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Erichs (B)Logbuch » Wandern

Das Fernweh lockt

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Am Wochenende startet die Urlaubsmesse CMT (9 Tage lang) und mit ihr die attraktive Messe für Aktivurlauber „Fahrrad- & ErlebnisReisen mit Wandern“ in der Halle 9 – nur am kommenden Samstag und Sonntag. Heute fand dazu die Pressekonferenz statt. Im vergangenen Jahr ließen sich rund 33.000 Besucher von den vielfältigen Angeboten der Aussteller allein in dieser Halle anregen.  Die Fahrrad- & ErlebnisReisen mit Wandern verschafft Aktivurlaubern einen Überblick, welche Reisemöglichkeiten es für sie gibt und welches Equipment für sie die beste Wahl ist. Zudem erfahren die Besucher alles Wissenswerte zu aktuellen Trends und moderner Technik und können Fahrräder und Ausstattung gleich in der Halle austesten.

Fototermin zur "Fahrrad- & ErlebnisReisen mit Wandern". - © Foto: Erich Kimmich

Vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Baden-Württemberg  wurde ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit spannenden Vorträgen und Multivisionen zusammengestellt. Das war vor allem meine Arbeit der letzten Wochen. Die Besucher können sich auf ein exklusives Bühnen- und Vortragsprogramm freuen. Auf der Aktionsbühne gibt es dann Tipps zum Kauf von E-Bikes oder Wanderequipment, über Qualitäts-Radrouten, über Mountainbike-Touren. Echte Jakobspilger berichten über die Magie einer solchen Pilgertour. Ein Stück weiter im Urlaubskino kommen Urlaubsträume nahe: Vorträge über Touren durch Peru und Bolivien, in Taiwan, mit dem Liegerad durch Island oder zu Fuß über die Alpengipfel und über die Deutschen Pilgerwege werden geboten.

Verena Paschek und Lukas Preußel waren als Models dabei. - © Foto: Erich Kimmich
Verena Paschek und Lukas Preußel waren als Models dabei. – © Foto: Erich Kimmich

Gesprächsrunde: Axel Recht und Guido von Vacano (Messe), Erich Kimmich (ADFC), Claus Fleischer (Bosch e-bikes), Reinhard Wolf (Schwäb. Albverein), Andreas Braun (TMBW)
Gesprächsrunde: Axel Recht und Guido von Vacano (Messe), Erich Kimmich (ADFC), Claus Fleischer (Bosch e-bikes), Reinhard Wolf (Schwäb. Albverein), Andreas Braun (TMBW) v.l.n.r.

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Von München nach Venedig

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Jürgen aus Niedersachsen, den ich auf meiner Jakobstour 2013 kennen gelernt habe, hat dieses Jahr den Traumpfad über die Alpen zurückgelegt. Zu Fuß 570 km von München nach Venedig. Und 22.000 Höhenmeter. Und das alles, nachdem er vor einem Jahr das Wadenbein gebrochen hatte und im Februar erst die Schrauben aus dem Bein entfernt wurden. Hut ab!

Traumpfad München - Venedig: Jürgens KalenderIm Gegenzug zu meinem Camino-Kalender hat er eine Auswahl seiner Fotos in einem Minikalender zusammengestellt, der er mir zugesandt hat. Beim Anschauen der Bilder kann man dann schon ins Schwärmen geraten: Herrliche Ausblicke, Wasserfälle, einsame Pfade, Berggipfel, Hochtäler, stahlblauer Himmel – und immer wieder diese gigantischen Ausblicke. Wie groß ist dann der Gegensatz zur Lagunenstadt Venedig mit den Vaporettos und den „schwimmenden“ Palästen?

 

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Schluss-Etappe für 2015

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Dienstag 9. Juni 2015. Von Champdieu nach Montbrison und per TGV nach Basel.

Die diesjährige Pilger-Tour geht zu Ende: Morgen habe ich einen Termin in Lörrach und werde daher heute den Jakobsweg in Montbrison verlassen. Doch erstmal gibt es Frühstück bei Martine. Sie packt mir sogar noch ein Stück Käse mit ein, als Wegzehrung, und begleitet mich Zimmer in der alten Scheune bei Martine. - © Foto: Erich Kimmich dann zur Wehrkirche, wo sie mir die Krypta zeigen will. Dieses historische Städtchen beeindruckt mich mit seinem Stadttor Porte de Bise und der wehrhaften Priorei.  Hoch über uns lugen die Pechnasen heraus als wir die Kirche betreten. Hinten in der Ecke steigen wir hinab in die Krypta. Sie besteht aus einer Apsis und zwei Seitenkapellen. Auf dem Altar befindet sich eine Muttergottesstatue aus dem 19. Jahrhundert. Ein andächtiger Platz. Spürbare Geschichte.

Priorei Champdieu. - © Foto: Erich Kimmich

Krypta der Priorei Champdieu. - © Foto: Erich Kimmich    Krypta der Priorei Champdieu. - © Foto: Erich Kimmich

In der Prioreikirche über die Krypta fallen die große Zahl romanischer Kapitelle mit ihren geometrischen, pflanzlichen Motiven und menschlichen Figuren auf. Sie illustrieren die Sicht der Welt der Menschen im Mittelalter: der ewige Kampf zwischen Lastern und Tugenden.

Kapitelle in der Kirche der Priorei Champdieu. - © Foto: Erich Kimmich    Kapitelle in der Kirche der Priorei Champdieu. - © Foto: Erich Kimmich

Die Kirche existierte bereits im elften Jahrhundert, ihr Grundriss ist dem lateinischen Kreuz entsprechend und typisch für die Kirchen des 12. Jahrhunderts. Der Hauptteil der Kirche war damals den Mönchen vorbehalten. Der Gottesdienst für die Dorfbewohner fand in einer der Seitenkapellen statt und wurde von einem Kaplan gelesen. Der Kreuzgang ist leider noch geschlossen.

In der Kirche der Priorei Champdieu. - © Foto: Erich Kimmich     Wehrkirche Champdieu. - © Foto: Erich Kimmich

Draußen beeindrucken mich die Bogenstrukturen (Machicoulis) , die sich um die Kirche herum ranken und die dazu dienten, den Feind nach unten hin zu beobachten und mit brennenden Materialien oder Geschossen zu bewerfen.

Priorei Champdieu. - © Foto: Erich Kimmich

Blick zurück nach Champdieu. - © Foto: Erich Kimmich     Blick auf Montbrison und St-Romain-le-Puy. - © Foto: Erich Kimmich

Ich verabschiede mich von Martine, mache noch ein paar Fotos und folge wieder dem Muschelsymbol, das mich aus dem Ort hinaus bringt, leicht ansteigend über die Felder und Weinberge. Eine weite Aussicht lässt mich linker Hand Champdieu erkennen und rechts die städtischen Strukturen von Montbrison und dahinter den markanten Hügel von St-Romain-le-Puy mit dem einstigen Kloster. Über Curtieux und durch ein ausgedehntes Wohngebiet erreiche ich Montbrison.

Altstadt Montbrison. - © Foto: Erich Kimmich    Altstadt Montbrison. - © Foto: Erich Kimmich

Altstadt Montbrison. - © Foto: Erich Kimmich    Altstadt Montbrison. - © Foto: Erich Kimmich

Altstadt Montbrison. - © Foto: Erich Kimmich    Panache in Montbrison. - © Foto: Erich Kimmich

Gegen Mittag bin ich im Zentrum des attraktiven Städtchens, bewundere die urige Altstadt mit ihren alten Häusern, überquere den kanalisierten Bachlauf und stehe vor der gotischen Kirche Notre-Dame d’Espérance (1226-1466).  Hier verlasse ich den Chemin de St-Jacques und steuere Richtung Bahnhof. In einer Bar gibt es für mich ein Panaché. Auf dem Glas ein mexikanisches Motiv…

Eingangsdetail in Montbrison. - © Foto: Erich Kimmich

Gegenüber des Bahnhofs entdecke ich ein „Routiers“-Restaurant und genieße ein solides, preiswertes Mittagessen. Anstelle des Zuges nach St-Etienne fährt ein Ersatzbus, da an den Schienen gearbeitet wird.

St-Etienne. - © Foto: Erich Kimmich    Bahnhofsplatz in St-Etienne. - © Foto: Erich Kimmich

Bahnhofsplatz in St-Etienne. - © Foto: Erich Kimmich

In St-Etienne habe ich ein wenig Zeit, schaue mir den Bahnhofsvorplatz und das Fahrradverleihsystem an. An einem benachbarten Haus sind riesige Cartoons aufgemalt. Auf dem Vorplatz wachsen gläserne Bäume! Der Regionalzug bringt mich nach Lyon, der TGV dann nach Basel (Bâle). Hier komme ich unangemeldet in der Jugendherberge unter und genieße am späten Abend im Gasthof zum Goldenen Stern nahe bei der Jugendherberge ein ausgesprochen genussvoll zubereitetes Abendessen.

Menü im Gasthof zum Goldenen Stern Basel. - © Foto: Erich Kimmich    Menü im Gasthof zum Goldenen Stern Basel. - © Foto: Erich Kimmich

Menü im Gasthof zum Goldenen Stern Basel. - © Foto: Erich Kimmich

Menü im Gasthof zum Goldenen Stern Basel. - © Foto: Erich Kimmich    Menü im Gasthof zum Goldenen Stern Basel. - © Foto: Erich Kimmich

407 Kilometer habe ich zurückgelegt. Fünf weitere Wandertage (oder 114 km) entlang der Loire über Valprivas und Retournac hätte ich noch gebraucht… und ich wäre in Le Puy angekommen, da wo ich 2013 schon von Genf her gewandert bin. Dieses Verbindungsstückchen möchte ich auf jeden Fall noch vervollständigen, sobald sich dafür eine Gelegenheit bietet.

Basel by night. - © Foto: Erich Kimmich

Überblick 2015:Alle Etappen meiner Jakobsweg-Wanderung 2015

Hier alle meine Etappen auf dem Sentier de St-Jacques in diesem Jahr – 407 Kilometer zwischen Dole und Montbrison.

Wetter: sonnig, einzelne Wolken; 24 °C Tagesstrecke 7 km   Gesamt-Kilometer des Abschnitts 2015 (Dole - Montbrison). 407,6 km.

 

Weiter nach Le Puy (Bericht aus 2013) Le-Puy-en-Velay (Etappe 2013) || nach oben || zurück: Pommiers – Champdieu


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Auf den Spuren der Geschichte

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Montag 8. Juni 2015. Von Pommiers-en-Forez über Montverdun nach Champdieu.

Heute ist mein 18. Reisetag. Im Wohnwagen und auf dem Campingplatz gibt es kein Frühstück. Also wandere ich heute mal ganz ohne Frühstück und dafür frühzeitiger los. Es ist feuchtwarm und wolkig; die Überreste der Regenfront am gestrigen Abend hängen noch in der Landschaft. Die jungen französischen Pilger habe ich seit gestern Abend nicht mehr gesehen. Fast scheint mir, als seien die am Abend noch um- oder weiter gezogen.

Wolkenstimmung hinter Pommiers. - © Foto: Erich Kimmich

Der Weg verlässt die uralte Klostersiedlung Pommiers auf der Ortsstraße Richtung Süden, überquert die Departementsstraße und verlässt erst später das graue Asphaltband an einem einzeln stehenden Haus. Die Kühe liegen apathisch im Gras und machen ihren Verdauungs-Gang. Der Blick reicht unter den drohenden grauen Wolkenbergen weit ins Land hinein: Ganz da hinten ist es sonniger, da flutet das Sonnenlicht auf die Berge! An einem See vorbei ändert sich die Stimmung vollständig: Es quakt im Wasser und zwitschert in den Bäumen – hier lebt die Natur!

Teich hinter Pommiers. - © Foto: Erich Kimmich     Bussy-Albieux: Es war ein Mal... - © Foto: Erich Kimmich

Kühe im Forez. - © Foto: Erich Kimmich     Die Landschaft des Forez. - © Foto: Erich Kimmich

In Bussy-Albieux finde ich schräg gegenüber der neugotischen Kirche eine kleine Kioskbar. Hier bestelle ich die Grundzutaten eines Frühstücks: Café und Croissant. Mehr geht nicht, die Einrichtung ist äußerst spärlich ausgestattet. Und die reichlich vorhandenen Lotto- und Gewinnkärtchen kann man nicht essen… Der Café schmeckt wie aus dem Kantinenautomaten. Das erleichtert das Weitermarschieren. Der Weg verlässt das Dörfchen leicht ansteigend. Nun habe ich wieder einen Blick ins Bergland. Das Strässchen führt an einem herrschaftlichen Gebäude vorbei, das durch eine endlos lange, teilweise zerfallene Mauer zur Straße hin eingegrenzt ist. Dahinter wachsen mächtige Bäume, große Wiesenflächen tun sich auf. Ich male mir aus, wie es wäre, hier ein Kurhotel daraus zu machen…

Ein riesiges Anwesen... - © Foto: Erich Kimmich

Der Lignon. - © Foto: Erich Kimmich    Libelle am Lignon. - © Foto: Erich Kimmich

In Ste-Agathe-la-Bouteresse stehen nahe der Kirche doch tatsächlich einige Sitzbänke. Super! Es ist  Mittagszeit. Ich stelle den Rucksack ab, ziehe Schuhe und Socken zum Trocknen aus und beginne, meine Vorräte aus dem Rucksack zu verspeisen.
Dann geht es zwischen uralten Häusern abwärts ins Tal des Lignon. Am Stauwehr nahe der Brücke beobachte ich smaragdblaue Libellen am Ufer. Das Wasser rauscht glitzernd und tosend das Wehr hinab. Es folgt ein kräftiger Anstieg und dann sehe ich links von mir die Kirche auf dem Berghügel. Das dürfte ein Vulkanschlot sein, der typischen Form nach. Schon bin ich mitten in Montverdun angekommen. Ich habe Durst und setze mich in die Bar an der Kreuzung. Panaché – selten klang ein Wort schöner in meinen Ohren. Durst löschen!

Blick auf Montverdun. - © Foto: Erich Kimmich

Nach einer Weile entschließe ich mich, das Etappenquartier Montverdun zu streichen und noch weiter zu wandern. Der Jakobsweg bietet einen Blick zurück auf die Hügel-Kirche, die weithin sichtbar ist. Er steuert zielsicher ein kleines Bergmassiv an und wählt damit die schönste Strecke aus, die man Wanderern hier bieten kann. Ich tauche ein ins Grün des Waldes.

Ausblick nach Osten. - © Foto: Erich Kimmich

Zwischendurch gibt es schöne Ausblicke Richtung Osten. Interessante Blütenpflanzen, die ich noch nie gesehen habe, fallen mir ins Auge.

Unbekannte Blütenpflanze. - © Foto: Erich Kimmich

Da es vergangene Nacht geregnet hat, sind manche Stellen des Weges sehr cremig-glitschig. Dann liegt eine weite Ebene vor mir: Ich vermute geradeaus im Dunst Montbrison zu sehen. Die Strecke zieht sich in die Länge. Hier stehen Pferde in einer Koppel, ein Stück weiter wartet ein Grautier im Schatten. Durch Chalain-d’Uzore gehe ich hindurch. Es kommt mir wieder sehr warm vor.

Das Grautier hat Arbeitspause. - © Foto: Erich Kimmich    Jolly Jumper, das Pferd von Lucky Luke. - © Foto: Erich Kimmich

Ich überquere einen schmalen Kanal du Forez, unterquere eine Bahnlinie und erreiche bald darauf die alte Stadt Champdieu. Gottes Feld würde es auf deutsch heißen. Im Zentrum finde ich eine wunderbare Altstadt, die sich um eine im 11. Jahrhundert gegründete Priorei entwickelt hat.  Die Außenmauern der Priorei sind massiv befestigt: Pechnasen über Stützpfeilern mit Schutzmauern über der Bogenstruktur der Kirche – das Befestigungssystem stammt aus der Zeit des Hundertjährigen Krieges (1337 – 1453) als der Forez mehrfach gebrandschatzt wurde.

Tausendjähriges Champdieu: Stadttor. - © Foto: Erich Kimmich    Es war einmal... - © Foto: Erich Kimmich

Champdieu: Romanische Wehrkirche. - © Foto: Erich Kimmich    Champdieu: Romanische Wehrkirche. - © Foto: Erich Kimmich

Das Restaurant neben dem Stadttor hat wohl auch schon mal bessere Zeiten erlebt. Es ist 17 Uhr und ich bin nach 31 Kilometern nun dringend auf der Suche nach einem Quartier. Ich frage zwei Damen, die in einen der ausgesucht feinen Stoffläden gehen. Das Office du Tourisme hat geschlossen – Montags sowieso den ganzen Tag über. In einer Bar bekomme ich nicht nur ein erlösendes Panaché, sondern auch den erlösenden Tipp, bei Martine und Bruno in der Rue d’Arzalier 47 zu fragen. Dort führt mich Martine hinauf ins ausgebaute Dachgeschoss. Die ehemalige Scheune kann hier etliche sehenswert dicke Balken vorweisen.

Ich kann duschen, bekomme ein kleines Abendessen und genieße den Schlaf im Dachzimmer. Nur das Handy bleibt ohne Netz.

Chambre d hotes chez Martine et Bruno. - © Foto: Erich Kimmich

Wetter: sonnig und warm; 26 °C Tagesstrecke 31 km Durchschnittstempo inkl. Pausen; ohne Pausen 3,8 km/h 3,0 km/h Unterwegszeit 9:35 Summe Aufstiege. 927 hm Summe der Abstiege. 885 hm Gesamt-Kilometer des Abschnitts 2015 (Dole - Montbrison). 400,6 km.

 

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Von Dole über Cluny bis Montbrison: Meine Etappen 2015

400 km von Dole bis Montbrison im Jahr 2015

Von St-Maurice nach Pommiers-en-Forez

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Sonntag 7. Juni 2015. Von St-Maurice-sur-Loire bis Pommiers-en-Forez.

Beim Frühstück sind noch zwei weitere Gäste. Die Gespräche verlaufen nun etwas schneller als gestern und ich habe alle Mühe, den Gesprächsfaden nicht zu verlieren. Ich verabschiede mich von Monsieur Alex. Dann verlasse ich das Dörfchen, hinter der alten Kirche geht es steil abwärts. Schon bald stehe ich am Ufer der Loire. Der Jakobsweg verläuft mit einem Gesundheitspfad ein Seitental entlang, an dessen Ende ein Aufstieg folgt. Schon bietet sich von der Höhe ein Blick zurück auf St-Maurice-sur-Loire, das vom Bergfried beschützt wird. Das Fernweh hat mich wieder. Der Ruhetag hat mir aber dennoch gut getan. Zwei junge Pilger überholen mich beim Fotografieren; ich habe sie gestern Abend schon durchs Dörfchen spazieren gesehen.

Abschied von meinem Quartier in St-Maurice-sur-Loire (links). - © Foto: Erich Kimmich    Blick von Bully nach St-Maurice-sur-Loire. - © Foto: Erich Kimmich

Eichenwald bei Bully. - © Foto: Erich Kimmich    Am zweiten Aufstieg zwischen Bully und Dance - © Foto: Erich Kimmich

Ein eindrucksvoller Eichenwald bringt mich nach Bully. Das Dörfchen wirkt ruhig und verschlafen. Die Blüten vor einem Haus lachen mir in allen Farben von gelb bis rot entgegen.

Blumenpracht in Bully. - © Foto: Erich Kimmich

Am Friedhof entlang verlasse ich Bully. Heute ist Sonntag. Und da kommen mir doch tatsächlich zwei Wanderer entgegen. Die Frau zückt die Kamera als sie mich sieht und fängt an, mich ungefragt abzuknipsen. Für ihre digitale Pilger-Sammlung? Der zweite Anstieg heute bringt mich nun auf einen über 500 m hoch gelegenen Höhenzug. Die schwüle Hitze macht mir zu schaffen. Ein lichtes Kiefernwäldchen begleitet mich bis zur Anhöhe. Dort stehen die beiden jungen Pilger wieder. Sie reden mit einem schönen Pferd in einer Koppel, das sich von ihnen kraulen lässt. Ich ziehe mit einem fröhlichen Hallo vorbei und bleibe hundert Meter weiter stehen: Dieses Panorama muss ich „einfangen“. Die beiden überholen mich wieder.

Blick zurück: Aufstieg hinter Bully. - © Foto: Erich Kimmich    Blick in die Loire-Ebene. - © Foto: Erich Kimmich

Ins Bild klicken für Panorama

Da unten kann ich den Kirchturm von Dancé sehen. Der Rundblick ist fantastisch, da unten fließt also die Loire, rechts da hinten wird mein Weg mich weiterführen, das sind die Berge des Forez und der Auvergne.

Panoramablick im Roannais. - © Foto: Erich Kimmich     Dance und das Loiretal. - © Foto: Erich Kimmich

Blick Richtung Montbrison / Le Puy. - © Foto: Erich Kimmich

Geradeaus geht es abwärts zum Kirchturm von Dancé. Rechts um die Ecke stehen die beiden Franzosen wieder. Da haben engagierte Damen einen mobilen Verpflegungsstand aufgebaut – nein, nicht wegen den paar Pilgern, sondern es gab wohl eine größere Gruppenwanderung, die hier vorbei geführt hat. So kommen wir Pilgernden in den Genuss eines heißen Kaffees, Schinken- und Käsebrote, ein paar Aprikosen und ein Apfel. „Greifen Sie ruhig zu!“ hieß es. All das war ja übrig, die Großgruppe war bereits durchgezogen. Die jungen Franzosen haben bei den beiden Müttern von der Verpflegungsstation mächtig Werbung für den Jakobsweg gemacht. Wenigstens die eine konnte es sich vorstellen, das auch mal zu machen. Ich bedankte mich herzlich und ging wieder auf die Piste. Nun war ich wieder vorne dran. Die weite Landschaft macht mir Freude!

Jakobsweg hinter Dance. - © Foto: Erich Kimmich     Blick Richtung Montbrison / Le Puy. - © Foto: Erich Kimmich

Im Roannais. - © Foto: Erich Kimmich

Hin und her und quer durch. - © Foto: Erich KimmichHinter dem Weiler Amions zieht sich der Weg durch einen langen Wald, dann abknickend entlang der Autobahn und durch eine Unterführung geradeaus zur Landstraße. Hier zeigen die Zeichen nach links. Ich bin unschlüssig, ob ich entlang der Straße gehen soll oder den parallelen grünen Pfad. Ein kleiner Bach verhindert, dass ich weiter gehe. Also ein Stück zurück. Da kommen ja die beiden Franzosen auch schon aus dem Wald. Wir beraten gemeinsam, wie wir gehen sollen. Schließlich haben wir uns alle drei verlaufen. Mein Navi zeigt das auch ganz deutlich an. Schließlich gehen wir auf der Reifenspur eines Traktors durch das Getreidefeld, um die nächstgelegene Landstraße zu erreichen.

Quer durch den Acker. - © Foto: Erich Kimmich

Dann sind es nur noch ein paar Kilometer und wir sind in Pommiers-en-Forez angekommen. Ich lade die beiden zu einem kühlen Drink ein. Alle drei Gläser sind schneller leer als erwartet. Das hat eine Gegeneinladung zur Folge und noch einen wohltuenden kühlen Schluck! Die beiden stammen aus der Gegend und haben beschlossen, mal ein paar Tage auf der Pilgerstrecke zu wandern. Sie ergänzen sich ganz gut. Gemeinsam gehen wir zum städtischen Campingplatz, der im Guide als Übernachtungsmöglichkeit aufgeführt ist.

Drei Pilger in Pommiers. - © Foto: Erich Kimmich

Ich hatte dort bereits angerufen und mir einen Wohnwagenplatz reserviert. Die beiden Jungs bauen weiter hinten ihr Zelt auf. Mich reizt die Altstadt von Pommiers, die wir rechts der Strecke haben liegen lassen.

Mein Wohnwagen in Pommiers. - © Foto: Erich Kimmich     Mein Wohnwagen in Pommiers. - © Foto: Erich Kimmich

Das ehemalige Benediktinerkloster dominiert den Blick von weitem. Ich leiste mir den Eintritt in das schon 1792 geschlossene Kloster, Man geht von der Kirche aus unten durch die dicken Wehrtürme, in denen sich kleine Ausstellungen befinden. Einige Räume sind im alten Stil eingerichtet. Der Besuchersaal und der Speisesaal sind besonders schön hergerichtet.

Mittelalterliche Brücke vor Pommiers. - © Foto: Erich Kimmich     Mauer-Kunst. - © Foto: Erich Kimmich

Wehrhaftes Kloster Pommiers-en-Forez. - © Foto: Erich Kimmich    Kreuzgang im Kloster Pommiers-en-Forez. - © Foto: Erich Kimmich

Eingang in den Kreuzgang im Kloster Pommiers-en-Forez. - © Foto: Erich Kimmich

Kloster Pommiers-en-Forez. - © Foto: Erich Kimmich    Restaurant Le Savigny, Pommiers-en-Forez. - © Foto: Erich Kimmich

Bleigraue Wolken kündigen den nahenden Regen an, es ist gegen 20 Uhr als die ersten dicken Tropfen fallen und ich am Eingang des Restaurants Le Savigny stehe. Ich entscheide mich für eine Muschel-Fisch-Creme und ein Filet de Boeuf mit Morchelrahmsoße und Gemüse. Ich trinke einen roten Côtes du Forez Les Loges dazu und genieße die verschiedenen Käsesorten, die es als Nachgang gibt. Mit einem süßen Allerlei beschließe ich den Genuss.

Restaurant Le Savigny, Pommiers-en-Forez. - © Foto: Erich Kimmich    Restaurant Le Savigny, Pommiers-en-Forez. - © Foto: Erich Kimmich

Restaurant Le Savigny, Pommiers-en-Forez. - © Foto: Erich Kimmich    Restaurant Le Savigny, Pommiers-en-Forez. - © Foto: Erich Kimmich

Der Regen hat aufgehört und durch die klare, immer noch warme Abendluft marschiere ich zum Campingplatz zurück. Die abziehenden Regenwolken und die untergehende Sonne verzaubern das wehrhafte Klosterdorf wie im Märchen.

Zauberhaftes Pommiers-en-Forez. - © Foto: Erich Kimmich

Zauberhaftes Pommiers-en-Forez. - © Foto: Erich Kimmich

 

Wetter: teils sonnig, teile wolkig, warm; 23 °C Tagesstrecke 24,4 km Durchschnittstempo inkl. Pausen; ohne Pausen: 4,1 km/h 2,6 km/h Unterwegszeit 8:13 Summe Aufstiege. 587 hm Summe der Abstiege. 585 hm Gesamt-Kilometer des Abschnitts 2015 (Dole - Montbrison). 369,6 km.

 

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Mein Buch-Tipp:

Rother Wanderführer: Jakobsweg Strasbourg - Le PuyDie Pilgerrouten nach Santiago de Compostela führen quer durch Europa. Einer dieser Wege nimmt seinen Ausgangspunkt in Straßburg und stellt nach 800 km in Le Puy-en-Velay den Anschluss an die Via Podiensis her. Dieser Jakobsweg ist im Gegensatz zum Spanischen Jakobsweg ein eher ruhiger Weg, auf dem kein Rummel herrscht. Zunächst wird das lebensfrohe Elsass mit seinen mittelalterlich anmutenden Winzerorten durchquert. Thann ist ein alter Pilgertreff- und Sammelpunkt, auch heute noch mündet der Jakobsweg aus dem süddeutschen Raum hier ein. Nach Belfort zieht der Weg durch die Franche-Comté. In Burgund ist man in den berühmtesten Weinberglagen der Welt unterwegs. Das im Mittelalter bedeutende geistige Zentrum Cluny zieht die Aufmerksamkeit der Pilger auf sich.
Dieser bewährte Rother-Wanderführer bietet alle nötigen Informationen zur Planung und Durchführung der Pilgerfahrt. Detaillierte Karten, präzise Beschreibungen der einzelnen Streckenabschnitte inklusive aussagekräftiger Höhenprofile sowie umfangreiche Angaben zur Infrastruktur am Weg, wie etwa Einkehr- oder Einkaufsmöglichkeiten, erleichtern die individuelle Tourenplanung auch abweichend von den im Buch gewählten Etappen. Außerdem werden umfassende Infos zu Lage und Ausstattung der am Weg liegenden Gîtes d Etapes sowie Hinweise auf weitere Übernachtungsgelegenheiten gegeben. Eine Auswahl aussagekräftiger Bilder vermittelt einen ersten Eindruck von der Vielfalt der Landschaft an diesem Jakobsweg und macht Lust, den Rucksack zu packen und aufzubrechen.

Renate Florl:
Französischer Jakobsweg:
Von Straßburg bis Le Puy-en-Velay
41 Etappen
224 Seiten; 14,90 Euro
Bergverlag Rother; 1. Auflage (2009)

Ruhetag im urigen Dörfchen

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Samstag 6. Juni 2015. Ein überaus gemütlicher Pausentag in Saint Maurice-sur-Loire.

Morgens um zehn nach sechs wache ich auf: Die Sonne geht glutrot auf und scheint von der anderen Seite der Loireschlucht geradewegs in mein Bett. Ich fühle mich frisch und ausgeschlafen.

Sonnenaufgang über dem Loirestausee. - © Foto: Erich Kimmich

Sonnenaufgang über dem Loirestausee. - © Foto: Erich Kimmich     Sonnenaufgang um 6:12 Uhr. - © Foto: Erich Kimmich

Ein wunderschöner Tag an einem wunderschönen Ort! (Vormerken: Hier will ich irgendwann wieder mal ein paar Tage urlauben!)

Gegen acht Uhr gehe ich ins Haupthaus Les Echauguettes zum Frühstücken. Monsieur Alex beobachtet mit einem Fernglas ein Vogelnest direkt unterhalb des großen Küchenfensters. Tief unten schimmert das dunkle Blau der Loire. Seine Frau Michèle hat in einer ganz besonderen Vase Glockenblumen auf den Tisch gestellt. Das Frühstück in diesem stilvollen Ambiente gestaltet sich sehr genussvoll.

Der Burgfried von St-Maurice-sur-Loire. - © Foto: Erich Kimmich     Blick vom Burgfried auf St-Maurice-sur-Loire. - © Foto: Erich Kimmich

Was soll ich nun an meinem Ruhetag tun? Monsieur Alex erzählt mir, wie im Februar 1999 die Freske des heiligen Jakob bei Renovierungsarbeiten unter einer Putzschicht in der Kirche entdeckt wurde. Er hat das unmittelbar miterlebt.

St-Maurice-sur-Loire: Fresken im Chor der Kirche. - © Foto: Erich Kimmich    1999 entdeckt: Jakobus-Freske. - © Foto: Erich Kimmich

Das Motiv, dessen Zeichnung sehr sauber und von frischer Farbe ist, stammt aus dem 13. Jahrhundert und zeigt den heiligen Jakob als Compostela-Pilger – Beweis dafür dass St-Maurice schon damals auf dem Weg von Cluny nach Le Puy eine Rolle spielte. Die kleine Kirche von St-Maurice war die Kapelle des Herrenschlosses und ist im 12. Jahrhundert im romanischen Stil erbaut worden.

Blick vom Burgfried auf St-Maurice-sur-Loire. - © Foto: Erich Kimmich

In dem kleinen Dörfchen mit seiner exquisiten Lage auf dem Felsen hoch über der Loire gibt es allerhand zu sehen. An der höchsten Stelle steht der dicke 17 Meter hohe Burgfried (Donjon). Im Inneren der dicken Mauern beträgt sein Durchmesser immer noch 4,5 Meter. Unten sind seine Mauern stolze drei Meter stark. Stufe um Stufe steige ich hinauf. Oben blendet mich das helle Licht der Sonne. Dann genieße ich den weiten Blick auf den Lac de Villerest, den Loire-Stausee tief unten und auf die am Berg klebenden Häuschen und engen Gassen von St-Maurice.

Irgendwie erinnere ich mich undeutlich an dieses Stauseeprojekt  und spreche es an. Monsieur Alex war damals einer der zahlreichen Gegner. Er berichtet, wie er als Jugendlicher oftmals in der Schlucht unterwegs war und wie man in den „Wasserlöchern“ aufpassen musste: das Risiko zu ertrinken war an solchen Stellen sehr hoch. Die Schlucht hatte einen ganz besonderen Charakter. Dann wurde 1978 die Staumauer von Villerest – gleich hinter Roanne – gebaut und 1984 in Dienst gestellt. Seine Jugenderinnerungen gingen in den Fluten des Staudamms unter.
Es war wohl im Jahr 1989 als ich auf einer meiner Frankreich-Radtouren das Camp der Staumauer-Gegner in der oberen Loireschlucht besucht habe. „SOS – Loire Vivante“ hieß es damals.

Das vordergründige Argument war seinerzeit der Hochwasserschutz. In den Jahren 1856, 1866 und 1910 richtete das Hochwasser der Loire großen Schaden an. Die Angst vor großen, gefährlichen Hochwassern – bei denen es immer wieder auch Todesopfer gab – wurde hochgespielt, um für das Bauvorhaben die Zustimmung zu bekommen. Doch in Wirklichkeit ging es darum, die ganzjährige Kühlung der vier Kernkraftwerke am Unterlauf der Loire sicherzustellen. Auch in den trockenen Sommermonaten sollte dort genügend Wasser zur Verfügung stehen.

Lac de Villerest: aufgestaute Loire. - © Foto: Erich Kimmich

In den 1990er Jahren verhinderten Bürgerproteste, dass auch noch der Loire-Unterlauf mit riesigen Staudämmen gegen Hochwasser abgesichert wurde. Im ihrem Oberlauf wurde die Loire schließlich oberhalb von Roanne mehrfach aufgestaut. Immerhin: im Unterlauf ist die Loire noch heute ein frei fließendes Gewässer, wo keine Staudämme oder Schleusen ihren natürlichen Lauf beeinflussen. So ist das Flusstal mit seinen unzähligen Inseln und und Überschwemmungsflächen immer noch ein Refugium für viele Tierarten geblieben, die anderswo in Europa längst ausgerottet sind.

Der WWF berichtet auf seiner Webseite: Die französische Umweltministerin Huguette Bouchardeau hatte im Februar 1986 ihre Zustimmung zum Ausbauprogramm für die Loire und ihre Nebenflüsse gegeben. Der dafür gegründete Zweckverband (EPALA) beabsichtigte, den mehr als 1.000 Kilometer langen Wildfluss technisch zu verbauen. Vor allem aber sollte im Sommer mehr Wasser für die Landwirtschaft und die Kühlung der vier Atomkraftwerke entlang der Loire bereitgestellt werden. Diese Eingriffe hätten vielen seltenen Tieren und Pflanzen (darunter allein 250 Vogelarten) die Lebensbasis entzogen. Auch der neue Umweltminister Brice Lalonde bot 1987 lediglich kosmetische Verbesserungen an.
Daher unterstützte der WWF International Ende 1987 das Rastatter Auen-Institut dabei, eine
wissenschaftliche Bewertung der Loire und ihrer Nebenflüsse durchzuführen und startete gleichzeitig eine große Loire-Kampagne, durch die viele europäische Medien auf den geplanten massiven Eingriff in die Natur aufmerksam wurden. Zahlreiche Umweltverbände und Naturschutzgruppen gründeten das „Comité Loire vivante“ und forderten ein dreijähriges Moratorium sowie eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung für alle vorgesehenen Eingriffe in das gesamte Flusssystem. Zur Eskalation des Konfliktes kam es, als Umweltminister Lalonde am 8. Februar 1989 überraschend die Baugenehmigung für den ersten Staudamm Serre de la Fare im Zentralmassiv bei Le Puy gegeben hatte. Daraufhin wurde ab dem 20. Februar 1989 der Bauplatz besetzt und der Baubeginn friedlich verhindert.
„SOS Loire Vivante“ wurde Ende 1989 gegründet, um die Verbauung der Loire (vier Staudämme und Eindeichungen waren geplant) und insbesondere den Bau des Staudammes Serre de la Fare zu verhindern und das Loire-Tal nachhaltig zu schützen. Nach einem ersten Erfolg der Kampagne Loire Vivante im Juli 1991 wurde das Staudamm-Projekt im Januar 1994 von der französischen Regierung endgültig aufgegeben. Der französische Umweltminister hat zu dem Zeitpunkt den ‚Plan Loire Grandeur Nature‘ ins Leben gerufen. Dieses staatliche Projekt sah neben dem weitgehenden  Stopp von Staudämmen unter anderem den Abriss zweier alter Staudämme, sowie einen sanften Hochwasserschutz ohne Staudämme vor. Zur Zeit arbeitet SOS Loire Vivante auch an Projekten für den Schutz der letzten Wildlachse Europas im Einzugsgebiet von Loire und Allier. Während den letzten Jahren hat der Verein auch ein Informationszentrum für das obere Loiretal in
einem alten, abgelegenen Bauernhaus eingerichtet. Dieser Mas de Bonnefont liegt (südlich von Le Puy-en-Velay) genau in dem Talabschnitt der durch den (verhinderten) Staudamm untergegangen wäre.

Bootshafen bei St-Maurice-sur-Loire. - © Foto: Erich Kimmich

Ich wandere  auf der kleinen Straße zum Bootshafen hinunter. Ein wenig Bewegung muss auch am Ruhetag sein. Als ich wieder im Dörfchen zurück bin, ruhe ich mich ein wenig aus und kehre gegen zwanzig Uhr im  Restaurant Le Relais de la Vieille Tour ein. Es liegt hinter dem Stadttor und man kan draußen sitzen.

Stadttor in St-Maurice-sur-Loire. - © Foto: Erich Kimmich     Sommerlicher Apertitif. - © Foto: Erich Kimmich

Aus der Speisekarte stelle ich mir folgendes Menü zusammen:

  • Salade de la Mer (Brochette de Langoustines et poêlée de St Jacques)
  • Filet de boeuf sauce morilles
  • La Ronde du Fromager
  • Dessert

Meeres-Salat. - © Foto: Erich Kimmich     Rose Cote Roannaise. - © Foto: Erich Kimmich

Filet de boeuf sauce morilles. - © Foto: Erich Kimmich

Ich starte mit einem Apéritif des Hauses, dazu gibt es feine Oliven. Später erfrischt ein Rosé aus heimischen Gefilden. Neben mir ist die Burgmauer und der Ausblick auf die weiten Höhen jenseits der Schlucht taucht mit der untergehenden Sonne immer mehr ins roséhafte ab. Mit dem herrlichen Gefühl eines vollendeten Genießertages lege ich mich schlafen.

Abendstimmung beim Essen. - © Foto: Erich Kimmich    Käsegang: vier aus etwa 30 Sorten. - © Foto: Erich Kimmich

Dessert mit Ananas und Karamel. - © Foto: Erich Kimmich     Dunkler Espresso im Dunkeln. - © Foto: Erich Kimmich

Wetter: sonnig, windstill und warm; 25 °C      Tagesstrecke  3 km    Gesamt-Kilometer des Abschnitts 2015 (Dole - Montbrison). 345,2 km.

 

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Die Etappen zwischen Cluny und Montbrison