwerker Berthold Eble auf sein spannendes Handwerk hin. Neben dem dicken Fuß einer uralten Linde, die an anderer Stelle weichen musste und hier zum „Bären-Baum“ umgestaltet wurde, steht tatsächlich die „Schnaps-Quelle“: Öffnet man ein Holztürchen durch Drehen einer Flasche, zeigen sich dem Wanderer ein gutes Dutzend edle und exotische „Tropfen“:  Vom Kaffeebohnen-Likör, über Waldmeister-Likör (aus Waldmeister, Honig und Wodka), Holunderblütenlikör bis zum Kirschblatt-Likör oder zum bekannten Kirschwasser reicht die Palette. Selbst getöpferte Becherchen stehen trinkbereit daneben. Keine Frage, dass man bei einer solch liebevollen Darbietung auch bereit ist, je Gläschen einen Euro in einem hölzernen Schlitz zu versenken.  „Der Kopf tut weh, die Füße stinken, drum lass uns einen Schnaps hier trinken!“ heißt es sinnig. In der Innenseite der Tür ist fundiert begründet, warum mensch sich den einen oder anderen Tropfen gönnen sollte:

Lindacher Schnapsbrunnen. - © Foto: Erich KimmichMit 30 stirbt ein Pferd,
das niemals ein Glas Bier geleert.

Mit 20 sterben Schaf und Ziegen,
die niemals Schnaps zu trinken kriegen.

Die Kuh trinkt Wasser nie mit Rum,
nach 18 Jahren fällt sie um.

Das Huhn legt Eier für Likör,
6 Jahre lang – dann lebts nicht mehr.

Der Mensch trinkt Schnaps,
trotz kranker Galle, und überlebt die Tiere alle.

Damit ist der Beweis erstellt,
dass Alkohol gesund erhält!

Drum last uns öfter einen heben,
damit wir alle länger leben! Prost!

Figuren beim Schnapsbrunnen. - © Foto: Erich Kimmich    Bären-Schnitzerei von Berthold Eble. - © Foto: Erich Kimmich

Lindacher Schnapsbrunnen. - © Foto: Erich Kimmich    Lindacher Schnapsbrunnen. - © Foto: Erich Kimmich

Schnitzerei von Berthold Eble. - © Foto: Erich Kimmich

Der Waldmeisterlikör schmeckt übrigens prima! Hinterm Haus kann man sich als Hexe fotografieren, tummeln sich Bergmanns-Wichtel und -zwerge. Auf getöpferten Wandtellern finden sich weitere „Lebensweisheiten“: „Wenn du noch einen Onkel hast, und der hat gute Weine, dann sorge dass er dich nicht hasst, sonst trinkt er sie alleine!“

Erich, die Hexe. - © Foto: Erich Kimmich    Spruch-Teller. - © Foto: Erich Kimmich

Schwarzwald-Wichtel: Schnitzerei von Berthold Eble. - © Foto: Erich Kimmich    Schnitzerei von Berthold Eble. - © Foto: Erich Kimmich

Alles klar?! Na denn geht es weiter! Entlang der Durchgangsstraße sind gelbe Narzissen gepflanzt Schwarzwald-Pilz: Schnitzerei von Berthold Eble. - © Foto: Erich Kimmichworden. Kilometerlang zieht sich das gelbe Blütenband an der linken Straßenseite entlang. Eindrucksvolle Bauernhöfe schauen von etwas oberhalb ins Tal herab. Einige Schritte weiter werfe ich einen Blick in die Nordracher Kirche. Hier bin ich im Mittelpunkt des rund acht Kilometer langen Straßendorfs und Kurortes Nordrach (297 m). Wurden früher Tuberkulosekranke hier geheilt, so sind es mittlerweile Herz- und Kreislaufkranke, die in den Sanatorien und der frischen Luft Linderung finden. Das Gasthaus gegenüber der Hansjakob-Halle hat heute geschlossen, das nette Café weiter oberhalb nach der Brücke auch. Dann eben nicht, das kenne ich ja nun schon. Eine alte Frau erzählt, es habe früher 19 Gaststätten in Nordrach gegeben, heute seien es keine fünf mehr. Und diese dann noch geschlossen, denke ich dazu.

So steige ich die linke Bergflanke hinauf, der Markierung folgend. Schritt für Schritt. Die Wärme spürend, die von innen und außen kommt. Ein Blick auf Nordrach mit seiner Kirche gelingt zwischen den noch unbelaubten Bäumen hindurch. Kleine Verschnaufpause an einer Holzhütte. Die Kirchturmuhr schlägt drei Mal. Im Zick-Zack geht es immer steiler. Endlich ist auf 590 m die Lärchenhütte erreicht. Nun führt der Kandelhöhenweg die Wanderer weiter. Von nunan gehts bergab! Da haben die Buchen bereits die ersten zarten hellgrünen Blättchen ausgetrieben!

Von der Lärchenhütte zum Satteleck. - © Foto: Erich Kimmich     Frisches Buchengrün. - © Foto: Erich Kimmich

Ein weiter Ausblick tut sich Richtung Offenburg und Rheintal auf. Über das Satteleck (344 m) geht es auf dem Grat weiter zur Teufelskanzel (400 m), dann an der Talseite des Haigerachs zum Gengenbacher Bergle mit seiner 1682 erbauten Kapelle.

Blick nach Offenburg, Strasbourg. - © Foto: Erich Kimmich     Kunst am Weinberg. - © Foto: Erich Kimmich

Jakobskapelle auf dem Bergle. - © Foto: Erich Kimmich     In der Jakobskapelle auf dem Bergle. - © Foto: Erich Kimmich

Kunst im Weinberg begegnet den Wanderern beim Aufstieg zur Kapelle, in der sich eine barocke Jakobusstatue findet. Bereits die Römer haben hier oben eine Jupitersäule aufgestellt und blickten hinab auf ihre 74 n.Chr. fertig gestellte Straße zwischen Straßburg und Rottweil. Die Sonne scheint geradezu heftig auf die Sitzbänke vor der Kapelle und nötigt geradezu zum Abstieg. Ein letzter Blick auf die vielen Dächer, Türmchen, Mauern und Gassen…

Blick auf Gengenbach. - © Foto: Erich Kimmich

Unzählige Treppenstufen führen hinab ins Städtchen Gengenbach, das Kurt Klein als „Santiago des Kinzigtales“ bezeichnet. Ein frisch gebackener Flammkuchen, ein knackiger Salat und ein frisch gezapftes Bier in der „Schatull“ sind der Abschluss meiner dreitägigen Tour im Kinzigtal.

Blick auf Gengenbach. - © Foto: Erich Kimmich     Badischer Flammkuchen. - © Foto: Erich Kimmich

18,2 km waren es heute. 460 Meter Aufstiege, 505 Meter Abstiege.

Höhenprofil

   Zurück zum ersten Wandertag (Wolfach – Haslach)
Zurück zum zweiten Wandertag (Haslach – Zell a.H.)

Von der Kinzig zum Harmersbach

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Zweiter Tag meiner Wandertour auf dem Kinzigtäler Jakobusweg.

Haslach (220 m). Die Sonne lacht vom Himmel. Das gute Wetter hält weiter an, juhuu! Nach dem Frühstück breche ich auf, laufe im Zickzack durch die Gassen der Altstadt, schaue in die Pfarrkirche und besorge mir eine kleine Tube Sonnencreme, Energieriegel und Getränke.

Marktplatz in Haslach. - © Foto: Erich Kimmich     Altstadt Haslach. - © Foto: Erich Kimmich

Das Städtchen Haslach ist immer einen Besuch wert. Seine Pilger-Vergangenheit kann sich sehen lassen: Am 11. März 1610 brachen der „Hosenstrickler Laux Schierer und Hanß Dolden Söhne“ zu einer Wallfahrt nach Santiago auf. So steht es im ältesten Kirchenbuch der Pfarrgemeinde.

Ich breche zur heutigen Tagestour auf: Vom Rathaus geht es zum Bahnhof, durch die Unterführung und über die Brücke an das nördliche Kinzigufer. Schon bin ich links auf den Kinzigdamm abgebogen. Der Verkehrslärm der B33 auf der anderen Seite ist noch gut zu hören. Einzelne Radfahrer oder Jogger kommen mir entgegen. An einer Sitzbank mache ich geruhsame Rast, schnüre mir die Schuhe neu. Und tausche die lange Wanderhose gegen die sommerlich kurze. Ich portraitiere die winzig-kleinen Blümchen am Damm, ohne zu wissen, wie sie genannt werden.

Blümchen am Kinzigdamm. - © Foto: Erich Kimmich     Blümchen am Kinzigdamm. - © Foto: Erich Kimmich

Auf der Höhe von Steinach (210 m) biegt der Jakobusweg rechts ab, taucht in den nahegelegenen Wald ein. Nun heißt es, den Berg hinauf steigen. Das Durchschnittstempo sinkt gewaltig – bergauf bin ich nur etwa halb so schnell wie in der Ebene. Nach dem langgezogenen Holzabfuhrweg folgt ein schmaler Zickzackweg. Ein Bauer verbrennt auf einer abgeholzten Fläche das übrige feuchte Reisig. Graue Rauchschwaden ziehen durch den Wald aufwärts. An einem Brunnen fülle ich mein Wasser auf. Schon bald bin ich am „Webers Kreuz“ (410 m) angelangt. Kurz darauf bietet sich ein weiter Blick aufs Kinzigtal. Es ist wunderbar ruhig und sonnig warm.

Reisig verbrennen im Wald. - © Foto: Erich Kimmich     Webers Kreuz. - © Foto: Erich Kimmich

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Der Weg wird zusehends reizvoller und abwechslungsreicher. Auf Tannenwald folgt lichter Buchenwald. Waldschaumkraut macht sich an feuchten Stellen breit. Mir steigt der Duft von Senf und Meerrettich in die Nase.

Würziges Waldschaumkraut. - © Foto: Erich Kimmich     Aussicht. - © Foto: Erich Kimmich

Auf zum Niller Eck. - © Foto: Erich Kimmich     Blick vom Niller Eck. - © Foto: Erich Kimmich

Dann endlich habe ich das Welschbollenbacher Eck mit nahezu 600 Höhenmetern erreicht. Im am Niller Eck (550 m) ist die Aussicht paradiesisch! Warum nicht einen Abstecher zu den Nillhöfen machen? Ist nur knapp einen Kilometer von hier. Und verspricht ein kühles Bierchen! Gesagt – getan! Die Aussicht von hier oben ist exklusiv. Nur das Gasthaus „Nillhof“ hat wegen Besitzerwechsel und Renovierung das ganze Jahr 2015 geschlossen. Nun denn… Wenigstens mit dem Wetter habe ich Glück. Hinterm Haus ist eine gemütliche Bank, wo ich das schweissnasse Hemd in der Sonne trocknen lassen und gemütlich Vespern kann.

Für Panoramablick ins Bild klicken

Wieder zurück am „Eck“ gehts von nun an kräftig bergab. Beim Buchwaldhof (290 m) ist eine aussichtsreiche Stelle. Vom Wegkreuz aus wandert der Blick zur Hohengeroldseck, über das Städtchen Zell ins ehemalige Reichstal Harmersbach. Gelbe Narzissen blühen überall auf dem Feld.

Blick vom Buchwaldhof Richtung Geroldseck. - © Foto: Erich Kimmich     Wilde Narzissen. - © Foto: Erich Kimmich

Noch einmal geht es steil abwärts. Holzfäller türmen mit ihren Maschinen Holzstämme auf. Am Waldrand tut sich der Blick auf Zell im Harmersbachtal auf, zur Linken sind Forellenweiher, an denen der Pfad vorüber führt. Kröten haben hier gelaicht und verstecken sich rasch unter den aufgequollenen Laichklumpen.

Weiher vor Zell a.H. - © Foto: Erich Kimmich     Rätsel: Wieviele Kröten sind auf diesem Foto? - © Foto: Erich Kimmich

Kröte und Laich - © Foto: Erich Kimmich     Wallfahrtskirche Maria zu den Ketten. - © Foto: Erich Kimmich

Bald bin ich an der Wallfahrtskirche „Maria zu den Ketten“ mit dem angeschlossenen Kapuzinerkloster angekommen. Schon 1480 gab es hier eine erste Wallfahrtskirche. An der Decke und an den Altären taucht immer wieder die Muschel als Pilgersymbol auf.

Wallfahrtskirche Maria zu den Ketten. - © Foto: Erich Kimmich     Zell am Harmersbach. - © Foto: Erich Kimmich

Vorbei an den Stadttoren der Altstadt und dem Rathaus der früheren Reichsstadt Zell am Harmersbach erreiche ich das Hotel Sonne, wo ich eine komfortable Unterkunft finde.

Heute bin ich etwa 20 km in 6,5 Std.  gewandert.

Höhenprofil

Morgen geht es von Zell a.H. nach Gengenbach weiter.

 

Wer ein Ziel hat, findet auch den Weg

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Meine dreitägige Wandertour auf dem Kinzigtäler Jakobusweg

Der Kinzigtäler Jakobusweg wurde von Kurt Klein ins Leben gerufen. Es ist kein klassischer Weg Richtung Santiago, sondern er führt auf gut 100 km Länge zu den Verehrungsstätten des Heiligen Jakobus im Kinzigtal. Er verläuft Wanderführer von Kurt Kleinvon Loßburg bei Freudenstadt bis nach Schutterwald bei Offenburg:

So beschreibt der kleine Wanderführer von Kurt Klein die Etappen. Die drei mittleren habe ich mir für die nächsten Tage vorgenommen. Von Wolfach aus will ich heute über Hausach bis Haslach wandern. Die Route führt nicht etwa dem Kinzigtal entlang, sondern zunächst nördlich, ab Hausach dann südlich der Kinzig durch die Berge.

Blick Richtung Nordwesten, rechts der Staufenkopf. - © Foto: Erich Kimmich    Vater und Sohn. - © Foto: Erich Kimmich

Da ich auf der „Grub“ hinter Sulzbach starte, steht mir erst noch ein steiler Abstieg nach Wolfach hinunter bevor. Genau wie vor etwa einem Jahr als ich den Jakobsweg Richtung Thann ab Wolfach gewandert bin. Nach ein paar hundert Metern verabschiede ich mich von meinem Vater und Chauffeur Richard, genieße die ungetrübte Aussicht hinüber zum Brandenkopfmassiv und steige mehr als 500 Höhenmeter hinunter.

Flechtenwald. - © Foto: Erich Kimmich

Flechtenwald. - © Foto: Erich Kimmich    Ausblick. - © Foto: Erich Kimmich

Wie Lametta hängen die grünen Flechten im Wald. Nach einer dreiviertel Stunde habe ich St. Jakob erreicht, das kleine Pilgerkirchlein im Wald oberhalb Wolfach.

Altar in St. Jakob. - © Foto: Erich Kimmich    Hier beginnt der Jakobusweg. - © Foto: Erich Kimmich

In Wolfach (263 m) thront ein riesiges Osterei vor dem Rathaus. Es scheint aber nicht begehbar zu sein. Schon habe ich die Wegmarkierung des Kinzigtäler Jakobuswegs erkannt, überquere die Kinzig und grüße den Brückenheiligen St. Nepomuk auf dem Gassensteg. Auf der anderen Seite steht der Narrenbrunnen mit den bekannten Wolfacher Narrengestalten. Am Flößerpark vorbei, wo die Wolf in die Kinzig mündet, wendet sich der Jakobusweg gleich nach rechts und führt hinauf zum Wolfacher Ehrenmal (350 m). Hier schweift der Blick über die Häuser, die beiden Flüsse und das Schloss der Fürstenberger.

Wolfach: Riesen-Osterei vor dem Rathaus. - © Foto: Erich Kimmich    Der Brückenschutzheilige St. Nepomuk. - © Foto: Erich Kimmich

Wolfacher Narrenbrunnen. - © Foto: Erich Kimmich    Traditionelles Floss. - © Foto: Erich Kimmich

Am Wolfacher Ehrenmal. - © Foto: Erich Kimmich    Osterküken im Wald. - © Foto: Erich Kimmich

Blick auf Wolfach. - © Foto: Erich Kimmich

Auf dem Hofeckleweg geht es ansteigend in den Wald. Ein Oster-Küken aus Schokolade steht auf einem Baumstumpf und strahlt in die Sonne. Hat das ein Kind vergessen? Oder beim Ostereiersuchen übersehen?
Immer weiter geht es hinauf, auf steilen Serpentinen, schweißtreibend. Dann bietet sich ein herrliches Panorama ins obere Kinzigtal an. Nochmal weiter aufwärts und auf rund 500 m Höhe auf der Passhöhe zwischen der Frohnau und dem Hapbach ist das „weiße Kreuz“ erreicht.

Panoramablick ins Obere Kinzigtal. - © Foto: Erich Kimmich    Gemeinsame Wegweiser. - © Foto: Erich Kimmich

Am Weißen Kreuz. - © Foto: Erich Kimmich

Blick auf den Käppelehof: Dienstag Ruhetag. - © Foto: Erich Kimmich

Gemeinsam mit dem bekannten Westweg (auf dem mir dann auch gleich einige Wanderer begegnen) und dem Hansjakobweg führt der Jakobusweg hinüber zum Käppelehof (438 m), wo ich mich durstig auf eine Einkehr freue. So ein kühles Radler wäre jetzt genau das Richtige.  Doch: „Dienstag Ruhetag!“ – Keine Chance. Ich setze mich vor dem Hof in die Sonne und packe meine Verpflegung aus. Rotwein, knackige Wurst, dunkles Brot, Apfel. Neben dem 1738 erbauten Hof steht die Wendelinuskapelle, eine berühmte Wallfahrtskapelle, in der sich eine Jakobsfigur befindet.

Mittagsrast vor dem Käppelehof. - © Foto: Erich Kimmich    Jakobus in der Käppelehof-Kapelle. - © Foto: Erich Kimmich

Der weitere Weg zieht sich links an der Bergflanke entlang, von rechts gluckert das Wasser des Osterbachs. Ich schaue zurück zum Käppelehof.

Blick zurück auf den Käppelehof. - © Foto: Erich Kimmich

Über mir höre ich ein lautes Summen: Ein großer Weidenbaum ist zur Anlaufstelle für die Bienen geworden, die an den Weidenkätzchen Nektar saugen. Schlüsselblümchen und Scharbockskraut recken ihre gelben Blüten zur Sonne.

Schlüsselblumen. - © Foto: Erich Kimmich    Grün-gelb: Zypressenwolfsmilch. - © Foto: Erich Kimmich

Blühende Weidenkätzchen. - © Foto: Erich Kimmich    Scharbockskraut. - © Foto: Erich Kimmich

Nun öffnet sich der Wald und zu meinen Füßen liegt Hausach und das Flussbett der Kinzig. Am Wintermaxenhof vorbei, über die Kinzigbrücke, dann unter der Bahntrasse hindurch – schon bin ich in der Hausacher Innenstadt (240 m). Die Sonne wärmt wunderbar, ein Himbeerkuchen und ein Cappuccino im Café Waidele tun ihr übriges.

Blick auf Hausach und die weitere Wanderstrecke. - © Foto: Erich Kimmich    Hausacher Kinzigdamm. - © Foto: Erich Kimmich

Himbeerkuchen und Cappu. - © Foto: Erich Kimmich

Unterhalb der Burg aus dem Dreißigjährigen Krieg führt das Muschelsymbol den Wanderer nach Hausach-Dorf, wo die alte gotisch-romanische Dorfkirche schon von weitem auffällt. „Wer ein Ziel hat, findet auch den Weg“ lautet die Inschrift am Brunnen.

Kirche in Hausach-Dorf. - © Foto: Erich Kimmich

Kirche in Hausach-Dorf. - © Foto: Erich Kimmich

Brunnen vor der Dorfkirche. - © Foto: Erich Kimmich    St. Rochus. - © Foto: Erich Kimmich

Klicken: zoombare Details anschauen

In der eindrucksvollen ehemaligen Bergmannskirche beeindruckt mich am rechten Seitenaltar die ausdrucksstarke Kreuzigungsgruppe. Am linken Seitenalter findet sich eine Rochus-Figur.

Kirche in Hausach-Dorf. - © Foto: Erich Kimmich    Blick zurück auf Hausach. - © Foto: Erich Kimmich

Nun steht die zweite „Bergpassage“ an: Wo früher die Bergleute in die Steinbrüche und Stollen mussten, schreite ich steil aufwärts in den schattigen Wald und verschnaufe kurz bei einem wundervollen Blick zurück, wo ich die in den vergangenen Stunden zurückgelegte Strecke ausmachen kann.

Im dunklen Wald leuchtet ein Sonnenstrahl eine Gruppe Jungbäume an: es wirkt weihnachtlich inszeniert. Am Matthesenhof (460 m) sind die Tiere draußen. Junge Lämmer hüpfen aufgeregt umher. Ponys stehen am Wegrand. Ein weiter Blick zum Brandenkopf tut sich auf.

Huflattich. - © Foto: Erich Kimmich

Silberzauber im Wald. - © Foto: Erich Kimmich    Der Bannstein. - © Foto: Erich Kimmich

An einem Sattel schaut der Wanderer jetzt über die Berge jenseits der Elz. Ich genieße die Sonne und lasse mein feuchtgeschwitztes Hemd von den wärmenden Strahlen trocknen. Schon stehe ich vor dem Bannstein (520 m), einem säulenartigen Grenzstein. Die Luft ist mild, doch auch beim Abstieg wird mir warm: es ist stellenweise so steil, dass die „Knie-Bremsen“ heiß laufen.Bald ist es 19 Uhr und ich bin immer noch nicht am Ziel!

Vorbei an Mühlenbach (260 m) zieht sich der Auslauf der Tagesetappe noch drei Kilometer bis zur Hansjakobstadt Haslach (220 m).

Im Zentrum von Haslach. - © Foto: Erich Kimmich

Im Gasthaus „Storchen“ finde ich rasch Quartier (in einem roten runden Bett) und ein ausgezeichnetes Abendessen (duftend frischer Flammkuchen und ein knackiger Salat).

Flammkuchen im Storchen, Haslach. - © Foto: Erich Kimmich    Im Storchen, Haslach. - © Foto: Erich Kimmich

Knapp 27 km sind es heute geworden. 1171 m Aufstieg und gar 1621 m Abstiege.

Höhenprofil

Morgen geht es weiter von Haslach nach Zell am Harmersbach.

Drei Schneeballen

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Gasthaus Zu den Drei Schneeballen. - © Foto: Erich Kimmich

Sehr zu empfehlen: Gasthaus Drei Schneeballen. - © Foto: Erich Kimmich     Sehr zu empfehlen: Gasthaus Drei Schneeballen. - © Foto: Erich Kimmich

Ostermontag: Familienausflug ins Traditionsgasthaus „Zu den Drei Schneeballen„. Das liegt in Hofstetten, zwei Kilometer südlich von Haslach im Kinzigtal. Es wurde anno 1493 – also vor über 500 Jahren! – erstmals urkundlich erwähnt und ist somit eines der ältesten Gasthäuser Mittelbadens. Das Haus diente auch als Vorspannstation für den Handelsverkehr, der seinerzeit nicht über Mühlenbach, sondern über die alte Römerstraße ins Elztal führte.

Hofstetten früher: Kirche und Gasthaus. - © Foto: Erich Kimmich     Der Heimatschriftsteller Heinrich Hansjakob. - © Foto: Erich Kimmich

Schon damals war der Gasthof im Besitz der Familie Gißler/Neumaier. Er diente als „Fürstenbergische“ Herberge: Daher kommt die Bezeichnung „Drei Schneeballen“ – es sind die drei weißen Punkte im Fürstenbergischen Wappen (Ballen = Berg). Bekannt wurden die „Drei Schneeballen“ durch den Volksschriftsteller und Pfarrer Heinrich Hansjakob (1837 – 1916), nach dem sogar ein eigener Heimat-Wanderweg benannt wurde. Er bewohnte ein eigens für ihn hergerichtetes Zimmer im 2. Stock des Gasthofs. Drei seiner Bücher betitelte er selbst als „Schneeballen“.

Wunderbare Bärlauchsuppe! - © Foto: Erich Kimmich     Geht immer: Mini-Nachtisch. - © Foto: Erich Kimmich

Es herrscht Hochbetrieb am Ostermontag. Wir haben enorm Glück, dass es noch freie Plätze gibt. Ich genieße eine hervorragende Bärlauch-Suppe und einen Jägerbraten mit frischen Steinchampignons à la crème“, hausgemachten (!) Spätzle und Salat.
Das Beste gibts zum Schluss: Während in den meisten Gasthöfen die Dessertkarte „vollständige“, viel zu kalorienhaltige Nachtisch-Gerichte auflistet, gibt es in den „Drei Schneeballen“ extra kleine Süßspeisen. Genau richtig, wenn man nur noch so ein bisschen was Süßes möchte. Ein wirklich geniales Angebot! Das ist genau das, was jetzt noch „geht“. Absolut empfehlenswert!

Als kleinen Verdauungsspaziergang nehmen wir die Kapelle „Maria Ruh“ zum Ziel, wo der Heimatschriftsteller Hansjakob seit 1916 begraben liegt.

Blüte des Buschwindröschens. - © Foto: Erich Kimmich     Hansjakobs Grabkapelle. - © Foto: Erich Kimmich

April: Sonne und Schnee

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Schiltach. - © Foto: Erich Kimmich    Schiltach. - © Foto: Erich Kimmich

Heute wandere ich wieder einmal von Schiltach (320 m) nach Lauterbach. Ich nehme mir mehr Zeit als sonst. Jedes Mal entdecke ich neue Aspekte: An der Brücke über das Flüsschen Schiltach informiert mich eine Tafel, dass die Römer ihr Lager in Straßburg mit den Kastellen am oberen Neckar (z.B. in Rottweil) verbinden wollten und so bereits in den Jahren 73/74 nach Christus eine Straße durch das Kinzigtal bauten. Das schöne Fachwerk-Zentrum erfreut mich immer wieder. Hinter der Kirche steigt der Weg hinauf und dieser eindrucksvolle Baum mit seinen Kronleuchter-Ästen verlockt mich zu einer Aufnahme.

Schiltach: Baum oberhalb der Kirche. - © Foto: Erich Kimmich

Jammer!!! - © Foto: Erich Kimmich    Zufriedenheit. - © Foto: Erich Kimmich

Später treffe ich die Holzfiguren mit ihren unterschiedlichen „Stimmungen“. Im Licht der Frühlingssonne leuchten die unterschiedlichen Moose am Wegrand und faszinieren durch ihre unglaubliche Formenvielfalt.

Faszinierende Welt der Moose. - © Foto: Erich Kimmich    Faszinierende Welt der Moose. - © Foto: Erich Kimmich

Faszinierende Welt der Moose. - © Foto: Erich Kimmich    Faszinierende Welt der Moose. - © Foto: Erich Kimmich

Faszinierende Welt der Moose. - © Foto: Erich Kimmich    Faszinierende Welt der Moose. - © Foto: Erich Kimmich

Als ich dann nach einem steilen Aufstieg und etlichen Schweißtropfen auf 760 Metern beim „Ramsel“ am höchsten Punkt der Tour angekommen bin, treffe ich an der Schattenseite des Kahlenbergs auf kleine Neuschnee-Inseln, auf tiefgefrorene Fichtenbäumchen.

April-Schnee. - © Foto: Erich Kimmich    April-Schnee. - © Foto: Erich Kimmich

Im sonnigen Kienbronn genieße ich die weite Aussicht, gehe am Wursthof vorbei und freue mich über die gelben Blüten des Huflattichs am Wegrand.

Huflattichblüte. - © Foto: Erich Kimmich

Gegenlicht am Kienbronn. - © Foto: Erich Kimmich

Die Sonne hat Kraft – der Frühling steht bevor! Juhuu!