Istrien-Radreise (1. Tag, Samstag 14. April 2007)                                  0 | 1 | 2
Diaschau

Freitag abend, 13.4.2007, in Stuttgart. Seit 18 Uhr steht der Bus mit dem Radanhänger bereit. Kurz vor 19 Uhr treffen die letzten drei Teilnehmer aus einem verspäteten Zug ein. Pünktlich um 19 Uhr geht die Fahrt los. Zunächst nach Ulm, wo wir am Bahnhof drei weitere Teilnehmer aufnehmen. Gegen 22 Uhr sind wir in München: noch ein weiteres ADFC-Mitglied steigt zu. Dazu noch ein Fahrerwechsel. Die Fahrt verläuft sehr angenehm; dank des aufblasbaren Nackenhörnchens bin ich bald im Land der Träume. Von der Fahrt durch Österreich merke ich rein gar nichts: Busfahrer Bernd versteht das sanfte Fahren. Erst morgens gegen 6.30 Uhr wache ich an der slowenisch-kroatischen Grenze auf, wo ein Zollbeamter unsere Ausweise sehen möchte.

Morgens nach sechs an der slowenischen Grenze. - Foto: erich Kimmich
Blick Richtung Koper (Slowenien), morgens um 6.18 Uhr

Die Sonne ist noch nicht aufgegangen. Es schließt sich gegen 8 Uhr ein Park-Stopp an; der Busfahrer kocht uns frischen Kaffee und eine Stunde später sind wir schon in Pore? beim Hotel Valamar Rubin. Es liegt etwas oberhalb des Meeres in einem Kiefernwald und ist etwa neun Stockwerke hoch [mehr]. Offenbar sind wir ein wenig zu früh gekommen: ein halbes Dutzend Leute putzen, wischen auf, kehren Laub und Kiefernnadeln zusammen, installieren Lampen, alles riecht frisch und neu. Das Hotel wurde seit letztem Herbst renoviert und heute finden offenbar die letzten Abschlussarbeiten statt. Unsere Gepäckstücke können wir in einem Abstellraum zwischenlagern. Da die Zimmer noch nicht beziehbar sind, führt uns Angelika – die schon seit einer Woche hier alles Mögliche ausgekundschaftet hat – am Meer entlang ins Städtchen. Der Weg zwischen Kiefern und Meer, verbunden mit einer sanften Brise vom Meer her, die Sonne am wolkenlosen Himmel – das alles bringt Urlaubsstimmung pur. Dazu noch der Blick über den kleinen Hafen auf die Altstadthalbinsel – perfekt!

Café Una in Poreč
In diesem „Café Una“ fing der Urlaub an…

Unterhalb des zweiten dicken Wachturms bestellen wir im schönsten Café der Stadt gleich ein ganzes Geschwader Cappuchinos – der Kellner hat schlagartig Hochbetrieb. Die Sonne hat spürbar Kraft, manche setzen sich gleich ganz bewusst vorsichtshalber in den Schatten. Die Bäume haben – anders als zuhause – schon hellgrüne Blätter und viele Blüten. Noch sind es erst wenige Touristen und alles macht einen sehr italienisch-freundlichen und sauberen Eindruck.

Gegen elf sind wir wieder im Hotel. Die Zimmer sind prima, gross, hell und geräumig. Um 12 Uhr laden wir die Räder aus dem Anhänger. Es fällt auf, dass es nur hochwertige Räder gibt – eigentlich kein Wunder, nachdem die Reise exklusiv für ADFC-Mitglieder angeboten wurde. Drei der 24 Teilnehmer nennen ein Velotraum-Fahrrad ihr eigen. Wenn das nicht überdurchschnittlich ist!
Und schon geht es los zur heutigen Rundtour. Wie eine krakelige Acht sieht sie in der Karte aus: Erst geht es entlang der alten Stadtmauer rund um die Halbinsel von Pore?. In einem kleinen Supermarkt decken wir uns mit Obst und Wasser ein.

Jana-Mineralwasser. Foto: Erich Kimmich

Das Mineralwasser der Marke Jana ist preiswert und wohlschmeckend.

Blick auf die Altstadt von Porec. Foto: Erich Kimmich

Nach Norden geht es, immer an der Küste entlang, am Hotel Materada vorbei bis Crvar. An den Gesichtern kann man die Freude ablesen, die das Radfahren macht, die Lust, im kurzen Trikot in dieser fast sommerlichen Landschaft leicht und beschwingt zu pedalieren.

Radelgruppe am ersten Tag. Foto: Erich Kimmich

Nach Porat überqueren wir die viel befahrene Durchgangsstraße und nehmen nun Kurs ins Landesinnere bis etwa Brnobici, hier biegen wir links ab und fahren auf angenehm welliger Strecke bis Tar (Torre). Im Café Torre neben der großen Barockkirche gibt es einen herrlichen Sonnenplatz und einen wirklich starken Cappuchino für 10 Kuna (das sind etwa 1,25 Euro). Im benachbarten Laden gibt es ein Käse-Schinken-Sandwich und mehr braucht’s nicht zum Glücklichsein.

Karten-Studium in Tar (Torre). - Foto: Erich Kimmich

Achim und Angelika studieren noch die Karte. Um viertel nach drei fahren wir ab, nun wieder Richtung Südosten, queren später die Hinfahrt-Strecke und kommen durch Nova Vas und kommen dann von Osten her wieder nach Pore?. An blühenden Obstwiesen vorbei, entlang von Olivenhainen und frisch gepflügter dunkelbrauner Ackererde führt der Weg. 400 Höhenmeter seien es gewesen, wir haben es kaum bemerkt. Angelika zeigt uns in einer kleinen Stadtführung die Basilika, die Wehrtürme, die kleinen Gässchen und bringt uns schließlich wieder an den Platz vor dem Stadtturm.

  • Die Euphrasius-Basilika liegt im nordöstlichen Teil des historischen Stadtkerns von Pore?. Zwischen 543 und 554 ließ Bischof Euphrasius die Basilika auf den Grundmauern einiger Vorgängerbauten errichten. Die Apsis der Basilika ist mit figürlichen Mosaiken prunkvoll geschmückt, die neben den Mosaiken von San Vitale in Ravenna zu den außergewöhnlichsten Beispielen der Mosaikkunst in Europa zählen. Das Stadtbild ist stark durch diese Anlage geprägt, die aus der dreischiffigen Basilika, einem Atrium, einer Vorhalle, dem oktogonalen Baptisterium, dem Bischofspalais und dem Sitz des Vikars aus dem 13. – 15. Jahrhundert sowie dem Glockenturm aus dem 16. Jahrhundert und zwei Kapellen aus dem 17. – 19. Jahrhundert, besteht. 1997 wurde die Basilika zum UNESCO- Weltkulturerbe geadelt.

Ein Eisverkäufer macht Werbung, in dem er die Eiskugeln durch die Luft wirbeln lässt und sie wieder auffängt. Hochgradig beeindruckt ordern wir eine Waffel voll, die er kunstfertig zu einem Pinocchio-Gesicht gestaltet.

Jonglierender Eisverkäufer. - Foto: Erich Kimmich

Manche gehen nun gleich zum Hotel Rubin zurück, andere bestellen sich ein frisch gezapftes kühles Bier im Café Calypso auf dem schönen Platz in der Sonne.

Kunstwerk mit frischem Bier. - Foto: Erich Kimmich

Rasch noch ein Bad im gar nicht so kalten Meer. Schon ist es Zeit für den Begrüßungscocktail des Hauses. Bei dieser Gelegenheit stellen die TourGuides die Strecken für morgen vor.

Begrüßungscocktail & Tourenbesprechung. - Foto: Erich Kimmich

Und schon ist es Zeit fürs Abendessen. Schlaraffenland pur: Salate, Suppen, frisch gebackene Fische, Gemüse, Käse, Dessert und Getränke ohne Limit. Das ist einfach fantastisch!!
Fazit: Ein absolut gelungener Auftakt.

Tourdaten: 43,8 km, Durchschnittstempo 17,2 kmh, ca. 400 Höhenmeter

  Und hier ist die Strecke als digitale Karte. Vielen Dank an Achim!!

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