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Erichs (B)Logbuch » 2015 » Mai

Gigantisches Cluny und Burgunder Berge

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Sonntag 30. Mai 2015. Von Cluny über die südlichen Berge nach Tramayes.

Beim Frühstück im Cluny Séjours treffe ich Christa M. „aus dem Schwarzwald“. Sie wohnt in Bad Dürrheim. Sie hat sich einen Tag Pause gegönnt und Cluny besichtigt und gibt mir die Adresse eines Nachquartiers in Tramayes.

   

   

Nun aber kommt erstmal die imposante Abtei von Cluny an die Reihe. Kultur-Gigantismus! Superlative: Die höchsten Gewölbe der romanischen Welt! Die größte Kirche der Christenheit! So stehe ich also rechtzeitig vor 9:30 Uhr am Einlass und warte mit anderen Besuchern – und einer Katze – auf die Öffnung des Portals. Den Rucksack kann ich auf Nachfrage in eine ganz besondere Truhe legen, in der normalerweise Kinder ihre Spielgeräte aufbewahren dürfen.

Cluny – größte romanische Kirche Westeuropas

Im Jahre 910 gründete Wilhelm der Fromme, Herzog von Aquitanien, eine Abtei, die direkt dem Papst unterstellt war. Bis zum 12. Jahrhundert kam es zu einer bemerkenswerten Ausbreitung der Abtei dank Äbten wie Odilo und Hugo von Cluny, die später heilig gesprochen wurden. Als Mutterhaus von über 1000 Klöstern wurde Cluny zum Zentrum des größten Mönchsordens des Abendlandes, dem Cluniazenserorden.  In den ersten zwei Jahrhunderten nach Gründung der Abtei wurden nacheinander mehrere Kirchen gebaut. In einer dritten Phase errichtete man von 1088 bis 1130 das sogenannte „Cluny III“, die damalige Maior Ecclesia, die größte Kirche der Christenheit, von der heute nur noch geringe Teile erhalten sind.

Cluny III - weiß: existiert noch; dunkel: existiert nicht mehr. - © Foto: Erich Kimmich    Kreuzgang aus dem 18., Jahrhundert. - © Foto: Erich Kimmich

30 m hoch war das Hauptschiff von Cluny III. - © Foto: Erich Kimmich    Kapitelle im Querschiff von Cluny III. - © Foto: Erich Kimmich

Im 16. Jahrhundert beschleunigten die Religionskriege den Niedergang der Abtei. Richelieu, zum Abt von Cluny ernannt, führte eine Reform ein, um wieder zu einer größeren Strenge im Klosterleben zurück zu kehren. Die Französische Revolution führte 1791 zur Auflösung der Mönchsorden. Der Verkauf der Gebäude als Nationalgüter 1798 leitete den Beginn der Zerstörung der Kirche ein. Nur der südliche Arm des großen Querhauses blieb noch erhalten. 1821 begann man mit dem Erhalt der Ruinen der Abtei, die 1862 unter Denkmalschutz gestellt wurde.
2004 wurde ein 3-D-Film Maior Ecclesia geschaffen, der das Innere von Cluny rekonstruiert. Er zeigt das Innere dieser damals größten Kirche der Christenheit nach dem derzeitigen Kenntnisstand. Anhand von Simulationsbildern auf drehbaren Bildschirmen beim Rundgang werden die zerstörten Teile der großen Kirche wieder zum Leben erweckt.
(Auszüge aus dem Faltblatt zum Rundgang)

30 m hoch war das Hauptschiff von Cluny III. - © Foto: Erich Kimmich    30 m hoch war das Hauptschiff von Cluny III. - © Foto: Erich Kimmich

Detail - © Foto: Erich Kimmich    Blick in den Glockenturm. - © Foto: Erich Kimmich

Apostelkonsolen in der Kapelle Jean de Bourbon. - © Foto: Erich Kimmich    Apostelkonsolen in der Kapelle Jean de Bourbon. - © Foto: Erich Kimmich    Apostelkonsolen in der Kapelle Jean de Bourbon. - © Foto: Erich Kimmich

Cluny, Hauptschiff. - © Foto: Erich Kimmich    Dachgebälk des Kornspeichers 18. Jh.. - © Foto: Erich Kimmich

Modell von Cluny III - größte Kirche der Christenheit. - © Foto: Erich Kimmich

Vom Clunisois in die Monts de Beaujolais

Ich bin heftig beeindruckt und verlasse die Stadt nur widerstrebend, um entlang dem Tal der Grosne Richtung Süden zu marschieren. Eine herrliche Landschaft in der Talaue, seltene Pflanzen und eine vielfältige Natur lassen mich aber beschwingt voran kommen. Ab und zu donnert auf der anderen Talseite von ein TGV durch die Stille. Pferde stehen auf der Weide, kleine Bäche plätschern.

Abschied von Cluny. - © Foto: Erich Kimmich    Im Tal der Grosne. - © Foto: Erich Kimmich

Blüht hier die Traubige Graslilie? - © Foto: Erich Kimmich    Blüht hier die Traubige Graslilie? - © Foto: Erich Kimmich

Laubwald im Tal der Grosne. - © Foto: Erich Kimmich    Nun bin ich im Nadelwald-Revier. - © Foto: Erich Kimmich

In Ste-Cécile führt der Weg über eine stark befahrene Straße und anschließend aufwärts in ein bewaldetes Gebiet. Die Charakteristik hat sich auf wenigen Kilometern völlig verändert: Ich bin aus dem Laubwald nun im Nadelwald angekommen. Ich mache eine Pause im Schatten. Auf den Höhen blüht der Ginster und dazwischen die rosafarbenen Stauden des Fingerhuts.

Blumenpracht am Wegesrand. - © Foto: Erich Kimmich    Blumenpracht am Wegesrand. - © Foto: Erich Kimmich

Zwergginster und Fingerhut. - © Foto: Erich Kimmich    Aussicht. - © Foto: Erich Kimmich

Der Weg zieht sich von einem  Hügel zum nächsten. Immer schön „Oben bleiben!“ sozusagen. Die Aussicht wird weiter und grandioser. Ich mache eine Sonnen-Pause am Rande einer frisch gemähten Wiese. Endlich dürfen die Füße mal an die Sonne und die Socken können trocknen!

Pause für müde Füße. - © Foto: Erich Kimmich    Farn-Ziegen. - © Foto: Erich Kimmich

Wandern unter grünem Dach. - © Foto: Erich Kimmich

Farn im Gegenlicht. - © Foto: Erich Kimmich    Tramayes in Sicht. - © Foto: Erich Kimmich

Notfall-Panachee. - © Foto: Erich KimmichNeugierige Ziegen betrachten den Wandersmann am Wegrand. Am Croix Berthier vorbei steige ich wieder abwärts ins Dörfchen Tramayes mit seinen knapp 900 Einwohnern, wo ich nach einigem Suchen das Le Maronnier finde, ein schlichtes Gasthaus mit modernen Zimmern.

Nach der Panaché-Soforthilfe treffe ich auch Christa wieder und wir sitzen beisammen beim einfachen Abendmenü im Freien unter dem Kastanienbaum.

Wetter: sonnig und warm; 22 °C Tagesstrecke 21 km Durchschnittstempo inkl. Pausen; netto 4,3 kmh 2,4 km/h Unterwegszeit 8:51 Summe Aufstiege. Maximale Höhe 350 m 648 hm Summe der Abstiege. Minimale Höhe 171 m 390 hm Gesamt-Kilometer des Abschnitts 2015 (Dole - Montbrison). 201,4 km.

 

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Mein Buch-Tipp:

Rother Wanderführer: Jakobsweg Strasbourg - Le PuyDie Pilgerrouten nach Santiago de Compostela führen quer durch Europa. Einer dieser Wege nimmt seinen Ausgangspunkt in Straßburg und stellt nach 800 km in Le Puy-en-Velay den Anschluss an die Via Podiensis her. Dieser Jakobsweg ist im Gegensatz zum Spanischen Jakobsweg ein eher ruhiger Weg, auf dem kein Rummel herrscht. Zunächst wird das lebensfrohe Elsass mit seinen mittelalterlich anmutenden Winzerorten durchquert. Thann ist ein alter Pilgertreff- und Sammelpunkt, auch heute noch mündet der Jakobsweg aus dem süddeutschen Raum hier ein. Nach Belfort zieht der Weg durch die Franche-Comté. In Burgund ist man in den berühmtesten Weinberglagen der Welt unterwegs. Das im Mittelalter bedeutende geistige Zentrum Cluny zieht die Aufmerksamkeit der Pilger auf sich.
Dieser bewährte Rother-Wanderführer bietet alle nötigen Informationen zur Planung und Durchführung der Pilgerfahrt. Detaillierte Karten, präzise Beschreibungen der einzelnen Streckenabschnitte inklusive aussagekräftiger Höhenprofile sowie umfangreiche Angaben zur Infrastruktur am Weg, wie etwa Einkehr- oder Einkaufsmöglichkeiten, erleichtern die individuelle Tourenplanung auch abweichend von den im Buch gewählten Etappen. Außerdem werden umfassende Infos zu Lage und Ausstattung der am Weg liegenden Gîtes d Etapes sowie Hinweise auf weitere Übernachtungsgelegenheiten gegeben. Eine Auswahl aussagekräftiger Bilder vermittelt einen ersten Eindruck von der Vielfalt der Landschaft an diesem Jakobsweg und macht Lust, den Rucksack zu packen und aufzubrechen.

Renate Florl:
Französischer Jakobsweg:
Von Straßburg bis Le Puy-en-Velay
41 Etappen
224 Seiten; 14,90 Euro
Bergverlag Rother; 1. Auflage (2009)

Auf der grünen Piste nach Taizé und Cluny

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Samstag 30. Mai 2015. Von St-Gengoux-le-National über Taizé nach Cluny.

Claude kümmert sich aufmerksam um ihren Gast. Sie hat für mich in Cluny einen Schlafplatz reserviert. Beim Frühstück erfahre ich noch einiges mehr über die Renovierungsarbeiten, die sie in Les Lierres durchgeführt hat. Nebenbei gießt sie ihre Pflanzen und Fensterblümchen. Als ich abmarschbereit bin, stellen wir uns vor dem Haus zu einem Abschiedsfoto auf. Der Selbstauslöser macht seine Arbeit ausgezeichnet.

Die Türme der Kirche in St-Gengoux. - © Foto: Erich Kimmich    Gastgeberin Claude Moreau und ihr pilgernder Gast. - © Foto: Erich Kimmich

Bergfried (1683) und davor das Waschhaus. - © Foto: Erich Kimmich

St-Gengoux-le-National ist mir ans Herz gewachsen. Als ich dann am Hotel de la Gare vorbei komme, stelle ich fest, dass an diesem Bahnhof längst keine Züge mehr fahren. Eine Voie Verte, eine „grüne Strecke“, ist aus der stillgelegten Bahntrasse geworden – eine Piste für Radfahrer, Skater und Wanderer. Alles ist sehr gut beschriftet und markiert. An querenden Straßen hat die Voie Verte Vorfahrt sofern es sich nicht um belebte Hauptstraßen handelt: Dann müssen die Radwanderer Rücksicht nehmen.Ich setze mich auf eine der zahlreichen Sitzbänke und schnüre die Schuhe fester.

St-Gengoux: Bahnhof und Voie Verte. - © Foto: Erich Kimmich    Auf der Voie Verte Richtung Süden. - © Foto: Erich Kimmich

Jetzt kann ich mal zeigen, welches Tempo ich im optimalen Flachland zu leisten vermag. Doch schneller als 6 km/h wird es nicht. Mir fehlt offenbar noch diese Fitness, die sich erst nach einigen Wanderwochen so richtig einstellt.

Bahnbrücke bei Cormatin. - © Foto: Erich Kimmich    Chateau Cormatin. - © Foto: Erich Kimmich

Vor Malay führt die Route über das Flüßchen La Guye. Dann sehe ich das Schloss von Cormatin auf der linken Seite. Immer wieder stehen Sitzbänke am Rand der Piste, die ich gerne für eine kleine Verschnaufpause nutze. Wenn es auf anderen Abschnitten solche Sitzbänke gegeben hätte – was wäre das für ein Komfort gewesen!

Abzweig nach Taize: unten verläuft die Voie Verte. - © Foto: Erich Kimmich   

Gleich hinter Cormatin quert die Voie Verte eine Straße und dann verlässt der Muschelweg die Radpiste, steigt sanft aufwärts, an herrlichen Eichenbäumen vorbei. Schon nach wenigen Metern hat man einen Überblick auf die Umgebung. An einer langen Steinmauer entlang kommt der Pilger ins Dörfchen Ameugny und ich bewundere den Turm der uralten Kirche.

. - © Foto: Erich Kimmich    Kirchturm in Ameugny. - © Foto: Erich Kimmich

Rosenblüten in Ameugny. - © Foto: Erich Kimmich

Es ist gegen 12 Uhr mittags. Ein Mädchen fotografiert die blühenden Rosen an einer Hauswand, andere schlendern auf der Straße. Immer mehr Leute gehen in meine Richtung, Jugendliche zumeist. Sie reden in allen Sprachen, ich höre bayrisch, englisch, französisch. Oder sie gehen schweigend, sind einzeln oder meist in Grüppchen. Da wird mir klar, dass Taizé nicht mehr weit sein kann.

Auf dem Weg zum Gebet in Taizé. - © Foto: Erich Kimmich

Ich lasse mich einfach mit dem Strom der Vielen dahin treiben und schon bald stehe ich vor dem zeltartigen Eingang der Ökumenischen Gemeinschaft von Taizé. An den Türen stehen Jugendliche mit einem „Silence“-Schild. Um 12.30 Uhr beginnt das Gebet. Mit fröhlichen Liedern, die in mehreren Sprachen gesungen werden. Sitzbänke gibt es nicht; man sitzt auf dem Boden in markierten Abschnitten. Es ist eine Woche nach Pfingsten und offenbar sind viele Besucher da. Von meinem Sitzplatz im hinteren Teil des verschachtelten Gebäudes – den schweißnassen Rucksack habe ich neben mich an die Außenwand gestellt – kann ich nicht mal bis zum Zentrum des Geschehens sehen.

Ökumenische Gemeinschaft von Taize. - © Foto: Erich Kimmich    Ökumenische Gemeinschaft von Taize. - © Foto: Erich Kimmich

Ökumenische Gemeinschaft von Taize. - © Foto: Erich Kimmich

Nach knapp 30 Minuten ist das Gebet beendet und die Menge verläuft sich. Einige Jugendliche sind gruppenweise zum Staubsaugen eingeteilt und reinigen die Teppichbodenfläche mit Ungetümen der Marke Nilfisk. Nun durchschreite ich die hallenartige Versöhnungskirche und bewundere den Altarbereich und die stimmungsvollen, farbigen acht Glasfenster an der Südseite, die wie moderne Schießscharten in die Betonwand eingelassen sind. Sie wurden von Frère Éric de Saussure gestaltet.

Glasfenster von Frère Éric de Saussure. - © Foto: Erich Kimmich    Glasfenster von Frère Éric de Saussure. - © Foto: Erich Kimmich

Glasfenster von Frère Éric de Saussure. - © Foto: Erich Kimmich    Glasfenster von Frère Éric de Saussure. - © Foto: Erich Kimmich

Glasfenster von Frère Éric de Saussure. - © Foto: Erich Kimmich    Glasfenster von Frère Éric de Saussure. - © Foto: Erich Kimmich

Die ökumenische Gemeinschaft Taizé wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Roger Schutz gegründet. Heute leben etwa 90 Brüder in Taizé, die sich für ein Leben im Vertrauen auf die Lehre Christi und für die Versöhnung unter den Menschen stark machen. Neben der Kirche hat es große Zeltstädte und einfache Unterkünfte. Drei Mal täglich trifft man sich zum beten und singen.

Es hat mich ausgeglichener gemacht; sogar den Hunger kann ich eine Weile noch ignorieren. So spaziere ich durch das kleine Dorf hinaus, das mehr als 100.000 Jugendlichen pro Jahr besucht wird. Schon bald bin ich wieder auf der Voie Verte angelangt und nutze eine der Sitzbänke für eine Vesperpause.

Auf der Voie Verte nach Cluny. - © Foto: Erich Kimmich    Cluny in Sicht. - © Foto: Erich Kimmich

Noch etwa zehn Kilometer monotones Schritt-für-Schritt stehen mir bevor. Die TGV-Linie von Paris nach Lyon und Marseille kreuzt die grüne Route. Im 5-Minuten-Abstand sausen die Hochgeschwindigkeitszüge in beide Richtungen vorbei wie donnernde Düsenjäger – doch keiner macht Halt in Cluny! Claude hat mir heute morgen von Leuten erzählt, die täglich nach Paris pendeln. Doch es ist mehr als die eine Stunde Fahrzeit, denn am Ziel muss noch der Weg zum Arbeitsplatz, am Start die Autofahrt zum TGV-Bahnhof dazu gezählt werden…

Als ich die markante Kirche von Cluny sehe, verlasse ich die Voie Verte. Die Jakobsmuschel leitet mich ins Zentrum. Bald habe ich die städtische Herberge „Cluny séjour“ gefunden und mich eingerichtet. Durst und Hunger sind nun die wichtigsten Bedürfnisse. Also: Los ins Städtchen! Am Place du 11 août, dem Vorplatz der ehemaligen Abteikirche, steht eine Gruppe von Franzosen, die fröhliche Lieder im Walzertakt singen. Denen macht das Singen richtig Spaß! Es entsteht eine lockere Stimmung auf dem Platz. Ein wenig Zuhören und ein demi peche dazu. Prima. Ein Blumenbeet ist in voller Blüte.

Blütenvielfalt in Cluny. - © Foto: Erich Kimmich

Singgruppe in Cluny. - © Foto: Erich Kimmich    Abteikirche Cluny. - © Foto: Erich Kimmich

Ich gehe ein Stück in die Rue Mercière und entscheide mich am Place Petit Marché für das Restaurant La Nation. Die Sonne scheint durch eine Seitenstraße hinter Notre-Dame, die Gäste und die Gläser glänzen im Gegenlicht. Es ist eine wunderbare Stimmung, einer dieser ganz besonderen Momente.

Restaurant la Nation in Cluny. - © Foto: Erich Kimmich

Gegenlicht beim Abendessen. - © Foto: Erich Kimmich

Auch die Speisekarte ist eine Offenbarung. Ich entscheide mich für das Menu de la Nation zu 28 Euro und wähle folgendes aus:

  • Tranché de Foie gras de canard, Réduction de cassis et Chutney
  • Le Filet de Saint-Pierre, le Beurre rouge, les Légumes du marché
  • La Variété de fromage au choix
  • Crème de fraises

Tranché de Foie gras de canard, Réduction de cassis et Chutney. - © Foto: Erich Kimmich    Saint Veran, burgunder Weißwein. - © Foto: Erich Kimmich    Le Filet de Saint-Pierre, le Beurre rouge, les Légumes du marché. - © Foto: Erich Kimmich

Varieté de fromages. - © Foto: Erich Kimmich    Creme de fraises. - © Foto: Erich Kimmich    Restaurant la Nation in Cluny. - © Foto: Erich Kimmich

Die Speisen sind sorgfältig abgestimmt und äußerst wohlschmeckend. Ich bin andächtig dabei und genieße jeden Bissen. Es ist Nacht geworden und schon spät, als ich beschwingt den Rückweg ins Quartier antrete.

Restaurant la Nation in Cluny. - © Foto: Erich Kimmich

Zuvor werfe ich einen andächtigen Blick hinauf zum Turm der Abteikirche. Soeben ist der Mond hinter eine Wolke verschwunden.

Abteikirche in Cluny. - © Foto: Erich Kimmich

Nächtliches Cluny. - © Foto: Erich Kimmich

Wetter: bewölkt, abends heiter; 20 °C Tagesstrecke 24,4 km Durchschnittstempo inkl. Pausen; netto 4,49 kmh 3,01 km/h Unterwegszeit 8:06 Summe Aufstiege. Maximale Höhe 350 m 526 hm Summe der Abstiege. Minimale Höhe 171 m 551 hm Gesamt-Kilometer des Abschnitts 2015 (Dole - Montbrison). 180,4 km.

 

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Ein Blick in die Etappen-Karte:

Auf dem Burgunder Jakobsweg bis Montbrison

Grüne Hecken und weite Landschaft

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Freitag 29. Mai 2015. Von St-Désert entlang der Hügelkette nach St-Gengoux-le-National.

Um acht Uhr soll es Frühstück geben hatten wir vereinbart. Ich gehe die Treppe hinunter und wieder außen herum auf die Terrasse am Garten, die Tür fällt lautstark ins Schloss. Der Kies knirscht lautstark beim Auftreten. Doch nichts passiert. Gegen 8:30 Uhr sehe ich die Hausherrin dann durchs Küchenfenster und sie deckt nun das Frühstück auf der Terrasse. Ein wenig widerwillig wie mir scheint. Auf die Frage, was ich noch möchte und meiner Antwort „Orangensaft“ belehrt sie mich, dass das nicht gesund sei. Sie hat bereits Orangenspalten und Bananenstücke in einer Art Müsli hergerichtet. Zusammen mit einem frischen Croissant, dunklem Brot, Orangenmarmelade und einer Mini-Flûte ergibt sich ein feines Frühstück. Ihr Mann hat mir ein Käppi geschenkt als ich davon erzählt habe, wie sehr mich die Sonne gestern traktiert hat.

Mit neuer Kopfbedeckung. - © Foto: Erich Kimmich     Bewohnte Windmühle bei St-Desert. - © Foto: Erich Kimmich     Blumenpracht am Wegrand. - © Foto: Erich Kimmich
Mein Rucksack ist bereits gepackt und so starte ich in St-Désert um 9:25 Uhr. Vor dem Haus den Berg hinauf, gegenüber kann ich den Mont Avril sehen, den ich gestern quasi umrundet habe. In aller Ruhe geht es aufwärts, Sonne pur und dazu ein kräftiger Wind. Prima. Das nimmt den Schweiß gleich mit! Im Turm einer alten Windmühle wohnt eine Familie. Märchenhaft! Bald habe ich die korrekte Wegstrecke wieder erreicht und folge der blau-gelben Jakobsmuschel.

Blick nach Moroges. - © Foto: Erich Kimmich

Leucht-Wölkchen. - © Foto: Erich Kimmich      Abwechslungsreicher Wegverlauf. - © Foto: Erich Kimmich

Rast am Croix-de-St-Morille. - © Foto: Erich Kimmich

Am Croix-de-St-Morille ist eine Sitzbank unter der großen Eiche. Hier mache ich eine Rucksackpause. Im Wind trocknen die nass geschwitzten Klamotten recht rasch. Das ist eine ausgezeichnete Wetter-Mischung heute! Der Blick reicht weit ins Land hinaus; ein wunderschönes Plätzchen ist das hier.

Panorama-Ausblick in die Weinberge. - © Foto: Erich Kimmich

Einige Kilometer weiter kommt der nächste Rastplatz. Hier steht hoch über dem Tal der Grosne eine Marienstatue an der Bergkante und blickt hinaus in die Weite. Diese Sonne ist heute durch den Wind wunderbar angenehm. Diese Aussicht ist genial! Tief unten sind Weinberge und kleine Weiler zu sehen, das müssten St-Vallerin und Jully-lès-Buxy sein weiter hinten.

Ausblick von der Marienstatue aus. - © Foto: Erich Kimmich

Der Wegverlauf ist einzigartig. Immer wieder bietet sich diese herrliche Aussicht, dann stehen wieder grüne Hecken links und rechts des Weges.

Cotes du Maconnais. - © Foto: Erich Kimmich

Mauer auf ursprüngliche Art. - © Foto: Erich Kimmich

Vor Culles-les-Roches geht es abwärts. Bei einer kurzen Rast überholt mich eine wandernde Dame. Später überhole ich zwei Wandersmänner. Noch ein paar Kilometer leicht abwärts und ich erreiche ganz unverhofft das mittelalterliche Städtchen St-Gengoux-le-National, das mich gleich in seinen Bann zieht. Doch zuerst: Durst! Also nehme ich vor dem Gasthaus oberhalb der Apotheke Platz und genieße ein prickelnd-kühles Panachée.

Panachee in St-Gengoux. - © Foto: Erich Kimmich

Im Tourismusbüro frage ich nach Unterkünften. Die freundliche Dame telefoniert gleich los und vermittelt mich zum Gästezimmer Les Lierres (Der Efeu) in die Rue des Chapeliers. Hier empfängt mich eine ältere Dame. Sie heißt Claude und hat insgesamt drei Betten zu vermieten, mit Wifi, Kochgelegenheit und Dusche. Sie hat  im Jahr 2000 dieses schmale Haus gekauft und seither liebevoll renoviert und restauriert. Sie bietet sogar einen Wäsche-Service, den ich dankbar annehme.

Gästezimmer Les Lierres. - © Foto: Erich Kimmich

Mein Zimmer in Les Lierres. - © Foto: Erich Kimmich    Blick aus dem Fenster. - © Foto: Erich Kimmich
Die Zimmer strahlen eine wohnliche Heiterkeit aus. Hier gefällt es mir. Sehr zu empfehlen!

St-Gengoux liegt an der Weinstraße des Mâconnais. Es liegt am Kreuzungspunkt zweier antiker römischer Routen (Tournus – Mâcon und Joncy – Loire) und war schon in merowingischer Zeit besiedelt. Im Jahr 925 errichteten die Benediktiner aus Cluny eine Kirche, die dem Heiligen Gengoul gewidmet war. 1120 wurde eine neue Kirche errichtet; 1166 wird Saint Gengoux und seine Umgebung dem König Ludwig VIII unterstellt.  Im Jahr 1200 erlässt Ludwig eine königliche Charta, die Stadt heißt ab 1246 Saint Gengoux le Royal. 1793 wird die Stadt im Zuge der Revolution in Jouvence umbenannt. Ab 1870 nennt sie sich dann St-Gengoux-le-National. Heute ist sie eine der Sites clunisiens.

Die Kirche St. Gengoux. - © Foto: Erich Kimmich

Mauer-Blümchen in St. Gengoux. - © Foto: Erich Kimmich     Kapitell-Köpfe, Kirche in St. Gengoux. - © Foto: Erich Kimmich

Pflaster-Optik in St. Gengoux-le-National. - © Foto: Erich Kimmich

Der alte Turm St. Gengoux-le-National. - © Foto: Erich Kimmich    Charakteristische Fenster von Anfang 13, Jh. - © Foto: Erich Kimmich

Mittelalterliche Katze. - © Foto: Erich Kimmich    Hier nicht sitzen! - © Foto: Erich Kimmich

Dann mache ich mich auf zu einem Rundgang durch die wundervolle Altstadt. Er beginnt beim Waschaus von 1857. In der Kirche von 1566 mit ihrem zusätzlichen Uhrenturm und einer Zugangsbrücke zum achteckigen romanischen Glockenturm werfen die Glasfenster farbige Sonnenflecken an die Wände. Köpfe bilden den Abschluss der Bögen.  Ich fühle mich wie in eine frühere Epoche zurückversetzt. In einer kleinen Sackgasse steht ein uriger Turm, einer der ältesten der Stadt, der zur ersten Stadtmauer gehört hat Anfang des 13, Jahrhunderts. Oberhalb der Stadt steht der efeuumwachsene Turm François I und der sogenannte Mönchsturm, in dem früher die Soldaten untergebracht waren. Ein Fachwerkhaus reiht sich ans andere. Der Turm „La Courtille“ ist ein Treppenturm, der dem davor liegenden Platz seinen Charme gibt.

Place de la Courtille. - © Foto: Erich Kimmich

Hausdetail in St-Gengoux-le-National. - © Foto: Erich Kimmich

Am Abend kehre ich nochmals oberhalb der Apotheke dort ein, wo ich meinen ersten Durst gelöscht habe. Das Menü ist preiswert und sehr gut: Als Vorspeise gibt es reichlich Burgunder Schinken, als Hauptgericht habe ich mich mutig für den Tete de Veau entschieden, mit Sauce Gribiche – ein herrlich zartes Fleisch mit Kartoffeln und dieser wunderbaren Sauce mit dem eigenartigen Namen.

Abendessen: Burgunder Schinken. - © Foto: Erich Kimmich    Abendessen: Burgundischer Wein. - © Foto: Erich Kimmich    Tete de Veau. - © Foto: Erich Kimmich

Käse-Nachtisch. - © Foto: Erich Kimmich     Aprikosen-Flan. - © Foto: Erich Kimmich     Nächtlicher Heimweg. - © Foto: Erich Kimmich

Jana bietet mir aus der Ferne per WhatsApp gleich die Lösung: Sauce gribiche  ist eine traditionelle kalte Soße mit Ei, Kapern, Gewürzgurken, Senf, Essig, Öl, Estragon und Kerbel. Dazu ein kleines Fläschchen Montagny 1er Cru. Zum Abschluss gibt es dreierlei Käse und einen Flan d’abricots. Und natürlich ein Espresso ganz zum Schluss.
Schließlich frage ich neugierig, was die Herren da drüben genau trinken. Es ist „un demi peche“ – ein Bier mit einem Schuss Pfirsich-Sirup. Gut zu wissen… Neu gestärkt und wohlig gesättigt gehe ich zu Bett.

Wetter: sonnig, windig und warm; 24 °C  Tagesstrecke 22 km Durchschnittstempo inkl. Pausen 2,3 km/h Unterwegszeit 9:18 Summe Aufstiege. Maximale Höhe 350 m 668 hm Summe der Abstiege. Minimale Höhe 171 m 667 hm Gesamt-Kilometer des Abschnitts 2015 (Dole - Montbrison). 156,0 km.

 

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Rother Wanderführer: Jakobsweg Strasbourg - Le PuyDie Pilgerrouten nach Santiago de Compostela führen quer durch Europa. Einer dieser Wege nimmt seinen Ausgangspunkt in Straßburg und stellt nach 800 km in Le Puy-en-Velay den Anschluss an die Via Podiensis her. Dieser Jakobsweg ist im Gegensatz zum Spanischen Jakobsweg ein eher ruhiger Weg, auf dem kein Rummel herrscht. Zunächst wird das lebensfrohe Elsass mit seinen mittelalterlich anmutenden Winzerorten durchquert. Nach Belfort zieht der Weg durch die Franche-Comté. In Burgund ist man in den berühmtesten Weinberglagen der Welt unterwegs. Das im Mittelalter bedeutende geistige Zentrum Cluny zieht die Aufmerksamkeit der Pilger auf sich.
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Renate Florl:
Französischer Jakobsweg:
Von Straßburg bis Le Puy-en-Velay
41 Etappen
224 Seiten; 14,90 Euro
Bergverlag Rother; 1. Auflage (2009)

Kein Mont Avril im Mai

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Donnerstag 28. Mai 2015. Von Chagny über Rully nach St-Désert.

Die Sonne strahlt, der Himmel ist tiefblau. Es wird wieder ein heißer Tag werden. Nach dem Frühstück kaufe ich in einem Supermarkt eine große Volvicflasche und schließe mein Source-Trinksystem direkt daran fest. Heute bin ich den siebten Tag unterwegs. Chagny verlasse ich auf demselben Weg wie ich am Vorabend in das Städtchen hinein gewandert bin. Nach der Brücke über den Canal du Centre geht es dann aber vom Canal weg in Richtung Südwesten.
Im Wanderführer steht beim heutigen Etappenziel „Herbergen: Keine.“ Zwei Gästezimmer sind aufgeführt. Ich versuche, das eine, „L’Orangerie“ anzurufen; dort nimmt man Gäste nur für mindestens zwei Nächte auf. Die zweite Unterkunft meldet: bereits belegt. So wandere ich dennoch weiter; irgendwas hat sich noch immer finden lassen.

Waldpassagen wechseln sich mit offenem Gelände ab. Dann erlebe ich wieder einen märchenhaften Buchsbaum-Wald. Es fehlt nur noch die Waldfee! Abrupt endet das grüne Vergnügen und ich sehe vor mir das Dörfchen Rully hinter den Rebflächen liegen. Am Wegrand blüht der rote Mohn.

Schmale Pfade. - © Foto: Erich Kimmich     Buchsbaumwald. - © Foto: Erich Kimmich

Ackerwachtelweizen. - © Foto: Erich Kimmich

Der Ackerwachtelweizen. Diese Pflanze ist für mich eine Seltenheit.
In dem kleinen Dörfchen Rully lege ich gegen 11 Uhr eine Pause ein. An der Seite des kleinen Platzes ist ein nettes Hotel. Ein Panaché um 11 – sind ja nur 0,3 Liter. Die Hitze ist heute sehr deutlich. Am Aufstieg zur Kirche ist eine gefasste Quelle. Hier sitzen dutzende Schwalben am feuchten Boden und holen sich die geeignete „Mischung“ zum Nestbau. An der Kirche vorbei führt der Weg aufwärts aus der Ortschaft hinaus.

Weindorf Rully. - © Foto: Erich Kimmich     Chateau Rully 13. Jh. - © Foto: Erich Kimmich

Vorbei geht es an Feudalschloß Rully aus dem 13. Jahrhundert. Hier müsste man mal im kühlen Keller eine Weinprobe erleben, denke ich mir. Der Weg steigt an und schon bald liegt Rully weit hinter mir. Die Aussicht nach Norden wird immer besser. In den Reben sprüht einer mit seinem Spezialtraktor trotz kräftigem Wind eine Substanz in die Rebzeilen. Ein Großteil davon weht mir entgegen. Hoffentlich ist es nichts Übles.

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Das Plateau des Tartignats bietet einen ausgezeichneten Rundblick. Eine erhabene Stelle!

Wein, Weg und Wolken. - © Foto: Erich Kimmich    Vor dem Abstieg nach Mercurey. - © Foto: Erich Kimmich

Kaum am Sattel mit seinem steinernen Kreuz angekommen, führt der Weg wieder abwärts nach Mercurey.

Vor dem Abstieg nach Mercurey. - © Foto: Erich Kimmich

In dem kleinen Dörfchen mache ich in der kühlen Kirche Notre-Dame de Mercurey eine Pause. Wo lässt es sich besser abkühlen als in einer Kirche!? (Im Weinkeller, ich weiß).  Eine steinerne Muschel im Inneren zeigt auch hier die alte Pilgertradition. Im Gästebuch hat sich eine „Christa aus dem Schwarzwald“ eingetragen. Das war bereits vor zwei Tagen.

Mercurey. - © Foto: Erich Kimmich    Kirche Notre-Dame de Mercurey. - © Foto: Erich Kimmich

Auf dem Hügel gegenüber sieht man bereits das nächste Ziel: St-Symphorien de Touches mit seiner eindrucksvollen romanischen Kirche aus dem 13. Jahrhundert.

Bäckerei in Mercurey. - © Foto: Erich Kimmich

Die Bäckerei an der Durchgangsstraße hat geschlossen. Ich überquere die Departementsstraße und schon geht es am gegenüberliegenden Hang wieder aufwärts. Die Sonne scheint,  mir ist heiß.

Blick zurück nach Mercurey. - © Foto: Erich Kimmich     St-Symphorien de Touches. - © Foto: Erich Kimmich

In St-Symphorien de Touches. - © Foto: Erich Kimmich

Vorbei an einem Weingut steigt der Weg erst abwärts, dann hinter St-Martin-sous-Montaigu wieder aufwärts. Eine Rast am Wegrand gibt mir neue Kraft in Form von Kohlenhydraten. Das war jetzt dringend nötig!

Bei St-Martin. - © Foto: Erich Kimmich

Noch einmal steigt es durch die Weinberge aufwärts. Ich komme durch einen herrlichen Eichenwald mit vielen sonnigen Brachflächen. Hier nehme ich mir Zeit für ein ausgedehntes Sonnenbad inmitten der unberührten Natur.

Ein steiniger Pfad führt hinauf auf eine freie Hochfläche, die einen faszinierenden Rundumblick bietet. Einfach grandios! Im Hintergrund sieht man deutlich die weißen Hochhäuser von Chalon-sur-Saône. Ich fühle mich fast wie im Flugzeug und starte zu einer Panorama-Fotoreihe.

Aller Anstieg ist schwer. - © Foto: Erich Kimmich      Steinkreuz auf der langen Bergkuppe. - © Foto: Erich Kimmich

Chalon-sur-Saone. - © Foto: Erich Kimmich      Traumhafter Blick ins Land. - © Foto: Erich Kimmich

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Der Weg zum Himmel. - © Foto: Erich Kimmich

Hinter der Kuppe schweift mein Blick dann in Richtung Osten. Ich sehe die Bergkette der Monts du Lyonnais. Ich stelle mir vor, dass noch weiter hinten der Genfer See liegt. Bei klarer Sicht sieht man von hier aus vielleicht sogar die Savoyer Alpen! Die Kamera klickt sich eine weitere Panorama-Reihe zusammen.

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Noch lange könnte ich es hier aushalten auf diesem „Hochsitz“ mit der Perspektive des Schöpfers!
Doch der Weg zieht mich hinunter, das fehlende Quartier treibt mich voran. Ich reffe auf die ersten Häuser von Russilly, mache extra einen Abstecher durchs Dörfchen: keine Herberge, kein Laden, keine Bar. Schnell habe ich Charnaille erreicht – doch auch hier: nichts. Der Weg verläuft nun auf einer Straße und führt mich bis Jambles. Hier sind Straßenbauarbeiten im Gange, es gibt sogar eine Kinderkrippe. Aber keine Bar, kein Gasthaus. Ich frage eine Mutter, die mit ihrem Kind nach Hause geht. Sie verweist mich auf ein Haus, an dem eine Muschel hängt. Dort öffnet mir eine ältere Dame und bittet mich, in den weiträumigen Garten einzutreten. Auf einer Bank kann ich meinen Rucksack abstellen und sie kommt mit einem großen Krug voll kühlem Wasser und zwei Sirupflaschen zurück. Dankbar mische ich mir einen duftigen Pfirsichduft ins kühle Nass. Sie gibt mir einige Tipps, wo ich ein Quartier finden könnte.

Charnaille. - © Foto: Erich Kimmich     In Jambles im Garten. - © Foto: Erich Kimmich

So gehe ich nun vom Weg ab, die Straße abwärts und komme nach einigen hundert Metern zum erwähnten Chambre d’hôtes. Doch der Besitzer weist mich ab. Ob er belegt hat oder nur einfach keine Lust auf einen staubigen Pilger – ich weiß es nicht. Also ziehe ich weiter, zunächst Richtung Givry, dann entlang der autobahn-ähnlichen N80, die ich bei St-Désert überquere. Das lang gezogene Örtchen sieht abwechslungsreich aus. In Sachen Gasthof aber Fehlanzeige. Es ist schon 19 Uhr, um die Ecke steht ein Linienbus an der Haltestelle. Ich will den Fahrer fragen, der aber gleich an eine junge Dame weitergibt, die gerade ausgestiegen ist. Sie bringt mich zu einem Chambre d’hôtes gleich schräg gegenüber. Das hatte ich völlig übersehen. Die Dame des Hauses fährt eben mit ihrem Wagen ans Eingangstor. Es ist das Maison Romaine, ein Weingut aus dem 19. Jahrhundert in Familienbesitz, das sich hinter den historischen Mauern versteckt hält. Hier werde ich bleiben, bekomme ein feines Zimmer und genieße die kalte Dusche und das erfrischende Bier! Je heißer der Sommer desto eindrucksvoller der Durst!

Im Maison Romaine. - © Foto: Erich Kimmich     Im Maison Romaine. - © Foto: Erich Kimmich

Offenbar ist nicht genügend zu Essen im Haus und Madame Françoise verschwindet kurz zur Bäckerei. Dort hat sie zwei Quiches mitgebracht, die sie aufwärmt und im Freien serviert. Ich habe den Park vor Augen, drei graue Katzen schleichen umher. Den Mont Avril mit seiner exponierten Aussicht habe ich nun durch meine Quartiersuche weiträumig umrundet anstatt ihn zu besteigen. 26 Kilometer sind zusammengekommen. Die Sonne hat die weiße Kopfhaut zwischen den Haaren rot werden lassen…

Leer gegessen und leer getrunken. - © Foto: Erich Kimmich
Leer gegessen und leer getrunken!

 

Wetter: sehr sonnig und warm; 28 °C  Tagesstrecke 26 km Durchschnittstempo inkl. Pausen; ohne Pausen 4,2 kmh 2,7 km/h Unterwegszeit 9:33 Summe Aufstiege. Maximale Höhe 350 m 720 hm Summe der Abstiege. Minimale Höhe 171 m 718 hm Gesamt-Kilometer des Abschnitts 2015 (Dole - Montbrison). 134,0 km.

 

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Und hier ein Blick auf die Etappen-Karte:

Meine Etappen zwischen Dole und Cluny

Durchs Burgund von Beaune nach Chagny

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Mittwoch 27. Mai 2015. Von Beaune über Meursault nach Chagny.

Nach dem Frühstück begleite ich Helmut zum Bahnhof. In wenigen Stunden wird er zu Hause sein und sich ärztlich untersuchen lassen. Die Schmerzen haben nicht nachgelassen.
Ein Haus fällt durch eine aufgemalte Filmszene auf: Da steht offenbar Louis de Funès vor dem Hôtel Dieu in Beaune und es wird offenbar ein Film gedreht. Lebensgroße Figuren!

Gemalte Filmszene in Beaune. - © Foto: Erich Kimmich    Gemalte Filmszene in Beaune. - © Foto: Erich Kimmich

Ein Stück später stehe ich genau dort beim Hôtel Dieu. Ein kleiner Markt findet statt. Bunte Stofftaschen, Salamiwürste und Käse werden angeboten. Die Stadt ist voller Touristen.

Feinste Käse. Markt in Beaune. - © Foto: Erich Kimmich

Salami. Markt in Beaune. - © Foto: Erich Kimmich     Antiquitätenhändler in Beaune. - © Foto: Erich Kimmich

Ein Antiquitätengeschäft zieht meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich verlasse die Altstadt und bin bald wieder mitten in den Weinbergen. Heute will ich zur Abwechslung meine Wanderhalbschuhe ausprobieren, die ich ansonsten für Abends dabei habe. Doch bald merke ich: darin läuft es sich keineswegs besser. Die Sonne liefert zwischen den Wolken ein spannendes Lichtspiel: Ein kleines Weinberghäuschen leuchtet schneeweiß inmitten der Reben.

Südlich von Beaune. - © Foto: Erich Kimmich

Radroute durch die Weinberge. - © Foto: Erich Kimmich     Weinberg-Blüten. - © Foto: Erich Kimmich

Ein älteres Ehepaar – echte Wanderer – kommt mir entgegen. Natürlich wird man als Rucksackwanderer sofort angesprochen. Sie haben offenbar Sigrid südlich von Beaune getroffen und erzählen mir davon. Sie hat offenbar einige Kilometer Vorsprung.
Der Wanderweg durch die Grands Crus verläuft fast ohne motorisierten Verkehr inmitten der Weinflächen. Überall wird in den Rebzeilen gearbeitet. Die Strecke ist ab Beaune als „Veloroute La Voie des Vignes“ markiert. Zwei Asiaten kommen auf Leihfahrrädern vorbei. Am nächsten zarten Hügelchen hole ich sie wieder ein, denn nun schieben sie ihr Fahrrad. Im Angesicht von Schloss Pommard wechsle ich wieder in die Wanderschuhe. Trotz der Sonne ist es recht warm und ich spüre jeden Sonnenstrahl.

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Chateau Pommard. - © Foto: Erich Kimmich

Gesegnete Landschaft. - © Foto: Erich Kimmich    Volnay: Blüten in den Mauern. - © Foto: Erich Kimmich

Über Volnay erreiche ich gegen Mittag den bekannten Weinort Meursault. Im Hotel du Centre setze ich mich auf einen der Stühle vor dem Haus. Eine junge Dame bittet mich in den Innenhof, der ruhig und schattig und nicht so zugig sei. Dort haben sich schon einige andere Touristen zum Mittagessen niedergelassen. Ich bestelle ein Krüglein frischen Meursault (Chardonnay) und eine Lachsplatte dazu. Sie erzählt, dass sie auch schon auf den Jakobsweg von Le Puy aus gewandert sei.

Chardonnay de Meursault. - © Foto: Erich Kimmich    Lachsteller in Meursault. - © Foto: Erich Kimmich

Wasser zum Wein. - © Foto: Erich Kimmich    Alter Marc de Bourgogne. - © Foto: Erich Kimmich

Rathaus in Meursault. - © Foto: Erich Kimmich

Ich ziehe wieder los, am Rathaus mit seinem bunten Dachziegeln und dem Springbrunnen vorbei und weiter durch die lang gezogenen Weinfelder. Spezialmaschinen sind im Einsatz, es ist noch wärmer geworden. Jeder Weinberg hat seinen guten Namen an einem steinernen Eingangsportal stehen, „Domaine Clos de la Chapelle“ steht da zum Beispiel. Oder „Montrachet, Marquis de Laguiche“.

Arbeit im Weinberg. - © Foto: Erich Kimmich    Weinberge bei Chassagne-Montrachet. - © Foto: Erich Kimmich

Weinberge bei Chassagne-Montrachet. - © Foto: Erich Kimmich

Bei Chassagne-Montrachet, dessen Weine weltweit geschätzt werden, wird die Landschaft ein wenig hügeliger. Weiter südlich überquert der Camino die Bahnlinie und führt an einer uralten Brücke vorbei nach Remigny.

Alte Brücke vor Remigny. - © Foto: Erich Kimmich    Canal du Centre bei Remigny. - © Foto: Erich Kimmich

Canal du Centre bei Chagny. - © Foto: Erich Kimmich    Canal du Centre bei Chagny. - © Foto: Erich Kimmich

Hinter dem Rand des Dörfchens zieht sich der Canal du Centre. Auf 114 Kilometern zieht sich diese künstliche Wasserader. Sie verbindet den Atlantik mit dem Mittelmeer, in dem sie Loire und Rhône miteinander verknüpft. 81 Schleusen und 62 Brücken sind dafür ab dem Jahr 1783 gebaut worden. Heute begegnen dem Wanderer nur hin und wieder ein paar Hausboote. Links und rechts des Kanals ist für Wanderer, Jogger und Radfahrer viel Platz zur Bewegung. In einer sanften Schleife tut sich ein kurzer Blick auf die Kirche von Chagny auf. Bald bin ich am heutigen Ziel angelangt!

Auf Höhe des Bahnhofs verlasse ich den Kanal und komme ins Stadtzentrum von Chagny: Jetzt brauche ich erstmal ein erfrischendes Panaché! Danach werde ich eine Unterkunft suchen.  Im Hotel de la Ferté finde ich eine prima Bleibe. Ein Restaurant gibt es dort jedoch keines. Also schlendere ich frisch geduscht und ohne rucksacklos durch die Straßen. In einer Pizzeria genieße ich einen Salade Niçoise und eine Spezialkomposition namens „Pizza Andouillette“ und zum Abschluss eine wunderbare Kugel Cassis-Eis. Im Hotel falle ich innerhalb von Minuten in den Tiefschlaf.

Immer wieder ein super Durstlöscher: Panachee. - © Foto: Erich Kimmich    Pizza Andouillette. - © Foto: Erich Kimmich

Wetter: bewölkt und warm; 25 °C Tagesstrecke 24,1 km Durchschnittstempo inkl. Pausen; ohne Pausen 4,3 kmh 3,1 km/h Unterwegszeit 7:45 Summe Aufstiege. Maximale Höhe 350 m 468 hm Summe der Abstiege. Minimale Höhe 171 m 449 hm Gesamt-Kilometer des Abschnitts 2015 (Dole - Montbrison). 108,0 km.

 

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Mein Buch-Tipp:

Rother Wanderführer: Jakobsweg Strasbourg - Le PuyDie Pilgerrouten nach Santiago de Compostela führen quer durch Europa. Einer dieser Wege nimmt seinen Ausgangspunkt in Straßburg und stellt nach 800 km in Le Puy-en-Velay den Anschluss an die Via Podiensis her. Dieser Jakobsweg ist im Gegensatz zum Spanischen Jakobsweg ein eher ruhiger Weg, auf dem kein Rummel herrscht. Zunächst wird das lebensfrohe Elsass mit seinen mittelalterlich anmutenden Winzerorten durchquert. Thann ist ein alter Pilgertreff- und Sammelpunkt, auch heute noch mündet der Jakobsweg aus dem süddeutschen Raum hier ein. Nach Belfort zieht der Weg durch die Franche-Comté. In Burgund ist man in den berühmtesten Weinberglagen der Welt unterwegs. Das im Mittelalter bedeutende geistige Zentrum Cluny zieht die Aufmerksamkeit der Pilger auf sich.
Dieser bewährte Rother-Wanderführer bietet alle nötigen Informationen zur Planung und Durchführung der Pilgerfahrt. Detaillierte Karten, präzise Beschreibungen der einzelnen Streckenabschnitte inklusive aussagekräftiger Höhenprofile sowie umfangreiche Angaben zur Infrastruktur am Weg, wie etwa Einkehr- oder Einkaufsmöglichkeiten, erleichtern die individuelle Tourenplanung auch abweichend von den im Buch gewählten Etappen. Außerdem werden umfassende Infos zu Lage und Ausstattung der am Weg liegenden Gîtes d Etapes sowie Hinweise auf weitere Übernachtungsgelegenheiten gegeben. Eine Auswahl aussagekräftiger Bilder vermittelt einen ersten Eindruck von der Vielfalt der Landschaft an diesem Jakobsweg und macht Lust, den Rucksack zu packen und aufzubrechen.

Renate Florl:
Französischer Jakobsweg:
Von Straßburg bis Le Puy-en-Velay
41 Etappen
224 Seiten; 14,90 Euro
Bergverlag Rother; 1. Auflage (2009)

Im Lande der Grands Crus

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Dienstag 26. Mai 2015. Von Nuits-St-Georges nach Beaune.

Eine Genießerstrecke oberhalb der Weinberge steht uns heute bevor. Doch zunächst wandern wir ins Zentrum von Nuits-St-Georges, um im Café du Centre zu frühstücken. Sigrid ist bereits losgezischt – ohne Frühstück! Wir verwerfen den Gedanken, das sogenannte Cassissium zu besichtigen, wo wir viel über die Herstellung des berühmten Likörs aus der Schwarzen Johannisbeere erfahren könnten. Im Café du Centre bekommen wir alles was das Herz begehrt, sitzen in der Sonne auf dem Marktplatz und hören das Glockenspiel der Turmuhr.

Frühstück in Nuits-St-Georges. - © Foto: Erich Kimmich

Es ist nach zehn Uhr als wir dann endgültig aufbrechen. EpoissesIn einem Feinkostgeschäft kaufen wir noch einen Epoisse-Käse, der in dieser Gegend hergestellt wird. Seit Jahrhunderten wird er in der Tradition der Mönche aus Rohmilch und mit Marc de Bourgogne hergestellt. An den Häusern wechseln sich die Schilder der berühmten Weinproduzenten ab.
Hier wird mit den renommierten Grand Crus (das sind die Weine aus den steileren Lagen am oberen Teil der Hänge) richtig viel Geld verdient. Etwas unterhalb folgt der Premier Cru (z.B. „Nuits-Saint-Georges Premier Cru“). Dann kommt die dritte Rangstufe mit der Bezeichnung Village und dem Ort. Und unten im flachen Land nennt sich das dann Appellation régionale und dahinter einfach die Bezeichnung Bourgogne.

Les Appellations... Infotafel im Weinberg. - © Foto: Erich Kimmich

Südlich von Nuits-St-Georges. - © Foto: Erich Kimmich    Südlich von Nuits-St-Georges. - © Foto: Erich Kimmich

Südlich von Nuits-St-Georges. - © Foto: Erich Kimmich

Blüten am Wegesrand. - © Foto: Erich Kimmich    Blüten am Wegesrand. - © Foto: Erich Kimmich

Blüten am Wegesrand. - © Foto: Erich Kimmich    Blüten am Wegesrand. - © Foto: Erich Kimmich

Der Rundblick geht weit hinaus in die Ebene, wo der ordinäre Burgunder gedeiht.

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Der Weg zieht sich auf Halbhöhe dahin; überall in den Weinbergen sind die Helfer beschäftigt. Erst nach Premeaux-Prissey kommen wir höher hinauf. Hier gibt es zahlreiche Höhlen tief in den Berg hinein, denn auch das gute helle Gestein lässt sich teuer verkaufen; bei Comblanchien wird auch Marmor abgebaut. Gegen Mittag trinken wir einen Kaffee in einem Relais Routiers, wo man sich gerade zum Mittagessen-Büffet rüstet.

Südlich von Nuits-St-Georges. - © Foto: Erich Kimmich    Südlich von Nuits-St-Georges. - © Foto: Erich Kimmich

Im Relais Routiers. - © Foto: Erich Kimmich    Marmorhersteller. - © Foto: Erich Kimmich

Nach Ladoix-Serrigny führt der Chemin nochmals bergauf und durch einen Buchsbaumwald: Grün und vermoost, geradezu verwunschen kommt man sich darin vor.

Buchsbaum-Wald. - © Foto: Erich Kimmich    Buchsbaum-Wald. - © Foto: Erich Kimmich

Versperpause. - © Foto: Erich Kimmich    Beschwerliche Strecke. - © Foto: Erich Kimmich

Helmut verspürt plötzlich einen gewaltigen Schmerz im Knie und kann sich kaum mehr bewegen. Wir setzen uns an einer Trafostation erst mal hin. Nur mühsam gelingt es nach einer Pause, sich auf die Stöcke gestützt fort zu bewegen. Wir schaffen es langsam hinunter bis Aloxe-Corton, wo wir ein Taxi bestellen. Das kommt auch sehr rasch und bringt uns nach Beaune nahe des Bahnhofes. Im Hotel de la Gare nehmen wir ein Zimmer.

Beaune. - © Foto: Erich Kimmich    Beaune. - © Foto: Erich Kimmich

Ein Kir in Beaune. - © Foto: Erich Kimmich    Fahrradgeschäft in Beaune. - © Foto: Erich Kimmich

Am Abend machen wir einen kurzen Bummel ins Zentrum von Beaune. Neben dem berühmten mittelalterlichen Krankenhaus „Hôtel Dieu“ – eine Besichtigung ist zeitlich nicht mehr möglich – trinken wir einen fruchtigen Kir (Weißwein mit Cassis).

Das Abendessen nehmen wir im Hotel zu uns. Nachdem die Schmerzen kaum nachlassen, will Helmut morgen die Wanderung abbrechen und per Bahn nach Karlsruhe zurück fahren.

Abendessen in Beaune. - © Foto: Erich Kimmich    Abendessen in Beaune. - © Foto: Erich Kimmich

Premier Cru in Beaune. - © Foto: Erich Kimmich    Abendessen in Beaune. - © Foto: Erich Kimmich

 

Wetter: Sonne und Wolken, warm; 24 °C Tagesstrecke 10,4 km Durchschnittstempo inkl. Pausen 1,8 km/h Unterwegszeit 5:50 Summe Aufstiege. Maximale Höhe 350 m 247 hm Summe der Abstiege. Minimale Höhe 171 m 242 hm Gesamt-Kilometer des Abschnitts 2015 (Dole - Montbrison). 83,9 km.

 

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Und hier ein Blick auf die Etappen-Karte:

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