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Erichs (B)Logbuch » Pilgern

Das Fernweh lockt

Fahrrad, Job, Urlaub Diesen Beitrag kommentieren »

Am Wochenende startet die Urlaubsmesse CMT (9 Tage lang) und mit ihr die attraktive Messe für Aktivurlauber „Fahrrad- & ErlebnisReisen mit Wandern“ in der Halle 9 – nur am kommenden Samstag und Sonntag. Heute fand dazu die Pressekonferenz statt. Im vergangenen Jahr ließen sich rund 33.000 Besucher von den vielfältigen Angeboten der Aussteller allein in dieser Halle anregen.  Die Fahrrad- & ErlebnisReisen mit Wandern verschafft Aktivurlaubern einen Überblick, welche Reisemöglichkeiten es für sie gibt und welches Equipment für sie die beste Wahl ist. Zudem erfahren die Besucher alles Wissenswerte zu aktuellen Trends und moderner Technik und können Fahrräder und Ausstattung gleich in der Halle austesten.

Fototermin zur "Fahrrad- & ErlebnisReisen mit Wandern". - © Foto: Erich Kimmich

Vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Baden-Württemberg  wurde ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit spannenden Vorträgen und Multivisionen zusammengestellt. Das war vor allem meine Arbeit der letzten Wochen. Die Besucher können sich auf ein exklusives Bühnen- und Vortragsprogramm freuen. Auf der Aktionsbühne gibt es dann Tipps zum Kauf von E-Bikes oder Wanderequipment, über Qualitäts-Radrouten, über Mountainbike-Touren. Echte Jakobspilger berichten über die Magie einer solchen Pilgertour. Ein Stück weiter im Urlaubskino kommen Urlaubsträume nahe: Vorträge über Touren durch Peru und Bolivien, in Taiwan, mit dem Liegerad durch Island oder zu Fuß über die Alpengipfel und über die Deutschen Pilgerwege werden geboten.

Verena Paschek und Lukas Preußel waren als Models dabei. - © Foto: Erich Kimmich
Verena Paschek und Lukas Preußel waren als Models dabei. – © Foto: Erich Kimmich

Gesprächsrunde: Axel Recht und Guido von Vacano (Messe), Erich Kimmich (ADFC), Claus Fleischer (Bosch e-bikes), Reinhard Wolf (Schwäb. Albverein), Andreas Braun (TMBW)
Gesprächsrunde: Axel Recht und Guido von Vacano (Messe), Erich Kimmich (ADFC), Claus Fleischer (Bosch e-bikes), Reinhard Wolf (Schwäb. Albverein), Andreas Braun (TMBW) v.l.n.r.

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Vorfreude

Norwegen: Olavsweg Diesen Beitrag kommentieren »

Im Juni will ich den Olavsweg in Norwegen entdecken. Dieser Film macht Lust darauf.

Wenn es ums Pilgern geht, denkt jeder gleich an den Jakobsweg. Dieser ist, im wahrsten Sinne des Wortes, inzwischen sehr überlaufen und deshalb suchen immer mehr Pilger einen „Ausweg“. Diesen „Ausweg“ gibt es tatsächlich: er heißt St.-Olavs-Weg – Olavsvegen – und führt von der norwegischen Hauptstadt Oslo ins mehr als 600 Kilometer weiter nördlich gelegene Trondheim. Dort steht der beeindruckende gotische Nidaros-Dom. Hier sollen sich die sterblichen Überreste des Heiligen St. Olav befinden, der vor 1000 Jahren die bis dahin heidnischen Normannen christianisierte.
Schon im Mittelalter war dieser – damals noch mit unvorstellbaren Strapazen verbundene – Weg ein beliebtes Ziel der Pilger. Im Zuge der Reformation geriet der Olavsweg im protestantischen Norwegen jedoch immer mehr in Vergessenheit.Pilgern war sogar eine Zeitlang verboten.

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„Ich bin dann mal weg“

Jakobsweg, Wandern, Zeitgeist Ein Kommentar »

Obwohl ich beim Lesen des Buches (als digitale Ausgabe, während meines Jakobsweges 2013) vieles nicht allzu sehr gelungen fand, wollte ich heute den neuen Film nach dem Buch von Hape Kerkeling im Kino in Weil der Stadt ansehen. Doch: Schock! Eine gut 20 Meter lange Schlange erstreckt sich bis hinaus auf die Straße. Mehr als eine Viertelstunde lang anstehen… Dann klärt sich die Lage allerdings: Die meisten Leute – vor allem Familien mit Kindern – wollen in den neuen „Heidi“-Film oder „Die Peanuts“ sehen, der schnell ausverkauft ist . Der „Kerkeling-Film“ war also nicht der Grund für die Warteschlange. Er wird im kleinsten Kinosaal gezeigt. Doch auch da sind zum Schluss alle Plätze besetzt.

Warteschlange vor dem Kino.

Devid Striesow (der Schauspieler) spielt den Künstler Hape Kerkeling (selbst Schauspieler). Und das macht er ganz ausgezeichnet. Zum Beispiel als die rücksichtslosen Pilgerhorden gezeigt werden, die sich um einen Stempel anstellen, die um die Stockbetten kämpfen. Da wirkt es schon ein wenig überzeichnet. Doch wer das Buch gelesen hat, den wundert das weniger. Ein wenig ging es mir damals auch wie dem Kerkeling: Mehr als ein Mal habe ich eine kleine Pension oder ein sauberes Hotel den überfüllten, engen Pilgerherbergen vorgezogen.
Featurette und TrailerSchon ist man in St. Jean-Pied-de-Port und flugs mittendrin in den Pyrenäen. Und es regnet auch noch in Strömen. Und Hape rutscht aus, fällt aufs Gesicht. Pilgerfrust. Er fragt sich, wozu er das eigentlich macht?
Der ganze Film geht natürlich überhaupt recht flott: 791 Kilometer in anderthalb Stunden, inklusive Bus- und Taxifahrt. Und je weiter sich der Film entwickelt, desto mehr Gefühle und Eindrücke weckt er im eigenen Gedächtnis auf. Herrliche Landschaftsbilder, atemberaubende Panoramen, schwindelerregende Drohnenflüge dürfen nicht fehlen – Sonne, Himmel, Felsen, Felder. Und schlussendlich natürlich auch nicht die Szene, in der die Priester in der Kathedrale von Santiago de Compostela den Botafumeiro mit Weihrauch befüllen und dieses einzigartige Instrument abhebt und durch den Kirchenraum fliegt. Tränen in den Augen!

Das Buch ist immerhin mindestens fünf Millionen mal verkauft worden. Da steckt also „Wucht“ dahinter! Der Film zeigt sehr schön auf, worum es beim Wandern auf dem Jakobsweg vor allem geht: Nämlich sich mit sich selbst zu beschäftigen. Antworten auf die Frage nach Gott suchen, auf ein Leben nach dem Tod, dem Sinn des Lebens zu finden. Im Film wachsen einem die Schauspieler Devid Striesow (als Hape Kerkeling), Martina Gedeck (als Pilgerin Stella), Karoline Schuch (als Pilgerin Lena) und Katharina Thalbach (als Kerkelings Oma) schnell ans Herz. Mit dem Film und im Making-of hat mich auch die Regisseurin Julia von Heinz beeindruckt.

 

Meine „Erkenntnis des Tages“: Sehr berührend, gelungenes Unterhaltungskino mit Tiefgang. Diesen Film solltest du  anschauen! Sehenswert, empfehlenswert.

Hier deinen Senf dazu geben!

Jakobsweg verbindet

Jakobsweg, Postcards Diesen Beitrag kommentieren »

Jacqueline und Guy Gravelat, meine langjährigen Freunde in Clermont-Ferrand, bei denen ich 2013 eine Woche lang meine Fuß-Sehnenentzündung auskurieren konnte, haben sich an mich erinnert. Warum? Weil einer ihrer Freunde – mit 77 Jahren! – aufgebrochen ist, um zwei Monate lang bis Santiago zu wandern. Da haben sie an mich gedacht und einen Brief samt Postkarte verschickt. „Santiago = Erich“ sozusagen…
Zwei Jahre ist es her, dass wir uns in Clermont gesehen haben, die Zeit rast dahin!
Ob meine lange Wanderung irgendetwas verändert hat in meinem gegenwärtigen Leben, fragen sie mich. Ja klar, will ich antworten. Doch zu erklären, was sich da wie verändert hat, geht nicht so einfach. Vor allem ist es die unnachahmlich intensive Erinnerung an eine fast endlos erscheinende Abfolge von Eindrücken, die sich wie eine Perlenkette von zu Hause bis ans „Ende der Welt“ im Geiste aneinander reihen: Landschaften, Wetter, Natur, Menschen, Gefühle, Eindrücke, Stimmungen … Immer noch bin ich froh darüber, die ganze Strecke an einem Stück gewandert zu sein. Genau diese lange, lange Tour – das war das Besondere.
Mit dieser Karte aus der Auvergne wollen sie meine Reise-Sehnsucht anregen:

Postkarte von Jacqueline und Guy aus der Auvergne

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Schluss-Etappe für 2015

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Dienstag 9. Juni 2015. Von Champdieu nach Montbrison und per TGV nach Basel.

Die diesjährige Pilger-Tour geht zu Ende: Morgen habe ich einen Termin in Lörrach und werde daher heute den Jakobsweg in Montbrison verlassen. Doch erstmal gibt es Frühstück bei Martine. Sie packt mir sogar noch ein Stück Käse mit ein, als Wegzehrung, und begleitet mich Zimmer in der alten Scheune bei Martine. - © Foto: Erich Kimmich dann zur Wehrkirche, wo sie mir die Krypta zeigen will. Dieses historische Städtchen beeindruckt mich mit seinem Stadttor Porte de Bise und der wehrhaften Priorei.  Hoch über uns lugen die Pechnasen heraus als wir die Kirche betreten. Hinten in der Ecke steigen wir hinab in die Krypta. Sie besteht aus einer Apsis und zwei Seitenkapellen. Auf dem Altar befindet sich eine Muttergottesstatue aus dem 19. Jahrhundert. Ein andächtiger Platz. Spürbare Geschichte.

Priorei Champdieu. - © Foto: Erich Kimmich

Krypta der Priorei Champdieu. - © Foto: Erich Kimmich    Krypta der Priorei Champdieu. - © Foto: Erich Kimmich

In der Prioreikirche über die Krypta fallen die große Zahl romanischer Kapitelle mit ihren geometrischen, pflanzlichen Motiven und menschlichen Figuren auf. Sie illustrieren die Sicht der Welt der Menschen im Mittelalter: der ewige Kampf zwischen Lastern und Tugenden.

Kapitelle in der Kirche der Priorei Champdieu. - © Foto: Erich Kimmich    Kapitelle in der Kirche der Priorei Champdieu. - © Foto: Erich Kimmich

Die Kirche existierte bereits im elften Jahrhundert, ihr Grundriss ist dem lateinischen Kreuz entsprechend und typisch für die Kirchen des 12. Jahrhunderts. Der Hauptteil der Kirche war damals den Mönchen vorbehalten. Der Gottesdienst für die Dorfbewohner fand in einer der Seitenkapellen statt und wurde von einem Kaplan gelesen. Der Kreuzgang ist leider noch geschlossen.

In der Kirche der Priorei Champdieu. - © Foto: Erich Kimmich     Wehrkirche Champdieu. - © Foto: Erich Kimmich

Draußen beeindrucken mich die Bogenstrukturen (Machicoulis) , die sich um die Kirche herum ranken und die dazu dienten, den Feind nach unten hin zu beobachten und mit brennenden Materialien oder Geschossen zu bewerfen.

Priorei Champdieu. - © Foto: Erich Kimmich

Blick zurück nach Champdieu. - © Foto: Erich Kimmich     Blick auf Montbrison und St-Romain-le-Puy. - © Foto: Erich Kimmich

Ich verabschiede mich von Martine, mache noch ein paar Fotos und folge wieder dem Muschelsymbol, das mich aus dem Ort hinaus bringt, leicht ansteigend über die Felder und Weinberge. Eine weite Aussicht lässt mich linker Hand Champdieu erkennen und rechts die städtischen Strukturen von Montbrison und dahinter den markanten Hügel von St-Romain-le-Puy mit dem einstigen Kloster. Über Curtieux und durch ein ausgedehntes Wohngebiet erreiche ich Montbrison.

Altstadt Montbrison. - © Foto: Erich Kimmich    Altstadt Montbrison. - © Foto: Erich Kimmich

Altstadt Montbrison. - © Foto: Erich Kimmich    Altstadt Montbrison. - © Foto: Erich Kimmich

Altstadt Montbrison. - © Foto: Erich Kimmich    Panache in Montbrison. - © Foto: Erich Kimmich

Gegen Mittag bin ich im Zentrum des attraktiven Städtchens, bewundere die urige Altstadt mit ihren alten Häusern, überquere den kanalisierten Bachlauf und stehe vor der gotischen Kirche Notre-Dame d’Espérance (1226-1466).  Hier verlasse ich den Chemin de St-Jacques und steuere Richtung Bahnhof. In einer Bar gibt es für mich ein Panaché. Auf dem Glas ein mexikanisches Motiv…

Eingangsdetail in Montbrison. - © Foto: Erich Kimmich

Gegenüber des Bahnhofs entdecke ich ein „Routiers“-Restaurant und genieße ein solides, preiswertes Mittagessen. Anstelle des Zuges nach St-Etienne fährt ein Ersatzbus, da an den Schienen gearbeitet wird.

St-Etienne. - © Foto: Erich Kimmich    Bahnhofsplatz in St-Etienne. - © Foto: Erich Kimmich

Bahnhofsplatz in St-Etienne. - © Foto: Erich Kimmich

In St-Etienne habe ich ein wenig Zeit, schaue mir den Bahnhofsvorplatz und das Fahrradverleihsystem an. An einem benachbarten Haus sind riesige Cartoons aufgemalt. Auf dem Vorplatz wachsen gläserne Bäume! Der Regionalzug bringt mich nach Lyon, der TGV dann nach Basel (Bâle). Hier komme ich unangemeldet in der Jugendherberge unter und genieße am späten Abend im Gasthof zum Goldenen Stern nahe bei der Jugendherberge ein ausgesprochen genussvoll zubereitetes Abendessen.

Menü im Gasthof zum Goldenen Stern Basel. - © Foto: Erich Kimmich    Menü im Gasthof zum Goldenen Stern Basel. - © Foto: Erich Kimmich

Menü im Gasthof zum Goldenen Stern Basel. - © Foto: Erich Kimmich

Menü im Gasthof zum Goldenen Stern Basel. - © Foto: Erich Kimmich    Menü im Gasthof zum Goldenen Stern Basel. - © Foto: Erich Kimmich

407 Kilometer habe ich zurückgelegt. Fünf weitere Wandertage (oder 114 km) entlang der Loire über Valprivas und Retournac hätte ich noch gebraucht… und ich wäre in Le Puy angekommen, da wo ich 2013 schon von Genf her gewandert bin. Dieses Verbindungsstückchen möchte ich auf jeden Fall noch vervollständigen, sobald sich dafür eine Gelegenheit bietet.

Basel by night. - © Foto: Erich Kimmich

Überblick 2015:Alle Etappen meiner Jakobsweg-Wanderung 2015

Hier alle meine Etappen auf dem Sentier de St-Jacques in diesem Jahr – 407 Kilometer zwischen Dole und Montbrison.

Wetter: sonnig, einzelne Wolken; 24 °C Tagesstrecke 7 km   Gesamt-Kilometer des Abschnitts 2015 (Dole - Montbrison). 407,6 km.

 

Weiter nach Le Puy (Bericht aus 2013) Le-Puy-en-Velay (Etappe 2013) || nach oben || zurück: Pommiers – Champdieu


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Auf den Spuren der Geschichte

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Montag 8. Juni 2015. Von Pommiers-en-Forez über Montverdun nach Champdieu.

Heute ist mein 18. Reisetag. Im Wohnwagen und auf dem Campingplatz gibt es kein Frühstück. Also wandere ich heute mal ganz ohne Frühstück und dafür frühzeitiger los. Es ist feuchtwarm und wolkig; die Überreste der Regenfront am gestrigen Abend hängen noch in der Landschaft. Die jungen französischen Pilger habe ich seit gestern Abend nicht mehr gesehen. Fast scheint mir, als seien die am Abend noch um- oder weiter gezogen.

Wolkenstimmung hinter Pommiers. - © Foto: Erich Kimmich

Der Weg verlässt die uralte Klostersiedlung Pommiers auf der Ortsstraße Richtung Süden, überquert die Departementsstraße und verlässt erst später das graue Asphaltband an einem einzeln stehenden Haus. Die Kühe liegen apathisch im Gras und machen ihren Verdauungs-Gang. Der Blick reicht unter den drohenden grauen Wolkenbergen weit ins Land hinein: Ganz da hinten ist es sonniger, da flutet das Sonnenlicht auf die Berge! An einem See vorbei ändert sich die Stimmung vollständig: Es quakt im Wasser und zwitschert in den Bäumen – hier lebt die Natur!

Teich hinter Pommiers. - © Foto: Erich Kimmich     Bussy-Albieux: Es war ein Mal... - © Foto: Erich Kimmich

Kühe im Forez. - © Foto: Erich Kimmich     Die Landschaft des Forez. - © Foto: Erich Kimmich

In Bussy-Albieux finde ich schräg gegenüber der neugotischen Kirche eine kleine Kioskbar. Hier bestelle ich die Grundzutaten eines Frühstücks: Café und Croissant. Mehr geht nicht, die Einrichtung ist äußerst spärlich ausgestattet. Und die reichlich vorhandenen Lotto- und Gewinnkärtchen kann man nicht essen… Der Café schmeckt wie aus dem Kantinenautomaten. Das erleichtert das Weitermarschieren. Der Weg verlässt das Dörfchen leicht ansteigend. Nun habe ich wieder einen Blick ins Bergland. Das Strässchen führt an einem herrschaftlichen Gebäude vorbei, das durch eine endlos lange, teilweise zerfallene Mauer zur Straße hin eingegrenzt ist. Dahinter wachsen mächtige Bäume, große Wiesenflächen tun sich auf. Ich male mir aus, wie es wäre, hier ein Kurhotel daraus zu machen…

Ein riesiges Anwesen... - © Foto: Erich Kimmich

Der Lignon. - © Foto: Erich Kimmich    Libelle am Lignon. - © Foto: Erich Kimmich

In Ste-Agathe-la-Bouteresse stehen nahe der Kirche doch tatsächlich einige Sitzbänke. Super! Es ist  Mittagszeit. Ich stelle den Rucksack ab, ziehe Schuhe und Socken zum Trocknen aus und beginne, meine Vorräte aus dem Rucksack zu verspeisen.
Dann geht es zwischen uralten Häusern abwärts ins Tal des Lignon. Am Stauwehr nahe der Brücke beobachte ich smaragdblaue Libellen am Ufer. Das Wasser rauscht glitzernd und tosend das Wehr hinab. Es folgt ein kräftiger Anstieg und dann sehe ich links von mir die Kirche auf dem Berghügel. Das dürfte ein Vulkanschlot sein, der typischen Form nach. Schon bin ich mitten in Montverdun angekommen. Ich habe Durst und setze mich in die Bar an der Kreuzung. Panaché – selten klang ein Wort schöner in meinen Ohren. Durst löschen!

Blick auf Montverdun. - © Foto: Erich Kimmich

Nach einer Weile entschließe ich mich, das Etappenquartier Montverdun zu streichen und noch weiter zu wandern. Der Jakobsweg bietet einen Blick zurück auf die Hügel-Kirche, die weithin sichtbar ist. Er steuert zielsicher ein kleines Bergmassiv an und wählt damit die schönste Strecke aus, die man Wanderern hier bieten kann. Ich tauche ein ins Grün des Waldes.

Ausblick nach Osten. - © Foto: Erich Kimmich

Zwischendurch gibt es schöne Ausblicke Richtung Osten. Interessante Blütenpflanzen, die ich noch nie gesehen habe, fallen mir ins Auge.

Unbekannte Blütenpflanze. - © Foto: Erich Kimmich

Da es vergangene Nacht geregnet hat, sind manche Stellen des Weges sehr cremig-glitschig. Dann liegt eine weite Ebene vor mir: Ich vermute geradeaus im Dunst Montbrison zu sehen. Die Strecke zieht sich in die Länge. Hier stehen Pferde in einer Koppel, ein Stück weiter wartet ein Grautier im Schatten. Durch Chalain-d’Uzore gehe ich hindurch. Es kommt mir wieder sehr warm vor.

Das Grautier hat Arbeitspause. - © Foto: Erich Kimmich    Jolly Jumper, das Pferd von Lucky Luke. - © Foto: Erich Kimmich

Ich überquere einen schmalen Kanal du Forez, unterquere eine Bahnlinie und erreiche bald darauf die alte Stadt Champdieu. Gottes Feld würde es auf deutsch heißen. Im Zentrum finde ich eine wunderbare Altstadt, die sich um eine im 11. Jahrhundert gegründete Priorei entwickelt hat.  Die Außenmauern der Priorei sind massiv befestigt: Pechnasen über Stützpfeilern mit Schutzmauern über der Bogenstruktur der Kirche – das Befestigungssystem stammt aus der Zeit des Hundertjährigen Krieges (1337 – 1453) als der Forez mehrfach gebrandschatzt wurde.

Tausendjähriges Champdieu: Stadttor. - © Foto: Erich Kimmich    Es war einmal... - © Foto: Erich Kimmich

Champdieu: Romanische Wehrkirche. - © Foto: Erich Kimmich    Champdieu: Romanische Wehrkirche. - © Foto: Erich Kimmich

Das Restaurant neben dem Stadttor hat wohl auch schon mal bessere Zeiten erlebt. Es ist 17 Uhr und ich bin nach 31 Kilometern nun dringend auf der Suche nach einem Quartier. Ich frage zwei Damen, die in einen der ausgesucht feinen Stoffläden gehen. Das Office du Tourisme hat geschlossen – Montags sowieso den ganzen Tag über. In einer Bar bekomme ich nicht nur ein erlösendes Panaché, sondern auch den erlösenden Tipp, bei Martine und Bruno in der Rue d’Arzalier 47 zu fragen. Dort führt mich Martine hinauf ins ausgebaute Dachgeschoss. Die ehemalige Scheune kann hier etliche sehenswert dicke Balken vorweisen.

Ich kann duschen, bekomme ein kleines Abendessen und genieße den Schlaf im Dachzimmer. Nur das Handy bleibt ohne Netz.

Chambre d hotes chez Martine et Bruno. - © Foto: Erich Kimmich

Wetter: sonnig und warm; 26 °C Tagesstrecke 31 km Durchschnittstempo inkl. Pausen; ohne Pausen 3,8 km/h 3,0 km/h Unterwegszeit 9:35 Summe Aufstiege. 927 hm Summe der Abstiege. 885 hm Gesamt-Kilometer des Abschnitts 2015 (Dole - Montbrison). 400,6 km.

 

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Von Dole über Cluny bis Montbrison: Meine Etappen 2015

400 km von Dole bis Montbrison im Jahr 2015