Warning: include_once(/homepages/2/d27689112/htdocs/neu/blog/wp-content/plugins/follow.php): failed to open stream: Permission denied in /homepages/2/d27689112/htdocs/neu/blog/wp-settings.php on line 255

Warning: include_once(): Failed opening '/homepages/2/d27689112/htdocs/neu/blog/wp-content/plugins/follow.php' for inclusion (include_path='.:/usr/lib/php5.6') in /homepages/2/d27689112/htdocs/neu/blog/wp-settings.php on line 255

Warning: include_once(/homepages/2/d27689112/htdocs/neu/blog/wp-content/plugins/simple-countdown/cc_countdown.php): failed to open stream: Permission denied in /homepages/2/d27689112/htdocs/neu/blog/wp-settings.php on line 255

Warning: include_once(): Failed opening '/homepages/2/d27689112/htdocs/neu/blog/wp-content/plugins/simple-countdown/cc_countdown.php' for inclusion (include_path='.:/usr/lib/php5.6') in /homepages/2/d27689112/htdocs/neu/blog/wp-settings.php on line 255

Warning: include_once(/homepages/2/d27689112/htdocs/neu/blog/wp-content/plugins/timezone.php): failed to open stream: Permission denied in /homepages/2/d27689112/htdocs/neu/blog/wp-settings.php on line 255

Warning: include_once(): Failed opening '/homepages/2/d27689112/htdocs/neu/blog/wp-content/plugins/timezone.php' for inclusion (include_path='.:/usr/lib/php5.6') in /homepages/2/d27689112/htdocs/neu/blog/wp-settings.php on line 255
Erichs (B)Logbuch » Verkehr

Radsternfahrt: Tausende mit dem Velo nach Stuttgart

Fahrrad Diesen Beitrag kommentieren »

17.5.2015 – Das Wetter spielt mit: Kein Tropfen Regen fällt vom Himmel, rund 16 Grad zeigt das Thermometer – bestes Radfahrwetter für die etwa 4.000 Teilnehmenden an der diesjährigen Radsternfahrt, die der ADFC Baden-Württemberg organisiert hat.

Auf fünf Hauptrouten nach Stuttgart

Meine heutige Aufgabe ist es, die Teilnehmer des Leonberger „Astes“ zu begrüßen. Zahlreiche Zubringer-Radtouren sind organisiert worden; in Renningen startete eine dieser Zubringertouren um 9.30 Uhr und erreichte gegen 10 Uhr den Leonberger Marktplatz, einem der fünf offiziellen Startpunkte der diesjährigen Radsternfahrt. Die Stimmung auf dem Marktplatz ist bestens, eine Sambagruppe der Musikschule Leonberg bringt einen fetzigen Rhythmus in die Ohren.

Samba-Rhythmen auf dem Leonberger Marktplatz. - © Foto: Erich Kimmich

Nach meiner Begrüßung und den Grußworten von Verkehrs-Staatssekretärin Gisela Splett und dem Leonberger Bürgermeister geht es nun endlich los. Über einhundert ADFC-Ordner, gekleidet in den leuchtend orangefarbenen Tour-Shirts, helfen den Polizeikräften beim Absperren der Kreuzungen und Seitenstraßen und sorgen dafür, dass alle Teilnehmer gut geschützt fahren können. Unterwegs gibt es weitere „Einstiegsmöglichkeiten“. So führten sechs Routen nach Ludwigsburg. Nach Waiblingen gab es drei „Zubringer“ von Winnenden, Heidenheim und ab Schorndorf. Nach Plochingen von Ostfildern aus und ab Kirchheim/Teck.
Hinter Leonberg-Eltingen zieht sich die lange Fahrrad-Karawane scheinbar endlos das Mahdental entlang.

Radler-Karawane. - © Foto: Erich Kimmich

Im Mahdental. - © Foto: Erich Kimmich

Im Mahdental. - © Foto: Erich Kimmich

Jörg Stenner aus Renningen hat seine Ordnermannschaft bestens im Griff. Am Schattenring wird kurz pausiert, bevor die Abfahrt nach Stuttgart-Heslach einen frischen Wind ins Gesicht bringt. Es ist schon ein großartiges Gefühl, auf den zeitweise gesperrten breiten Autostraßen radeln zu können.

Radsternfahrt vorm Schattenring. - © Foto: Erich Kimmich

Radsternfahrt vorm Schattenring. - © Foto: Erich Kimmich

Zwischen 12 und 13 Uhr treffen die meisten Gruppen in der Stuttgarter Innenstadt ein. Nun gibt es für alle eine Runde auf dem Cityring: eine Demonstration für mehr Radverkehr! Der Ehrenhof des Neuen Schlosses verwandelt sich rasch in einen riesigen Fahrradparkplatz. Gegen 13 Uhr postieren sich alle ADFC-Ordner zu einem abschließenden „Gruppenbild mit Liegerädern“.

Fahrrad-Parkplatz am Neuen Schloss in Stuttgart. - © Foto: Erich Kimmich     Fahrrad-Parkplatz am Neuen Schloss in Stuttgart. - © Foto: Erich Kimmich

ADFC-Helfer. - © Foto: Erich Kimmich

Das Abschlussfest auf dem Schloßplatz mit einem bunten Unterhaltungsprogramm, zahlreichen Aktionen und Informationen rund ums Fahrrad wird gemeinsam mit den Stuttgarter Fahrradaktionstagen gefeiert. Wegen dem vorausgehenden Feiertag Christi Himmelfahrt und der etwas unbeständigen kühlen Witterung sind nicht ganz so viele Teilnehmer gekommen wie im Vorjahr. Doch das hatten wir so eingeschätzt. Über den Zustrom sind dennoch alle begeistert: „4.000 Radler sind ein starkes Stück Radkultur,“ sagt Gudrun Zühlke, die ADFC-Landesvorsitzende.

Lilia und Petra am Infostand. - © Foto: Erich Kimmich

Nach am Abtransport der zahlreichen Materialien vom Stand haben wir uns zum krönenden Abschluss am Abend noch ein stärkendes Essen im „Sanwald“ geleistet: Spargelcremesuppe,  Spargel im Pfannkuchen und ein Erdbeer-Dessert!

Spargelcremesuppe. - © Foto: Erich Kimmich     Spargelessen. - © Foto: Erich Kimmich     Erdbeer-Dessert. - © Foto: Erich Kimmich

Beitrag kommentieren

Demo in Bad Cannstatt – die 251ste

Aktiv sein, Stuttgart 21 Diesen Beitrag kommentieren »

251. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 in Bad Cannstatt. - Foto: Erich Kimmich    251. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 in Bad Cannstatt. - Foto: Erich Kimmich

251. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 in Bad Cannstatt. - Foto: Erich Kimmich    251. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 in Bad Cannstatt. - Foto: Erich Kimmich

15. Dezember 2015. Heute fand die 251. Montagsdemo gegen den geplanten Kellerbahnhof „Stuttgart 21“ statt und zwar im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt. Siegfried Deuschle, Cannstatter Bezirksbeirat wies auf die Bedrohung der Mineralwasservorkommen durch die Bohrungsarbeiten hin. Die wertvollen Mineralquellen seien hochgradig in Gefahr. Er kritisierte den Baulärm entlang der Bahnlinien. Von den 20 Millionen Tonnen Erdaushub sollen anch Angaben der Bahn ungefähr die Hälfte Richtung Osten, also über die Remstalstrecke abtransportiert werden. Es sei die Rede von täglich 13 schweren Güterzügen in Spitzenzeiten.

Millionen und Millarden Euro Steuergelder würden mit dem projekt umverteilt in die Kassen von Immobilienspekulanten, Baukonzernen und Banken. Damit müsse endlich Schluss ein – zugunsten einer menschen- und umweltgerechten Mobilität.

Zweiter Redner war Andreas Kegreiß vom Fahrgastverband Pro Bahn, der sich dem Thema S-Bahn widmete: Zahlreiche Fehler und Probleme des Projekts würden sich unmittelbar auf die Verlässlichkeit des S-Bahn-Systems auswirken. Die S-Bahn sei derzeit so unpünktlich wie noch nie zuvor!

251. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 in Bad Cannstatt. - Foto: Erich Kimmich    251. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 in Bad Cannstatt. - Foto: Erich Kimmich

251. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 in Bad Cannstatt. - Foto: Erich Kimmich

Der Demonstrationszug führte vom Marktplatz über den Wilhelmsplatz bis zum Bahnhofsvorplatz.

250 x gegen Murks und Zerstörung

Aktiv sein, Stuttgart 21 Diesen Beitrag kommentieren »

Jubiläum: Heute war die 250. Montagsdemo gegen den unsinnigen Kellerbahnhof „Stuttgart 21“. Seit fast fünf Jahren gibt es eine wache un dkritische Bürgerschaft in Stuttgart. Etwa 4.000 Menschen haben sich auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof versammelt. Redner waren der Schauspieler Walter Sittler, der ehemalige Stuttgarter Bahnhofsvorsteher  Egon Hopfenzitz, der ehemalige Bahnhofsvorsteher von Florenz, Tiziano Cardosi, und der Theaterregisseur Volker Lösch. Die Stuttgart 21-Gegner sind stolz auf ihren Durchhaltewillen. Das Projekt werde niemals gebaut werden, betonte Volker Lösch – beim Transrapid seien 1,5 Milliarden ausgegeben worden, bevor das Projekt eingestellt wurde. Der Schnelle Brüter in Kalkar habe 3,7 Milliarden Euro verschlungen – und beendet worden.

Foto: Erich Kimmich    Foto: Erich Kimmich

Foto: Erich Kimmich    Foto: Erich Kimmich

Foto: Erich Kimmich

Foto: Erich Kimmich    Foto: Erich Kimmich

Heftige Kritik gab es an den Grünen (Bericht Stuttgarter Zeitung). Lösch sagte, einer der größten Fehler der S21-Gegner sei das Mitwirken bei der schon vorher als Betrug feststehenden, manipulierten Volksabstimmung gewesen. Das bei vielen grenzenlose Vertrauen auf die Grünen als Vertreter der Bürgerbewegung sei der vielleicht schmerzlichste Fehler gewesen. Das Wahlversprechen der Grünen, die Bürger radikal anders und ernsthaft an der Politik zu beteiligen, sei die größte Lüge dieser Partei gewesen. Die Grünen seien inzwischen erschreckend opportunistisch und mit nichts Außergewöhnlichem mehr ausgestattet, eine Mainstream-Partei, die sich jüngst gar als neue Wirtschaftspartei profiliert habe.

Foto: Erich Kimmich    Foto: Erich Kimmich

Foto: Erich Kimmich

Hier sieht man eine 6,40 Meter hohe rote Lampe. Auf einer Bahnsteiglänge von 420 Metern Länge werden das Gleis und der Bahnsteig einen solchen Höhenunterschied aufweisen – gegen jede bisher gültige Vorschrift und einzigartig in Europa!

Foto: Erich Kimmich    Foto: Erich Kimmich

Foto: Erich Kimmich    Foto: Erich Kimmich

Foto: Erich Kimmich    Foto: Erich Kimmich

Foto: Erich Kimmich    Foto: Erich Kimmich

Foto: Erich Kimmich    Foto: Erich Kimmich

Video ist nicht verfügbar

Volker Lösch zitierte den Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn: „Es ist unübersehbar, dass das Projekt beschlossen ist und kommt.“ Das erinnere an Kretschmanns „Der Käs isch gesse“ und an Merkels „alternativlos“. Doch:

  • Unübersehbar ist, dass Baumanager und Ingenieure, die um ihr berufliches Ansehen fürchten, einer nach dem anderen das Projekt verlassen, in leitender Funktion bisher vier an der Zahl!
  • Unübersehbar ist, dass der vereinbarte Kostenrahmen definitiv nicht einzuhalten ist.
  • Unübersehbar ist, dass es mit „S21“ keine Leistungsverbesserung geben wird!
  • Unübersehbar ist, dass noch immer kein akzeptables Brandschutz- und Sicherheitskonzept für den Tiefbahnhof und den Fildertunnel existiert!
  • Unübersehbar ist, dass die Rechtmäßigkeit der Mischfinanzierung immer noch nicht geklärt ist!
  • Unübersehbar ist, dass der Tiefbahnhof immer noch das 6-fache der zulässigen Gleisneigung aufweist!
  • Unübersehbar ist, dass die Tunnelbohrmaschine in Möhringen seit Monaten stillsteht!
  • Unübersehbar ist, dass die Hochtransportbänder am Charlottenplatz ebenfalls seit Monaten stillstehen!
  • Unübersehbar ist, dass der Ausstieg aus „Stuttgart 21“ immer noch möglich, machbar und zwingend erforderlich ist!
  • Und unübersehbar und unüberhörbar ist, dass wir weiterhin für diesen Ausstieg kämpfen werden!

Foto: Erich Kimmich

Foto: Erich Kimmich    Foto: Erich Kimmich

Foto: Erich Kimmich    Foto: Erich Kimmich

Foto: Erich Kimmich

Video ist nicht verfügbar
Video ist nicht verfügbar

 

 

Ziel: Vision zero

Fahrrad Diesen Beitrag kommentieren »

Haus auf der Alb. - Foto: Erich Kimmich

Herbstseminar in Bad Urach im Haus auf der Alb der Landeszentrale für politische Bildung. Architektur im Bauhaus-Stil. Hier macht Fortbildung Spaß!

Thema Verkehrssicherheit. Die Dame vom Verkehrsministerium legt die Zahlen auf den Tisch:  Alle zwei Minuten passiert ein polizeilich erfasster Unfall in Baden-Württemberg. Die größte Zahl der Unfälle geschieht innerorts. Zwei Drittel der Getöteten gibt es aber ausserorts. 11 Prozent der Verkehrstoten sind Radfahrer.
In Baden-Württemberg gab es in 2013   55 getötete Radfahrende, über 2.000 Schwerverletzte und über 6.000 leichtverletzte Radfahrende. 80 Prozent der Radunfallstellen fallen in die kommunale Zuständigkeit. Oftmals fehlt es an der Umsetzung baulicher Standards. Bei 90 Prozent der Unfällen ist der Mensch ursächlich. Vision zero – null Verkehrstote – heißt die anspruchsvolle Zielsetzung.

Bauhaus-Stil im Haus auf der Alb. - Foto: Erich Kimmich

Thema Aggression im Stadtverkehr: Wie schafft man ein konfliktarmes Verkehrsklima? Ein Fachmann von der Universität Würzburg berichtet von der zunehmenden Zahl von Verkehrsunfällen, die auf aggressives Verhalten im Straßenverkehr zurück gehen. Stets seien Emotionen mit im Spiel: Wir können nicht nicht-emotional sein. Die gefühlte Sicherheit im Verkehr ging in den letzten Jahren zurück. Was sind die Ursachen für Aggressivität? Zunehmendes Verkehrsaufkommen und Staus, aber auch das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer spielen eine Rolle: Die Fehler machen immer die anderen. Mit zunehmender Verkehrsstärke wächst der Ärger. Es gibt auch das Problem, sich schwer in andere hinein versetzen zu können. Es herrscht ein egoistischer Hintergrund vor. Straßenverkehr unterbindet eine Reihe wichtiger Kommunikationskanäle, die für Kooperation und Toleranz nötig sind. Egozentrik ist vorherrschend. Jeder dritte Verkehrsunfall hat mit Aggressivität zu tun.

Ausblick vom Haus auf der Alb. - Foto: Erich Kimmich

Thema Fußverkehr: Wie muss eine Stadt beschaffen sein, in der es möglichst wenig Fußgänger-Unfälle gibt?  Im Wesentlichen ist der Kraftfahrzeugverkehr der Hauptverursacher bei den verletzten Fußgängern. Wie erwartet ist das Tempo ein gravierender Faktor. Städte sollen aber auch „wohnlich“ bleiben oder werden. Die Aufenthaltsqualität sollte hoch sein. Fußgängerbereiche, Wohlfühlzonen.
Jede Stadt ist anders. Man sollte sich die Siedlungstätigkeit in den Kommunen anschauen: wo gebaut werde sei noch längst nicht auch das Fahrrad im Kommen. Die Siedlungsentwicklung bestimmt aber den künftigen Verkehr. Die Kommunen müssen sich daher viel stärker um die Stadtplanung, um Verdichtung und Durchmischung kümmern. Insgesamt sollen Straßenräume nicht auf bestimmte Nutzergruppen ausgelegt werden. Und man sollte zur Kenntnis nehmen, dass vielfach die Planung bereits an ihre räumlichen Grenzen stößt.

Die positiven Wirkungen des Radverkehrs sind belegt. Das bedeutet auch: mehr Platz fürs Fahrrad. Dabei darf – von außen nach innen geplant – der Radverkehr nicht zu Lasten des Fußgängerverkehrs gehen. Man sollte hingegen zügig, schnell und sicher per Rad vorankommen. Es entscheidet sich vor der Haustür, welches Verkehrsmittel verwendet wird: Radfahrern muss derselbe Komfort geboten werden wie den Mülltonnen vor dem Haus – die Abstellplätze sollen nämlich gut zugänglich sein. Es braucht zeitgemäße Abstellanlagen, Mobilitätsstationen, eine gute Verknüpfung mit dem öffentlichen Nahverkehr. Geschwindigkeiten müssen noch viel flächiger reduziert werden. Vielen Behörden sind die neuesten Regelungen der StVO noch immer nicht geläufig. Und immer wieder: Rücksichtnahme ist und bleibt die elementarste Regel.

Seminargruppe im Haus auf der Alb. - Foto: Erich Kimmich

Der Fluch der Großprojekte

Aktiv sein, Bücher, Stuttgart 21 Diesen Beitrag kommentieren »

Der Verkehrswissenschaftler Prof. Dr. Heiner Monheim. - Foto: Erich Kimmich   Der Verkehrswissenschaftler Prof. Dr. Heiner Monheim. - Foto: Erich Kimmich

245. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 am 3. November 2014:

Der bekannte Verkehrswissenschaftler Prof. Dr. Heiner Monheim zur deutschen Bahnpolitik der letzten Jahrzehnte:
Zum einen habe es den Rückzug aus der Fläche gegeben – mit zahlreichen Stilllegungen ehemals dichter Schienennetze vor allem in ländlichen Regionen. 31.000 km Schiene seien vom Netz genommen, Haltepunkte geschlossen worden. Auch viele Mittel- und Großstädte seien vom Fernverkehr abgehängt worden, weil der InterRegio als attraktives Erfolgsprodukt schrittweise gestrichen worden sei. Die Leistungsfähigkeit des Bahnnetzes sei systematisch ruiniert worden, das System sei nun extrem labil und verspätungsanfällig gemacht worden. Die Bahn habe weder im Personen- noch im Güterverkehr adäquat am Verkehrswachstum teilhaben können – und auch die Verschuldung der Bahn habe mit all dem nicht aufgehalten werden können.
Zum anderen konzentriere die Bahn seit den 80er Jahren ihre Investitionen in wenige Großprojekte der Hochgeschwindigkeit, zum Beispiel die Neubaustrecken Hannover – Würzburg (1991), Mannheim – Stuttgart (1991), Berlin – Hannover (1998), Köln – Rhein/Main (2002), Nürnberg – Ingolstadt (2006) und derzeit im Bau die Großprojekte Nürnberg – Ebensfeld – Erfurt, Erfurt – Halle und Wendlingen – Ulm als mit S21 verbundenes Neubauprojekt.

Aufmerksame Zuhörer auf dem Stuttgarter Rathausplatz. - Foto: Erich Kimmich

Prioritäten werden falsch gesetzt

Monheim betonte vor gut 1000 Demonstranten, das deutsche Bahnsystem benötige andere Prioritäten: Zunächst seien alle wichtigen Knoten dringend auszubauen, denn alle größeren Bahnknoten hätten vergleichbare Kapazitätsprobleme.  Zudem müssten S-Bahn-Systeme aus- und neu gebaut werden. Das Karlsruher oder das Chemnitzer Modell hätten nachgewiesen, dass auch kleinere Großstädte durch solche S-Bahnen gigantische Zuwächse im Schienenverkehr erreichen können. In der Fläche brauche es attraktive Regionalbahnen. Aus seiner Sicht seien im deutschen Bahnnetz ca. 6000 neue Haltepunkte nötig, um die S-Bahn- und Regionalbahnsysteme attraktiver und leistungsfähiger zu machen. Nur so komme es zu kundengerechten und attraktiven Bahnangeboten.

Doch um dieses verkehrs- und klimapolitisch dringende Thema kümmerten sich Bahn, Bund und Länder viel zu wenig, weil sie mit den paar unsinnigen Großprojekten – allen voran Stuttgart 21 – beschäftigt seien.  Es würden Bahn-Chaos. - Foto: Erich Kimmichsichtlich die falschen Prioritäten gesetzt. Monheim entwarf ein Szenario, in dem die durchschnittliche Bahnfahrleistung der Bürger von 800 km im Jahr auf 2000 km steigt, bei dem im Deutschlandtakt jede halbe Stunde ein Zug fährt, bei dem die Bahn wieder mehr Mitarbeiter einstelle und ein durchgängiges, einfaches Tarifsystem schaffe.  Vorstand und Aufsichtsrat der Bahn müssten „neu formatiert“ werden: Anstelle von Auto- und Luftfahrmanagern müssten endlich wieder Bahnfachleute in die Spitzenämter berufen werden. Das Projekt Stuttgart 21 müsse sofort beendet werden – so gebe es eine Chance dafür.

Wenn S21 jetzt nicht gestoppt werde, sei mit gigantischen Kostensteigerungslawinen zu rechnen. Das lehrten alle vergleichbaren Großprojekte.

Was eine streitfeste Gewerkschaft erreichen kann, demonstriere derzeit die GDL mit den Lokführer-Streiks. Wo, so fragte Monheim, seien aber die Gewerkschaften bezüglich Stuttgart 21 geblieben? Gegen solch unsinnige Großprojekte müssten die Gewerkschaften sich stark machen. Er rief dazu auf, das Thema im Freundes- und Bekanntenkreis immer wieder zu thematisieren. Die Bürger müssten ihre Mitspracherechte intensiv nutzen, um das Projekt noch zu verhindern. Es sei noch nicht zu spät.


Für interaktive Panorama-Ansicht ins Bild klicken

Musikalische Umrahmung durch den Freien Chor Stuttgart. - Foto: Erich Kimmich    Auf zum Demonstrationszug! - Foto: Erich Kimmich

245. Montagsdemo gegen Stuttgart 21. - Foto: Erich Kimmich    245. Montagsdemo gegen Stuttgart 21. - Foto: Erich Kimmich

245. Montagsdemo gegen Stuttgart 21. - Foto: Erich Kimmich    245. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 am Schlossplatz. - Foto: Erich Kimmich

Video ist nicht verfügbar

Prof. Monheim im 3sat-Interview: „Ohne die Baumafia würde es Stuttgart 21 in Deutschland nicht geben. Stuttgart 21 ist erfunden worden von der Bauwirtschaft. Das ist ein Produkt für Tunnelbauer. Wir haben eine Republik, die auch als Selbstbedienungsladen funktioniert. Mit viel Druck sorgt man dafür, dass immer weiter neu gebaut wird.“

Bitte umsteigen! 20 Jahre Bahnreform

Buch bei Amazon anschauen Bernhard Knierim und Winfried Wolf:

Bitte umsteigen!
20 Jahre Bahnreform

Schmetterling Stuttgart, 2014
256 Seiten.  22.80 €

Das Jahr 1994 brachte mit der Bahnreform und mit der Gründung der Deutschen Bahn AG die größte Veränderung im Verkehrsbereich seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Kritiker sahen in der Bahnreform allerdings bereits damals die Verschleierung der Bahnprivatisierung. Und sie sagten Verhältnisse voraus, wie es sie z.B. im Sommer 2013 in Mainz und Umgebung gab. Inzwischen hat sich Ernüchterung breit gemacht: Nur im hoch subventionierten Nahverkehr gibt es eine Steigerung der Fahrgastzahlen. Die Qualität des Bahnverkehrs hat dramatisch abgenommen: Die Verspätungen nahmen zu, Ausfälle von Zügen sind heute an der Tagesordnung. Im Nahverkehr hat sich inzwischen ein Schein-Wettbewerb breitgemacht, in dem es vor allem um ein Drücken der Löhne geht. Inzwischen gibt es auch einen spürbaren Abbau der Sicherheit im Schienenverkehr. Die Autoren des Buches zeigen auf, wie die DB AG, anstatt in das Streckennetz, in die Wartung und in funktionierende Züge zu investieren, zunehmend als «Global Player» agiert. Wie die Kommandohöhen der Deutschen Bahn inzwischen ausschließlich von Bahnfremden bestimmt werden und wie die Bahnpolitik, wie sie die Bundesregierung und die EU betreiben, als integraler Bestandteil einer allgemeinen Verkehrspolitik zu verstehen ist, die in erster Linie auf den Straßen- und den Luftverkehr und auf die Container-Schifffahrt setzt. Schließlich skizzieren sie, wie eine überzeugende Struktur der Bahn und eine Verkehrs- und Bahnpolitik aussehen müssen und plädieren in diesem Kontext für öffentliche Eigentumsformen mit dem Grundsatz «so dezentral wie möglich, so zentral wie nötig».

5000 radeln nach Stuttgart

Aktiv sein, Fahrrad Diesen Beitrag kommentieren »

Foto: Erich Kimmich

Radfahren wäre ein Genuss wenn es überall für Radfahrer solch große, glatte Straßen gäbe wie an diesem Sonntag: Mit Polizeischutz auf breiten Straßen nach Stuttgart radeln – am 18. Mai war bei der RadSTERNFAHRT rund um Stuttgart gewaltig was los auf den Straßen. Unter der Regie des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ging es von den Startorten Ludwigsburg, Leonberg, Plochingen, Waiblingen und Filderstadt hinein ins Stuttgarter Zentrum zum Schlossplatz. Ich war beim Filderstädter „Ast“ dabei. Hier sind meine Fotos:

Foto: Erich Kimmich     Foto: Erich Kimmich     Foto: Erich Kimmich

Foto: Erich Kimmich     Foto: Erich Kimmich     Foto: Erich Kimmich

Foto: Erich Kimmich     Foto: Erich Kimmich     Foto: Erich Kimmich

Foto: Erich Kimmich

Foto: Erich Kimmich     Foto: Erich Kimmich     Foto: Erich Kimmich

Foto: Erich Kimmich     Foto: Erich Kimmich     Foto: Erich Kimmich