Trans Swiss TrailEs soll ja Leute geben, die wegen der angekündigten grönländischen Kaltluftströmung sogar ihren Urlaub verschieben. Für Wanderer scheint mir die kühle Luft – solange es nicht auch noch heftig regnet! – gerade richtig. Weiße Wolkengebirge am blauen Himmel, die eine ständig wechselnde Landschaftskulisse einrahmen: Da schlägt das Wanderer- und Fotografenherz doch gleich höher. Weniger reizvoll ist die geschlossene Wolkendecke, die sich grau in grau bestenfalls für Schwarzweißfotos eignet. Meteo Schweiz, der eidgenössische Wetterbericht des Bundesamtes für Meteorologie und Klimatologie, zeigt die Sachlage klar auf: Das Biskaya-Tief wird Richtung Südfrankreich ziehen und uns die nächsten Tage begleiten.

Wetterkarte Schweiz Meteo 15. Juni 2008
Die Wettervorhersage ist so la la, ab Dienstag soll es wohl sonniger werden. Die Schneefallgrenze liegt immerhin bei 1900 Metern. Und mehr Regen als bei der Tour auf dem West Highland Way letztes Jahr in Schottland wirds kaum geben. Schnell noch selbst prüfen: Ein Blick auf die Webcam bei Dombresson (Donnerstag Abend) lässt noch Fragen offen, die Webcam am Mont Soleil (da werden wir Mittwoch Abend sein) zeigt bewölkt. Die Webcam in Saignelégier (Dienstag Abend) zeigt trocken-bewölkt. Und auch die reizvolle Webcam in St. Ursanne (Montag Abend) kann sich sehen lassen. Hier draußen hingegen hat es eben heftigst angefangen, aus allen Kübeln zu schütten. Eine schlechtes Omen?
Morgen gehts also los. Um 6.04 Uhr fährt mein Zug. Der Rucksack ist noch immer nicht gepackt, die Wanderstiefel müssen noch imprägniert werden. Gegen 11 Uhr werden wir dann in Porrentruy sein und auf dem Trans Swiss Trail starten. Vom Jura wird uns der Fernwanderweg durch das Seenland in die Berner Region führen. Und dann wird die Wanderwoche auch schon um sein. Den Rest der insgesamt 460 km langen Strecke über Emmental, Sarner- und Vierwaldstätter See und über den Gotthard, die Strada Alta bis hinein in die Südschweiz sparen wir uns für später auf.