Härtsfeld-Museumsbahn
Radtouren 27. Mai 2007Die folgenden Texte entstammen diversen Infotafeln im Härtsfeldbahn-Museum.

Zur Geschichte
- 1901 hat man die Bahnlinie zwischen Aalen/Württ., Neresheim und Ballmertshofen in Betrieb genommen.
- 1906 wurde das Bähnle bis Dillingen/Donau verlängert.
- 1932 wäre sie als Folge der Weltwirtschaftskrise beinahe stillgelegt worden.
- 1945 kam der Krieg aufs Härtsfeld und fügte der Bahn großen Schaden zu.
- 1952 stand die Härtsfeldbahn abermals vor dem Aus, doch sie wurde bsi 1956 grundlegend modernisiert.
- 1972 wurde der Betrieb auf der Härtsfeldbahn eingestellt; die Bahnanlagen wurden in den folgenden Jahren abgebaut.
- 1984 fand sich ein Freundeskreis “Schättere” zusammen, aus dem 1985 der Härtsfeld-Museumsbahn e.V. hervorging.
- 1986 wurde das Härtsfeldbahn-Museum eröffnet und mit dem Legen der ersten Gleise begonnen.
- 1992 wurde der Triebwagen T 33 wieder in Betrieb genommen.
- 1994 folgte die kleine Königing, die Dampflokomotive 12.
- 1996 wurde mit dem Wiederaufbau der Strecke Neresheim - Sägmühle begonnen.
- 2001 wurde der Museumsbahnbetrieb aufgenommen.

Die Fahrzeugsammlung des Härtsfeldbahn-Museumsvereins
Mit den Fahrzeugen will der Museumsverein einen Überblick über die Ausrüstung einer privaten schwäbischen Nebenbahn um 1960 geben. Der Betrieb wurde damals mit modernen Triebwagen durchgeführt. Dampflokomotiven und alte Wagen waren noch als Reserve und für besondere Zwecke vorhanden.
Die Härtsfeldbahn war eine Schmalspurbahn. Gegenüber den 1.435 mm Schienenabstand der Normalspur beträgt dieser hier nur 1.000 mm.
Die Triebfahrzeuge (die Dampflokolotiven 11 und 12 sowie die Triebwagen T 33 und T 37) waren - teilweise ausschließlich - bei der Härtsfeldbahn im Einsatz. In der Holzklasse erlebt man das Flair der Jahrhundertwende während die Polsterklasse
Erinnerungen an die Wirtschaftswunderzeit wach werden lässt. Die Holzklasse-Personenwagen sind weitgehend baugleich mit den Wagen, die einstmals bei der Härtsfeldbahn eingesetzt wurden. Mit den vier Triebwagenanhängern konnte der
Museumsverein alle ehemaligen Beiwagen der Härtsfeldbahn wieder zurück nach Neresheim holen.
Die vorhandenen Güterwagen gelten als Rarität. Sie stammen von der Härtsfeldbahn und von der ehemaligen Nebenbahn Amstetten - Laichingen. Zusammen mit den Rollböcken bieten sie einen hervorragenden Überblick über den Güterverkehr einer schmalspurigen Nebenbahn.
Der Verein hat alle Fahrzeuge in einem mehr oder weniger schrottreifen Zustand übernommen. Einige davon wurden mit viel Mühe in ehrenamtlicher Arbeit und mit Spenden wieder hergerichtet. Man kann sogar mithelfen: An den Fahrzeugen wird jeden Mittwoch ab 17 Uhr und jeden Samstag ab 10 Uhr gearbeitet.

Das Museum
Die im Volksmund “Schättere” genannte Härtsfeldbahn war eine private Schmalspurbahn und wurde aufgrund ihres Charakters gerne als Prototyp der Schwäbischen Eisenbahn bezeichnet. Im Museum erfährt man viel über die Geschichte der Bahn. Anhand von Exponaten, Bildern, Plänen und Modellen bekommt man einen Einblick in die Themen Gleisbau, Hochbauten und Fahrzeuge. Man lernt den Arbeitsplatz eines Bahnagenten und die Uniformen im Wandel der Zeit kennen und erfährt einiges über das urige Personal. Anekdoten und Besonderheiten der Bahn runden das Bild ab.
Die Verkausferlöse der im Museum erhältlichen Souvenirs werden ausschließlich zur Erhaltung der Fahrzeugsammlung verwendet.
Anekdoten und Besonderheiten
Eine maßgebliche Persönlichkeit aus der Anfangszeit der Bahn war Pfarrer Schips von “Schloß Neresheim”, wie das Kloster in der Zeit von 1802 bis 1921 hieß. Schips, gleichzeitig Bezirksschulinspektor im Oberamt Neresheim, war ein Mann, der sich neben der Seelsorge und seinen Visitationen auch noch anderen Beschäftigungen hingab. Neben der Schriftstellerei hatte es ihm vor allem die Meteorologie, die Wetterkunde, angetan. Dieses Hobby stellte der Schloßpfarrer gleich in den Dienst der neuen Eisenbahn. An den Haltegriffen der Lokomotiven ließ er seine Wettertafeln anbringen. Ein Bediensteter des Bahnhofs Neresheim musste nach dem Wettersymbol am Prälaturgiebel oben am Kloster Ausschau halten und dann das Lokomotivpersonal des Frühzugs verständigen. Das Personal musste schon danach schauen, auch die Schilder an der Lokomotive anzubringen, die Schips vorschrieb. Schließlich gab es für den Heizer dafür auch ein “Gratial”. Dieses betrug, nur bei pünktlicher Ausführung, im Jahr 36 Mark. Der Schnips’sche Wetteranzeiger wurde bis kurz vor Ausbruch des 1. Weltkriegs beibehalten.
Nicht umsonst sagte man auf dem Härtsfeld: “Dr Schloßpfarr vo Neres macht’s Weattr!”

Das “Kinomobil”
Zu Streckeninspektionszwecken wurde eine Motor-Draisine vorgehalten. Viele Legenden ranken sich um dieses originalle Gefährt. Der Spitzname rührt daher, dass ein lediger Bahnverwalter seine Angebetete nach Aalen zu einem Kinobesuch gefahren haben soll. Auch von Zugkreuzungen auf freier Strecke wird erzählt.
Der kleine Gleiskraftwagen besaß auch noch einen einachsigen Anhänger, der eher wie eine Gartenbank auf Rädern als wie ein Eisenbahnfahrzeug aussah. Auch der hartgesottenste Gleisbauarbeiter wollte nicht darauf befördert werden.



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